Der Platz in der Eingangshalle der RS II reichte nicht aus. Rund 350 Schüler und Eltern waren gekommen, um zwei junge Menschen zu hören, die der Region treu geblieben sind und mittlerweile Karriere gemacht haben. Deutlich wurde an den Ausführungen von Gabriele Riedel, dass es bei dem Projekt darum geht, den Ausbildungsplatz Suchenden die Perspektiven im Landkreis Kronach aufzuzeigen. Es soll die Vielzahl der vorhandenen Unternehmen, Institutionen und Handwerksbetriebe aufgezeigt werden. Kurzum: Es soll deutlich gemacht werden, dass es sich lohnt, in der Region zu bleiben. Nicht zuletzt soll "Hier geht was" dazu beitragen, dem demografischen Wandel zumindest ein klein wenig entgegenzuwirken.

Junge Leute statt Erwachsene

Die Initiatoren sind überzeugt, dass, wenn junge Leute über ihren Werdegang berichten, dies besser bei den Schülern ankommt, als wenn Erwachsene über ihren berufliche Laufbahn sprechen. Deutlich wurde an den Vorträgen der beiden Redner, der Personalreferentin von Wiegand-Glas, Christine Söllner, und des Bildungsreferenten des Erzbischöflichen Jugendamtes Bamberg (BDKJ), Andy Fischer, dass man auch mit dem qualifizierenden beziehungsweise mittleren Bildungsabschluss ein Studium absolvieren und sich eine gehobene Position erkämpfen kann.

So berichtete Christina Söllner von ihrer Schulzeit an der RS I, dem anschließenden Besuch der Fachoberschule und von ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau bei Wiegand-Glas. Schon in der Schule hat sich herauskristallisiert, dass ihr der kaufmännische Bereich Freude bereitet. In der Lehre entdeckte sie ihr Interesse für das Personalwesen. Nicht zuletzt deshalb hat sie sich dazu entschlossen, ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Personal- und Organisationsmanagement in Angriff zu nehmen.

Ferienjob in der Firma

Als eine tolle Sache empfindet sie, dass sie während der Semesterferien immer als Ferienjobber bei Wiegand-Glas willkommen war. Erst vor wenigen Monaten hat die 25-Jährige ihr Studium beendet. Sie wurde gleich als Personalreferentin eingestellt.

Andy Fischer erzählte von seiner schulischen Laufbahn an der RS II. Während er im ersten Jahr mit seinen Leistungen auf der Kippe stand, konnte er nach dem zweiten Schuljahr respektable Noten vorweisen. Problemlos konnte er nach der mittleren Reife an die FOS wechseln.

Von der Elektrotechnik zur Sozialpädagogik

Nach dem Fachabitur habe er drei Semester Elektrotechnik studiert, erzählte er. Dann sei ihm aber, nicht zuletzt auf Grund seines Engagements für den Jugendtreff "Struwwelpeter" klar geworden, dass ihm mehr die Sozialarbeit mit Jugendlichen Freude mache. Also nahm er ein Studium der Sozialpädagogik in Angriff.

Andy Fischer riet den Schülern, sich ehrenamtlich zu engagieren. "Das öffnet so manche Türe." Sowohl er als auch Christine Söllner ermutigten die Jugendlichen, sich frühzeitig Ziele zu setzen, konzentriert darauf hinzuarbeiten und sich von schlechten Noten nicht beeindrucken zu lassen. Die Zeugnisse seien nicht alles, es zählten auch Sozialkompetenzen wie Fleiß, Pünktlichkeit, Teamgeist etc. Christina Söllner betonte: "Hauptsache er oder sie passt zu uns!"

Weitere Referenten gesucht

Gabriele Riedel und Daniela Wölfel wollen in den nächsten Wochen in weiteren Schulen solche Veranstaltungen für das Projekt "Hier geht was!" durchführen. Gesucht werden junge Referenten, die bereit sind, über ihren Werdegang zu berichten. Wer Interesse hat, kann sich im Landratsamt bei Gabriele Riedel unter Telefon 09261/678-422, melden. Zudem wurde eine Homepage eingerichtet mit dem Ziel, Eltern und Jugendlichen einen Überblick über die vorhandenen Unternehmen und Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis zu geben.

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