Die Sanierungsarbeiten im Innenbereich des katholischen Kindergartens in Gundelsdorf sind weitgehend fertiggestellt. Bis auf einige Restarbeiten im Treppenhaus und im Außenbereich erstrahlt das schmucke städtische Gebäude innen wie außen in neuem Glanz.

Bei einer Erstbegehung nach dem Wiedereinzug der Kinder freuten sich nicht nur die Kinder über die neuen schönen Räumlichkeiten: Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein von der Stadt Kronach als Gebäudebesitzer und Pater Waldemar Brysch, Pfarradministrator des Kindergartenträgers, der katholischen Kirchenstiftung der Pfarrei Mariä Geburt Glosberg, waren voll des Lobes für bauausführende Firmen und das Kronacher Bauplanungsbüro 3 D Detsch.

Auflagen der Denkmalpflege

Diplom-Ingenieurin (FH) Dorothea Dietrich vom Planungsbüro und Bautechniker Georg Kreul von der Stadt Kronach informierten über die Baumaßnahmen. Quasi vom Dach bis ins Untergeschoss wurde das Gebäude saniert und modernisiert.

Das um das Jahr 1905 als Fabrikantenvilla erbaute städtische Gebäude steht unter Denkmalschutz und musste daher unter besonderer Beachtung der Denkmalpflege renoviert werden. Vor circa fünf Jahren war die Fassade mit einem Neuanstrich versehen worden. Die Holzfenster stammten weitgehend noch aus der Bauzeit und wurden nach Vorgaben des Landesamtes für Denkmalpflege erhalten und ertüchtigt. Ganz neu wurden eine Pelletsheizung installiert und eine Videoüberwachung an der Eingangstür angebracht, die vor allem für das Personal eine Erleichterung bedeute, informierte Kindergartenleiterin Birgit Eisentraudt.

Rückblick: Im Juli 2015 hatte der Stadtrat Kronach die Generalsanierung beschlossen. Die katholische Kirchenstiftung Mariä Geburt Glosberg fasste im Juli 2016 den Beschluss, dass in der Kindertagesstätte Gundelsdorf keine weitere Krippengruppe eingerichtet werden soll, sondern weiterhin eine Regelgruppe mit 25 Kindern und eine Krippengruppe (maximal zwölf Kinder) bestehen bleiben sollen. Die Regierung von Oberfranken sicherte eine Förderung im Rahmen des Finanzausgleichs zu. Während der rund einjährigen Bauphase wurden die Kinder im Pfarrheim Glosberg betreut. Trotz aufwendiger Arbeiten konnte man mit nur geringer Verzögerung jetzt wieder in freundliche, schöne Räume einziehen.

Von 15 Firmen und Handwerksbetrieben wurden die Gewerke ausgeführt, unter anderem die Dämmung der obersten Geschossdecken und der Kellerdecke, Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Bereich der Gruppen- und Gemeinschaftsräume, die Ertüchtigung der denkmalgeschützten Fensterelemente beziehungsweise der Austausch nicht historischer Fensterelemente, thermische Trocknungsmaßnahmen im Kellergeschoss, die komplette Erneuerung der haustechnischen Gewerke mit den sanitären Anlagen, die Erneuerung der Bodenbeläge, Malerarbeiten im Innenbereich, die Erneuerung der Deckenbekleidungen, die Erneuerung bzw. Ergänzungen der Ausstattung im Bereich Küche, Essen, Wickeltische und Ertüchtigungen im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes.

850 000 Euro an Zuschüssen

Die Gesamtkosten belaufen sich hierfür nach Angaben des Kämmerers Wolfgang Günther auf circa 1,4 Millionen Euro. Dazu seien rund 840 000 Euro als Zuschuss aus dem Finanzausgleich und etwa 10 000 Euro an Förderung von der Bayerischen Landesstiftung zu erwarten.

Laut Dorothea Dietrich waren, entgegen der ursprünglichen Planung, der komplette Neuaufbau des Innenputzes sowie der Rückbau und Neuaufbau des Trockenestrichs erforderlich, was zur Erhöhung der Gesamtkosten um circa 15 Prozent führe.

Stadtverwaltung und Kirchenverwaltung zeigten sich bei der Begehung sehr zufrieden. Trotz der umfangreichen Gewerke sei man im Zeitplan geblieben, was in heutiger Zeit überhaupt nicht mehr selbstverständlich sei, meinte Bürgermeister Beiergrößlein. Man sei den bauausführenden Firmen gegenüber sehr dankbar, dass sie Wort gehalten haben. Ein Dank des Rathauschefs ging auch an die Eltern, die Verständnis für die Interimslösung mit der Betreuung der Kinder während der Bauphase im Pfarrheim Glosberg hatten. Eine offizielle Einweihungsfeier werde man noch ins Auge fassen.