Es beginnt die Ferienzeit. Für viele der heimischen Politiker steht nun auch der Urlaub an. Doch in Zeiten von pandemiebedingten Reisewarnungen und Grenzschließungen ist auch die Auswahl potenzieller Reiseziele begrenzt. Zum Glück lässt es sich auch in der Heimat gut erholen, wie manche Rathauschefs befinden.

Eigentlich habe er in den Sommerferien mit seiner Familie an die Nordsee fahren wollen. Im Herbst war zudem noch ein Ausflug zum Bergwandern angedacht, so Klaus Löffler. Wegen der Coronapandemie habe er beides storniert. Er könne niemanden vorschreiben, so der Landrat, wie er seinen Urlaub verbringen soll. Er selbst sehe sich aber in einer gewissen Vorbildfunktion. Und dieser möchte er auch nachkommen, in der festen Überzeugung, dass es die richtige Entscheidung ist.

Er mache keinen Urlaub, so der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner. Es stünden zu viele Aufgaben, wie beispielsweise beim Lucas-Cranach-Campus an, die bewältigt werden müssen.

Vor kurzem seien sie und ihr Lebensgefährte für einige Tage in Travemünde und Lübeck gewesen, erzählt die Bürgermeisterin der Kreisstadt, Angela Hofmann. In diesem Jahr sei kein längerer Urlaub geplant. Sie wolle nicht das Risiko eingehen, irgendwo im Ausland 14 Tage lang festzusitzen. Außerdem sei Kronach und der Frankenwald auch eine reizvolle Urlaubsregion mit einer wunderschönen Natur. Diese wollen sie mit dem E-Bike entdecken.

"Corona hat mein Reiseziel durcheinandergebracht", so der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan. Eigentlich sei die Ukraine geplant gewesen. Dort habe er zusammen mit seinen Sohn das Soldatengrab seines Onkels besuchen wollen. Corona habe nun alles über den Haufen geworfen. Jetzt wird es wohl Richtung Österreich gehen.

Er wollte eigentlich die Uckermark mit dem Fahrrad erkunden, so Nordhalbens Bürgermeister, Michael Pöhnlein. Wegen Corona werde er zuhause bleiben und mit dem Fahrrad die Region rund um Nordhalben erkunden.

Am 1. August fange sein neuer Geschäftsleiter an, so der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn. Der müsse eingearbeitet werden. Deshalb werde er nur wenige Tage in Oberbayern verbringen und dort das Wasser sowie die Aussicht auf die Berge genießen.

Er werde seine vier Monate alte Enkelin in der Nähe des Chiemsees besuchen, teilte der Marktrodacher Bürgermeister Norbert Gräbner mit. Wegen Corona und aus Vorsichtsgründen habe er sie bisher kaum sehen können. Jetzt freue er sich umso mehr auf ein Wiedersehen.

Er wisse nicht, ob und wann er Urlaub mache, so der Teuschnitzer Bürgermeister Frank Jakob. Fest stehe allerdings, dass es in diesem Jahr keine Reise geben wird. Zum einen wegen Corona und zum anderen habe er zuhause eine kleinere Baustelle. Und da sei er gefordert.

Er werde mit einer Familie ein paar Tage in einem kleinen Hotel in den Allgäuer Alpen verbringen, so der Pressiger Rathaus, Stefan Heinlein. Auch ohne Corona ziehe er die Ruhe, statt Trubel und viele Menschen, im Urlaub vor. So sehr er seinen Bürgermeisterjob mag, so sehr freue er sich nun auf eine kleine Auszeit mit seiner Familie. Zudem sei auch geplant, ein paar Tage mit Freunden die Berge zu erkunden.

Noch vor der Coronapandemie habe er für August ein paar Tage Ferien an der Ostsee gebucht, so der Steinbacher Bürgermeister, Thomas Löffler. Die Ostsee deshalb wegen dem Wasser und den weitläufigen Stränden. Das seien ideale Orte, wenn man kleine Kinder hat, so der zweifache Familienvater. Er hoffe nun nicht nur auf schönes Wetter, sondern auch darauf, dass die Strände nicht überfüllt und die Hygienekonzepte eingehalten werden.

Abseits vom Großtourismus

"Ich bleibe im August zu Hause", so Gerhard Wunder aus Steinwiesen. In Deutschland seien die beliebtesten Reiseziele wohl ausgebucht. Wenn alles klappt, werde er im Herbst einige Tage eine Auszeit nehmen und zum Bergwandern gehen.

Er habe schon vor Corona seine Ferien immer im Frühjahr und Herbst, nach der Kirchweih in Neukenroth, verbracht, so der Stockheimer Rathauschef Rainer Detsch. Die letzten Jahre sei er oft in Kroatien gewesen, abseits von den großen Tourismusgebieten. Denn: "Ich pflege den Müßiggang!" In Kroatien fasziniere ihn das Land, das Wasser, das Meer, die kleinen Städte und Fischerdörfer, die Freundlichkeit der Menschen. "Das alles ist für mich faszinierend!" Ob er 2020 im Herbst verreist, sei noch offen.

Ruhe statt überfüllte Strände

Für ihn habe Corona keinerlei Auswirkungen, so der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch. Er wird wieder an seinen Lieblingsort, nämlich in den Spreewald, für einige Tage reisen. Dort ist es ruhig, es gibt keine überfüllten Strände und Menschenansammlungen - für ihn genau das richtige, um vom Alltag abschalten zu können. Auch vor Corona habe er es immer vorgezogen in Deutschland Urlaub machen, so Ebertsch. Denn: "Wir haben alles, Berge, Meer und eine wunderschöne Mittelgebirgslandschaft!"

Auch für Oliver Plewa hat Corona keinen Einfluss auf seine Urlaubspläne. Zuerst sei Wahlkampf gewesen, so der Mitwitzer Rathauschef.

Nach der Wahl habe er sich in sein neues Amt erst einarbeiten müssen. An Urlaub habe er nicht gedacht. Zusammen mit seiner Freundin will er nun die Region detaillierter erkunden und eventuell geht es ein paar Tage in die Berge. Aber: "Konkrete Planungen gibt es nicht!".

Auch sein Weißenbrunner Kollege Jörg Neubauer, der ebenfalls neu ins Amt gewählt wurde, bleibt in diesem Jahr zuhause. Oftmals sei er in Italien gewesen, in diesem Jahr steht nichts auf dem Programm. Auch eine Reise innerhalb Deutschlands sei für ihn aus Vorsichtsgründen keine Option.

"Es wird wohl kaum jemanden interessieren, wo und wie ich meinen Urlaub verbringe", vermutet dagegen der Ludwigsstädter Rathauschef Timo Ehrhardt. Deshalb werde er sich dazu auch nicht äußern. Nur soviel: "Ich freue sich auf ein paar schöne Tage mit meiner Familie!"