Miteinander mitentscheiden und mitgestalten. Warum so viel "mit?" Weil es nur so geht. Es ist die Säule einer Demokratie und in Kronach soll bald ein neues Jugendparlament die Geschicke der Stadt an der einen oder anderen Ecke beeinflussen. Die fünf Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt haben und am Mittwoch bei einer Veranstaltung im Café Kitsch nominiert wurden, verfolgen die besten Absichten. Sie sind kreativ, motiviert und vor allem fest entschlossen, etwas zu bewegen.

Warum es aber überhaupt ein Jugendparlament geben soll, das erklärte Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU): "Wir wollen denjenigen Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben, die noch nicht wählen dürfen. Die Stadt nimmt eure Wünsche ernst. Und es gibt viele Projekte, die in naher Zukunft Fahrt aufnehmen im Bereich Bildung, Freizeit und Sport." Angela Hofmann betätigte sich auch gleich mal als Impulsgeberin und nannte dabei die Gestaltung des Platzes vor dem neu angelegten Volkshochschulgebäude, des Gartens im Bürgerspital oder die Neugestaltung des LGS-Geländes.

Und einen weiteren Vorteil entdeckte die Bürgermeisterin, als sie über die Arbeit des Jugendparlaments sprach: "Ihr könnt neue Leute kennenlernen, Freundschaften schließen. Es soll ja nicht bitterernst zugehen bei euren Sitzungen, ihr sollt dabei auch Spaß haben." Und sie versprach kurze Wege, denn ein "direkter Zugang" zum Kronacher Stadtrat soll es ermöglichen, dass "Ideen da ankommen, wo sie hinmüssen."

Jörg Schnappauf, zuständig für den Bereich Bildung, Soziales und Ehrenamt bei der Stadt Kronach freute sich, dass man die Bildung des Jugendparlaments auf ein gutes Fundament gestellt habe. Erst mit einer Satzungsänderung seien dafür aber entsprechende Voraussetzungen geschaffen worden. "Man muss sich trauen, um etwas zu bewegen und zu verändern", wandte er sich an die Jugendlichen, die bereit sind, künftig kräftig mitzumischen, wenn es um die Interessen der Kids und Jugendlichen geht. Und er machte eindringlich klar, dass es sich bei der Arbeit im Jugendparlament um ein Ehrenamt handle, für das es keinerlei Gegenleistung gebe.

Die Kandidaten

Zur Wahl gestellt haben sich folgende Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren: Vincent Andrä (16 Jahre) ist Mitglied im Kronacher Jugendorchester. Er geht in das Kaspar-Zeuß-Gymnasium und ist fest entschlossen, aktiv etwas zu bewegen.

Sara Hasenbank (16) aus Vogtendorf ist Mitglied der Turnerschaft und spielt unter anderem Baseball. Ihr Antrieb: "Ich denke, man kann viel positiv verändern."

Mia Aline Hanft ist aus Seelach, 15 Jahre alt und spielt Geige. Sie tanzt auch gerne und liest viel. Sie geht ebenfalls ans Kaspar-Zeuß-Gymnasium und ist Mitglied im ATSV Kronach. Da tanzt sie in der Prinzengarde. "Ich will einfach mitentscheiden."

André Emmert ist 17 Jahre, geht an der FOS in Kulmbach und ist leidenschaftlicher Jugendjäger. Der Kronacher ist Mitglied in der Jungen Union und meint: "Es ist wichtig, Kronach zu beleben. In der Altstadt ist nix mehr los, sie soll interessanter werden."

Die 16-jährige Nora Waglau liest gerne und trifft Freunde. Sie ist ebenfalls aus Kronach und sie will, dass man nicht nur rumsitzt, sondern etwas bewegt und aktiv gestaltet.

Details zur Wahl

Wahlberechtigte Wie die Wahl ablaufen soll, wer überhaupt wählen darf und wann die Wahl stattfindet, das erläuterte Jörg Schnappauf im Detail: "Wählen dürfen alle Jugendlichen, die zum Wahlzeitpunkt zwischen 13 und 18 Jahren alt sind und ihren Hauptwohnsitz seit mindestens drei Monaten in Kronach haben. Gewählt werden dürfen alle, die zwischen 14 und 18 Jahre alt sind und deren Hauptwohnsitz sich seit ebenfalls mindestens drei Monaten in Kronach befindet."

Wahltermin Gewählt wird einen Monat nach der Nominierung, das heißt, am 23. Oktober 2020. Hierzu erhalten die Wahlberechtigten Jugendlichen Mitte Oktober einen Stimmzettel. Darin sind alle zur Wahl stehenden Jugendlichen aufgelistet. Die Wahlberechtigten werfen ihren Stimmzettel in die bereit gestellten Wahlurnen in den jeweiligen Schulen, im Kronacher Jugendzentrum oder im Rathaus. Die Wahlzettel können bis 18 Uhr im Struwwel eingeworfen werden.

Auszählung Die Stimmauszählung erfolgt in der Woche nach der Wahl. Das Wahlergebnis wird den Kandidaten auf direktem Wege mitgeteilt, entweder per Anruf, Brief oder Mail. Danach wird das Ergebnis auch veröffentlicht.

Start Danach erfolgt die konstituierende Sitzung des Parlaments, bei der eine Geschäftsordnung beschlossen wird. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit, bei der ihr von der entsprechenden Fachabteilung unterstützt werdet. Schnappauf: "Wir sind schon jetzt auf eure Ideen gespannt. Die Amtszeit im Jugendparlament dauert zwei Jahre, danach ziehen wir ein Fazit."