Zwei Kandidaten werden sich bei den vorgezogenen Bürgermeisterwahlen im Markt Tettau am 3. November um den Chefsessel im Rathaus bewerben. Neben Lydia Müller (SPD) will sich Peter Ebertsch zur Wahl stellen. Er wurde am Mittwochabend mit 51 Stimmen zum Bürgermeisterkandidaten gewählt. Ebertsch tritt für das "Bündnis für Tettau" an. Insgesamt 52 Personen waren stimmberechtigt. Es gab eine Enthaltung.

"Ich bin überwältigt" freute sich der 52-Jährige nach seiner Kür. Für ihn sei das Ergebnis Ansporn, um den Einzug ins Rathaus zu kämpfen. Falls er sein Ziel erreichen sollte, werde er sich für die Themen Wirtschaft, Tourismus, Verkehrsanbindung, möglichst optimale Rahmenbedingungen für die Betriebe, etc. einsetzen. Tettau habe vieles zu bieten: Über 2000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und Leuchtturmprojekte wie das Europäische Glasmuseum oder Tropenhaus.
Es gelte hier anzuknüpfen und die Gemeinde weiter nach vorne zu bringen. Und: Ein wichtiges Anliegen sei für ihn die für den Tettauer Winkel wichtige Verkehrsverbindung Schauberg-Jagdshof-Judenbach. Diese Straße müsse unbedingt in Angriff genommen werden.

Letzte Hürde

Ins Detail will der stellvertretende Leiter der Vermögensabteilung der Sparkasse Kulmbach-Kronach sowie Dozent und Prüfer an der Sparkassenakademie in Landshut erst nach den Bundes- und Landtagswahlen gehen. Außerdem muss noch eine letzte Hürde bewältigt werden: Es müssen sich mindestens 60 Tettauer Bürger auf einer Unterschriftenliste eintragen, die vom 28. August bis 12. September im Rathaus ausliegen wird. Erst dann gibt es endgültig grünes Licht für seine Kandidatur.

Peter Ebertsch legt Wert darauf, dass es für ihn nicht um eine Partei gehe. "Ich will ein Kandidat sein, der von den Tettauer Wählern getragen wird." Er sei zwar CSU-Mitglied, weil er sich auf Bundes- und Landtagsebene mehr mit deren Inhalte identifizieren könne, aber bei der Kommunalwahl komme es nicht auf "Partei-, sondern auf die Gemeindepolitik" an.

Die Versammlung leitete Notar Thomas Reich. Er sprach davon, dass der SPD-Ortsverband eine Kandidatin (Lydia Müller) für die Wahl auserkoren habe. Falls keine Alternative kommen würde, könne der SPD auch kein Vorwurf gemacht werden. Wer nichts tue, der dürfe sich nach der Wahl nicht beschweren, wenn er mit dem Handeln der dann sicher gewählten Bürgermeisterin nicht einverstanden sei. "Gelebte Demokratie verlangt nach Alternativen", betonte Reich. Er wies darauf hin, dass es schwierig sein werde, in der SPD-Hochburg Bayerns einen Kandidaten ohne Parteibuch durchzubringen. Er stellte auch klar, dass die SPD die absolute Mehrheit im Gemeinderat haben wird - egal, wer Bürgermeister sein wird.

Reich sprach von einer Chance. Mit Peter Ebertsch stehe ein Kandidat parat, der auch für SPD-Anhänger wählbar sei. Und in der Tat: Unter den Anwesenden waren auch SPD-Mitglieder. Das Stimmergebnis zeigte, dass auch diese für Peter Ebertsch votierten.

Gerhard Löffler (FW) freute sich, dass in Tettau nun ein Mitbewerber gefunden wurde. "Das zeichne eine Demokratie aus". Und Falk Wick (CSU) bezeichnete es als eine gute Sache, dass sich CSU und Freie Wähler darauf verständigt haben, keinen eigenen Kandidaten zu benennen, sondern einen, der von den Tettauer Wählern selbst bestimmt wird.

Gemeinderat Michael Müller, forderte die Tettauer angesichts der Alternative zur SPD-Kandidatin zum Nachdenken auf, ob in der Vergangenheit das Optimale aus der Gemeinde herausgeholt wurde.

Wie von der Pressesprecherin der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Kerstin Emrich, zu erfahren war, unterstütze das Geldinstitut Mitarbeiter, die sich in ihrer Heimat ehrenamtlich und auf kommunalpolitischer Ebene engagieren. Aber erst einmal müsse abgewartet werden, ob der Tag "x" für ihn kommen wird.