40 Stunden nach dem Ausbruch des verheerenden Brandes bei der Firma Reinhardt in Gundelsdorf stehen die Zeichen auf Neuanfang. Die beiden Geschäftsführer, die Brüder Oliver und Tobias Reinhardt sowie ihre Mutter Heidi Reinhardt und Seniorchef Günter Reinhardt wollen das Unternehmen zur Herstellung von Präzisionsdrehteilen auf jeden Fall weiterführen und planen sogar weitere Investitionen.

Ob die Metallverarbeitung am Standort Gundelsdorf, wo die Büroräume sind, oder an einer neuen Betriebsstätte entstehen soll, konnten die Geschäftsführer Oliver und Tobias Reinhardt noch nicht sagen. Dazu stünden die Gespräche noch am Anfang, informierten sie auf Nachfrage.

Über 20 Beschäftigte verloren durch das Großfeuer - vorerst - ihren Arbeitsplatz. Das Unternehmen will die erfahrenen Fachkräfte auf jeden Fall halten. Denn es handele sich bei den Mitarbeitern um Leute mit langer Berufserfahrung, deren Fachwissen man bei der Bedienung der hochkomplexen Maschinen nicht missen möchte, versicherte Heidi Reinhardt, Assistentin der Geschäftsführung.


Die Kunden sind informiert
"Die vielen Kunden aus der Automobilindustrie, Elektroindustrie, dem Maschinenbau und der Medizintechnik, die Drehteile der Firma Reinhardt beziehen, werden derzeit von der Brandkatastrophe informiert - und darüber, dass unsere Firma ihre Lieferverpflichtungen so bald wie möglich erfüllen möchte", stellte Tobias Reinhardt klar.

Bis zum Neubau einer Produktionshalle will man nicht warten, sondern versuchen, in der Zwischenzeit eine Halle anzumieten. Eine große neue Maschine für die Firma ist bestellt und soll noch im August geliefert werden. Die werde dann an einem eventuellen Zwischenstandort aufgebaut, sagte Oliver Reinhardt. So schnell wie möglich sollen weitere Maschinen bestellt werden, damit die Lieferverpflichtungen so bald wie möglich erfüllt werden können.


Technischer Defekt als Ursache
Am Montag standen zahlreiche Gespräche an: mit Kunden, Mitarbeitern des Gebäudeversicherers und Kripobeamten aus Coburg. Beamte des Fachkommissariats der Coburger Kripo konnten nun feststellen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt Ursache des Großfeuers war. Brandstiftung schlossen sie aus. Gerade weil sich in dem Gebäude hochwertige und teuere Maschinen zur Metallbearbeitung befanden, stieg der Gesamtschaden auf nun mehrere Millionen Euro.



Heidi Reinhardt bestätigte, dass am Samstag in der Werkhalle gearbeitet wurde. Als der Brand an einer Maschine ausbrach, war jedoch niemand in der Halle. Die hohe schwarze Rauchsäule über dem brennenden Gebäude erklärte sie damit, dass das gesamte Öllager der Firma ebenfalls mit in Flammen aufgegangen sei. Dabei handle es sich um etliche Fässer Kühl- und Schmieröle.