Das größtenteils fertiggestellte Bauvorhaben liegt im Landschaftsschutzgebiet "Rosenberg" und befindet sich im Außenbereich, informierte Stadtplaner Daniel Gerber. Der Antrag lautete auf Wohnhausanbau und Carportneubau. Die Entwässerung ist an den vorhandenen beziehungsweise an einen zu schaffenden Revisionsschacht anzuschließen, ansonsten bestehen gegen das Bauvorhaben keine Einwände, so die Ausführungen des Stadtplaners hierzu.
Dies sahen die Räte anders. Tino Vetter (FW) fand es anmaßend mit fadem Beigeschmack, wenn der Bauherr das Gremium vor vollendete Tatsachen stelle. Wolfgang Hümmer (CSU) sah das Pferd von hinten aufgezäumt, das sei nicht richtig. "Wenn etwas nicht genehmigungsfähig ist, lassen wir das wegreißen", meinte er. Für Winfried Lebok (CSU) war es "unmöglich, was da läuft". Karl H.
Fick (SPD) war die vom Stadtplaner gewählte Formulierung, "die Vorgehensweise wird kritisiert", zu schwach und zu weich. Vetter setzte nach, wenn auch baurechtlich keine Einwände gegen das Vorhaben bestünden, so sei die Vorgehensweise doch nicht akzeptabel. Peter Witton (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, welche Sanktionen in solchen Fällen möglich seien. Für Bernd Liebhardt (CSU) ist das Bauvorhaben rechtlich verhältnismäßig, aber die Vorgehensweise müsse man verbal missbilligen. Mit 6:3 Stimmen wurde dem Vorhaben letztlich aber doch das gemeindliche Einvernehmen erteilt, das Vorgehen aber missbilligt.


Neubau abgelehnt

Ein weiterer Bauantrag auf Neubau einer Wohnanlage mit 22 Wohneinheiten im Zollbühlweg wurde ebenfalls länger diskutiert, fand dann aber keine Zustimmung des Ausschusses. Stadtplaner Gerber hatte dazu eine ganze Auflistung an Bedenken gegen dieses aus städtebaulicher Sicht und für das Umfeld unpassend zu große Bauvorhaben, das 1243 Quadratmeter an Fläche einnimmt. Es sei absehbar, dass sich das Bauvorhaben, nicht zuletzt wegen seiner von der Straße aus wahrnehmbaren Viergeschossigkeit und einer Höhe von 10,87 Meter, nicht in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Außerdem wären 38 Stellplätze erforderlich, die in einer Länge von 45,5 Meter vom Zollbühlweg aus senkrecht anfahrbar sein sollen. Abgesehen von den verkehrstechnischen Nachteilen (26-maliges Ein- und Ausfahren auf den schmalen Zollbühlweg) würde eine Fassadengestaltung entstehen, die sich nicht in den Charakter dieses Wohngebietes einfügt. Das Gremium erteilte hier wegen zu großer Bedenken nicht das gemeindliche Einvernehmen.


Denkmalgeschütztes Anwesen

Wesentlich erfreulicher war ein Bauantrag auf Umbau und Sanierung mit Errichtung von hofseitigen Balkonen eines denkmalgeschützten Anwesens in der Amtsgerichtsstraße. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein zeigte sich erfreut, dass dieses an höchst exponierter Stelle in der Oberen Stadt gelegene Gebäude mit großem Engagement saniert werde. Stadtplaner Gerber sprach von einem Glücksfall, dass dieses stadtbildprägende Gebäudeensemble fachmännisch auf hohem Niveau saniert werden soll. Die Antragsteller brächten dabei wunderbare Ideen mit ein.
Der Bürgermeister sprach von einem Idealfall und fügte hinzu: "Wir sind auf einem guten Weg, da mehr Interesse an Gebäuden der Oberen Stadt besteht." Karl H. Fick meinte, man müsse sehr dankbar sein, wenn in der Oberen Stadt investiert werde. Wolfgang Hümmer sah das Vorhaben schon als Schmuckstück und eine Bereicherung für die Obere Stadt. Kein Wunder, dass man diesem Bauantrag einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilte.
Folgende weitere Bauanträge fanden das einstimmige gemeindliche Einvernehmen:. Neubau eines Einfamilienhauses mit zwei Stellplätzen in Breitenloh. Neubau eines Fahrradcenters, Nähe Fröschbrunn. Nutzungsänderung und Umbau eines ehemaligen Praxisgebäudes, Pfählangerstraße. Dachgeschossausbau und Erweiterung eines Einfamilienhauses im Dobersgrund. An- und Umbau eines Einfamilienhauses und Neubau einer Doppelgarage, Seelacher Berg.


Treppenaufgang am Marienplatz

Hans Simon fragte nach dem Stand des Treppenaufgangs vom Marienplatz zum Melchior-Otto-Platz. "Die Sache läuft, wir warten täglich auf den Förderbescheid der Regierung von Oberfranken", antwortete das Stadtoberhaupt. "Wir werden den Treppenaufgang in der Zeit nach dem Freischießen bis zum Weihnachtsmarktbeginn erneuern." Gleiches galt auch für die Anfrage von Peter Witton für den "Schwarzen Steg". Auch dieser soll dieses Jahr fertiggestellt werden. Für Wolfgang Hümmer ist das Parken auf dem Rathausvorplatz ein großes Ärgernis: "Die Pflastersteine dort gehen kaputt und bilden jetzt schon einen Stolperweg für Fußgänger." Es sei damals ein Pflaster verlegt worden, das nicht befahrbar sei. Doch nun fahren jeden Tag mehr Autos darüber und parken dort gebührenfrei, trotz Parkverbots. Die Stadt müsse etwas unternehmen.
Karl H. Fick lobte die Gestaltung der Grünanlagen rund um das Parkhaus, allerdings sei die Grüngestaltung um den Konrad-Popp- Platz in einem unwürdigen Zustand.