Am Samstag, 19. Oktober, findet in der Kronacher Berufsschule die siebte Ausbildungsmesse statt. Dabei werden über 80 Berufe vorgestellt. Einer davon ist der des Rettungsassistenten. Julia Stumpf hat diesen Beruf erlernt. Derzeit lässt sich die 22-Jährige zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Frankenwaldklinik ausbilden.

"Ich wollte schon immer einen medizinischen Beruf ergreifen, in dem ich soziale Kontakte, Verantwortung und Abwechslung habe", erzählt sie. In ihrer Anfangszeit sei sie als "Dritte" im Rettungsfahrzeug mit gefahren. Sie habe somit bei Einsätzen ihre Kollegen beobachten können, wie sie in Notfallsituationen reagieren. Außerdem habe sie ihr Wissen, hauptsächlich in den Fächern Biologie und Chemie, das sie in der Schule erworben hat, vertiefen können.

"Man weiß nicht, was auf einen zukommt"

Spricht man sie auf ihre Einsätze an, so
meint die Friesenerin: "Als Rettungsassistentin weiß man selten, was während einer Schicht auf einen zukommt." Ihr sei wichtig gewesen, mit ihrem Kenntnissen helfen zu können.
Auf die Frage, ob es bestimmte Situationen gab, die sie stark belastet haben, wird sie nachdenklich. Solange es die Familie nicht betroffen habe, sei sie klargekommen. Sie spricht auch von einer gewissen Routine. Jedoch: "Ganz ohne Emotionen geht es nicht."

In die gleiche Kerbe schlägt Mike Zeiner. Der 49-Jährige arbeitet seit dem Jahr 1990 als Rettungsassistent. Er spricht auch von einer gewissen Gewohnheit. Jedoch wenn ein junger Mensch plötzlich sterbe oder Einsätze mit Kindern, das gehe einem schon nahe.

Check beim Schichtwechsel ist Pflicht

Der Ebersdorfer arbeitet im zwölfstündigen Schichtsystem. Zu seinen Aufgaben zählt auch der Fahrzeugcheck zu Dienstbeginn. Bei jedem Schichtwechsel müssen die Fahrzeugtechnik und die im Auto vorhandenen medizinischen Geräte geprüft werden.

30 Fortbildungsstunden besucht Mike Zeiner pro Jahr. Diese seien zum einen Gesetz, zum anderen auch notwendig. In diesem Zusammenhang spricht er von einer permanenten Entwicklung in der Medizin und bei den technischen Geräten, beispielsweise beim EKG. "Wir müssen ja in der Lage sein, diese Geräte im Notfall bedienen zu können und auch unser theoretisches Wissen den neuesten Erkenntnissen in der Medizin anpassen."

Viele kranke, verletzte und andere hilfsbedürftige Personen hat Mike Zeiner während der vergangenen 20 Jahre ins Krankenhaus gebracht. Während eines Transportes, so wissen beide Rotkreuzler zu berichten, müssen die lebenswichtigen Körperfunktionen beobachtet und aufrecht erhalten werden.

Hohe Belastbarkeit ist nötig

In Notfallsituationen müssen manchmal auch schwierige Entscheidungen getroffen werden. Also muss bei einem Rettungsassistenten eine psychische Belastbarkeit vorhanden sein, um trotz des hohen Zeitdrucks überlegt arbeiten zu können.

Julia Stumpf absolviert zwar derzeit eine Ausbildung, dennoch ist sie - in ihrer Freizeit - ehrenamtlich in ihrem erlernten Beruf als Rettungsassistentin im Einsatz. "Schon wegen der Kollegen hier, aber auch um up to date zu bleiben." Sie ist überzeugt, dass ihr das erlernte Wissen in der Ausbildung zugute kommt. Und der stellvertretende Leiter des Rettungsdienstes, An dreas Kristek, ergänzt: "Julia Stumpf hat eine gute Basis. Mit dieser und mit ihrer jetzigen Ausbildung ist sie vielseitig im medizinischen Bereich einsetzbar und kann später einmal beispielsweise in der Notaufnahme deren Kompetenz in der Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst stärken."