"Der Erfolg gibt uns recht", lautete das Fazit von Förster Peter Schwarzmeier beim "Tag der offenen Tür" im Jugendwaldheim. Das Jugendwaldheim Lauenstein besteht seit 20 Jahren.
Der 20. Geburtstag des Jugendwaldheims in Lauenstein war Anlass , ein Fest für Groß und Klein zu feiern, für Besucher aus dem Umland und aus der Ferne. Aus dem ehemaligen Forsthaus in Lauenstein, unterhalb der Burg Lauenstein gelegen, wurde von der Bayerischen Forstverwaltung Ende der 90er Jahre der Bildungsauftrag für den Forst umgesetzt und die Einrichtung zu einem Jugendwaldheim umgebaut. Im Naturpark Frankenwald mit den ausgedehnten Wäldern gibt es ideale Plätze, für die Waldpädagogik ein Klassenzimmer im Grünen umzufunktionieren und den Kindern und Jugendlichen Umweltverständnis, Abhängigkeiten zwischen Natur und Mensch, Teamgeist und vieles mehr in der Natur beizubringen.
Logisch war dann wohl auch, dass das Festprogramm mit einer Andacht im Wald an der Pulswinkelhütte des Forstes stattfand. Dekan Martin Voss zog die Parallelen zur Schöpfungsgeschichte und die Bewahrung von Umwelt und Natur im Sinne des christlichen Glaubens. Im Anschluss war für Bewirtung bestens gesorgt und die Entdeckungsreise in den Wald konnte auf verschiedene Art und Weise beginnen. Ein stetiges Kommen und Gehen von Besuchern war zu verzeichnen, so Försterin Melanie Schwarzmeier, die nach einer Erkundungstour immer wieder neue Gesichter an der Pulswinkelhütte sehen konnte.
Die Kinder nutzten zahlreich die Möglichkeit, sich vor Ort einen Steinzeitspeer zu bauen, der Schaft wurde geschnitzt und mit einer Kerbe versehen, anschließend am Birkenpechmeiler ein Stein eingeklebt und mit Bast umwickelt. Danach konnten die Kinder schwer bewaffnet losziehen. Försterin Melanie Schwarzmeier lud ein zu Märchenführungen durch den Wald und bot Aktionen zum Mitmachen an. Der Schmetterlingspfad, auf dem der Wald mit allen Sinnen erlebt werden kann, wurde begangen. Und am Nachmittag lud Förster Heinrich aus dem benachbarten Thüringen die Gäste an der Pulswinkelhütte ein, das Grüne Band und die Vegetation an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu erkunden.
Am Nachmittag verlagerte sich das Fest ins eigentliche Jugendwald selbst. Dort dokumentierte Förster Peter Schwarzmeier anhand einer Bildschirmpräsentation anschaulich, wie eine Woche für die Schulklassen beim Besuch der Einrichtung aussieht und was alles erlebt werden kann. So mancher Zuhörer im Gruppenraum wünschte sich, noch einmal zur Schule gehen zu dürfen und in der vierten Klasse das Jugendwaldheim in Lauenstein zu besuchen, als man sah, wie die Kinder beim Baumsägen und Wald erleben auf den Bildern strahlten.
Anschließend lud Förster Peter Schwarzmeier zu Hausführungen ein und verwies auf die vorbereitete "Kunstausstellung" im Foyer und im Speisesaal des Hauses. Fotografien aus allen Jahreszeiten von den Kindern im Wald dargestellten Fantasietieren und Motiven konnten die Besucher bewundern und bestaunen, wobei nur Naturmaterialien verwendet wurden und der Ideenreichtum keine Grenzen hatte. Mit dem Stimmzettel bewaffnet konnten die Besucher über das schönste Werk abstimmen. Im abendlichen Kino zeigte das Team vom Jugendwaldheim den Film "Unsere Erde", um den Naturtag für alle Gäste abzurunden.
Die Förster Peter und Melanie Schwarzmeier beantworteten noch lange die Fragen der Gäste rund um ihre Einrichtung.