Plötzlich stand in der Tiefgarage das Wasser. Das kannte Julia Welscher, eine gebürtige Kronacherin, aus ihrer Heimat nicht. In Regensburg, wo die 29-Jährige seit einigen Jahren lebt, bekommt sie derzeit mit, was es heißt, wenn die Donau über die Ufer tritt.

"Das ist schon komisch, wenn man weiß, wie das hier normalerweise aussieht - und jetzt stehen diese Stellen plötzlich unter Wasser", sagt sie. Selbst betroffen ist sie nicht arg. Das Auto musste sie am Dienstagabend aus der Tiefgarage des Mehrfamilienhauses, in dem sie mit ihrem Freund wohnt, holen. Das Grundwasser hat gedrückt. Mittlerweile könne sie nur noch mit Gummistiefeln durch die Garage laufen. "Wir wohnen ein Stück von der Altstadt weg, bei uns in der Nähe ist der Fluss Regen über die Ufer getreten", erklärt sie. Dort, wo sie zuvor gewohnt hat, in der Altstadt, sei die Situation schlimmer.
"Da wurden Leute evakuiert".

In Regensburg sind derzeit auch 13 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Kronach. Am Mittwoch um 6 Uhr ist die Fachgruppe Wasserschaden und Pumpen mit vier Fahrzeugen dorthin aufgebrochen, um die dortigen Einsatzkräfte zu unterstützen.

"Wir haben eine Pumpstation übernommen, machen Schächte auf und holen das Wasser aus der Kanalisation, damit der Rückstau nicht mehr so groß ist", erklärt Harald Heinel. Dieses Wasser werde wieder in die Donau gepumpt, deren Pegel sinke. 2002 war er auch schon beim Hochwasser in Dresden mit im Einsatz. "Das war schlimmer", sagt er rückblickend.

Schlimmer als in Regensburg scheint im Moment auch die Lage in Deggendorf. Auch dort sind Kronacher im Einsatz, 22 Ehrenamtliche des BRK-Kreisverbandes. "Wir sind hier für die Notunterkünfte und die Verpflegung für diejenigen zuständig, die in ihren Ortschaften nicht mehr wohnen können", sagt der Kronacher Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt.

Auch die Feuerwehren im Landkreis halten sich derzeit für einen möglichen Einsatz bereit. Die Regierung von Oberfranken hat bereits darum gebeten, dass die Wehren entsprechende Vorbereitungen treffen. Ob sie dann tatsächlich nach Oberbayern, Sachsen oder Sachsen-Anhalt in die Hochwassergebiete ausrücken müssen, ist noch unklar.