"Kinderschänder im Landkreis Kronach auf freiem Fuß": Diese Nachricht von Anfang März schlug im Landkreis hohe Wellen. Ärger, Unverständnis und Ängste machten sich in der Bevölkerung breit. Besonders auf unserer Facebook-Seite konnten viele ihr Unverständnis und ihre Wut gegenüber der Justiz nicht zurückhalten und kommentierten dementsprechend heftig.

Nun gibt es Neuigkeiten im Fall Jörg A.: Der Kinderschänder sitzt in Kronach in U-Haft. Grund ist jedoch nicht das im Januar gefällte Urteil wegen Kindesmissbrauch in Cottbus. Er sitzt wegen Verstoßes gegen Weisungen während der Führungsaufsicht, das auf ein Urteil im Jahr 2006 zurückgeht. Die Staatsanwaltschaft Coburg hat diesen Haftbefehl erlassen. "Jörg A. hat die Auflage, immer Kontakt zu seinem Bewährungshelfer zu halten", erklärt Staatsanwalt Christian Pfab. "Das hat er nicht gemacht.
Wir sahen die Gefahr weiterer Straftaten und haben deshalb den Haftbefehl erlassen."


Im Januar verurteilt

Der Vorwurf des Verstoßes gegen die Führungsaufsicht sei von seiner Massivität jedoch nicht allzu groß. Welche Strafe das für den verurteilten Kinderschänder hat, kommt laut Staatsanwalt Christian Pfab auf die verschiedenen Rechtsmittel an. "Es kann von einer Geldstrafe bis zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe variieren", erklärt er. Letztere sei davon jedoch wirklich das Maximale. Ungewiss sei momentan, wie lange Jörg A. in U-Haft sitzt. Eventuell bis in Cottbus eine Entscheidung bezüglich des Haftbefehls aufgrund des Missbrauchsurteils gefällt wird.

Denn bereits im Januar wurde Jörg A. zu einer sechsjährigen Haftstrafe wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt.

Im Frühjahr 2015 hatte der Mann im Spree-Neiße-Kreis zwei Jungen missbraucht. Verhaftet wurde er im Landkreis Kronach. Nach sechs Monaten Untersuchungshaft in Brandenburg musste er jedoch wieder entlassen werden. "Wegen einer Vielzahl anderer Verhandlungstermine konnte der Prozess nicht richtig terminiert werden", erklärt Mandy Liersch, Pressesprecherin des Landgerichtes Cottbus.


Entscheidung steht weiter aus

Einen Antrag auf sofortigen Vollzug des Urteils hatte das Landgericht Cottbus im Januar abgelehnt. Dagegen legte dann die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Brandenburg Beschwerde ein. Mit Erfolg: "Aktuell wird hier über einen Haftbefehl für Jörg A. nachgedacht", erklärt Liersch. Momentan müsse man jedoch noch die Entscheidung abwarten und schauen, wann der Coburger Haftbefehl aufgehoben wird. "Erst dann kann unser Haftbefehl gegen Jörg A. greifen", so die Gerichtssprecherin.