Der Chorleiter möchte mehr Verzweiflung. Schließlich geht es um die Vergänglichkeit des Menschen. "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen” - Mit diesen Versen aus dem Ersten Petrusbrief, Klänge fast wie bei einem Totenmarsch, leitet Johannes Brahms sein berühmtes "Ein deutsches Requiem” ein.

Es ist gewaltige Musik, die an diesem Abend im evangelischen Gemeindehaus zu hören ist. Der Dekanats-Chor Kronach bereitet sich unter Leitung von Marius Popp auf die Aufführung eines der bedeutendsten und populärsten chorsinfonischen Werke der Musikgeschichte vor. Die vielfältige Erfindungskraft, die ausladende Breite, die Pflege barocker und klassischer Techniken - nur einige Merkmale, die beim Publikum seit jeher eine unmittelbare Wirkung erzielen.
Eine herausragende Bedeutung hat dabei der Chor, der stärker als bei vielen anderen Oratorien dieser Zeit im Mittelpunkt steht.


Kein herkömmliches Requiem

Chorleiter Marius Popp nimmt es sehr genau. Er vermittelt nicht nur die Noten dieser ausdrucksstarken Komposition, sondern insbesondere deren Ausdruck. Es ist kein herkömmliches Requiem und nicht für eine Totenfeier gedacht. Brahms, der selbst die Texte aus der Luther-Bibel wählte, ging es um den Trost für die Hinterbliebenen, um die Gegenüberstellung von Vergänglichkeit und Ewigkeitshoffnung. Die Ergebnisse sind ein sehr überzeugender, den Menschen tröstender Text und eine wunderbare, bis heute aktuelle Musik, die in der Lage ist, den Zuhörer in seinem Innersten zu berühren. Das Werk wird in der kammermusikalischen Fassung von Joachim Linckelmann aufgeführt.

Von Claude Debussy, dem französischen Komponisten des Impressionismus, werden zwei Tänze für Harfe und Streicher erklingen. Gerade die Harfe ist ein ideales Instrument, um die zarten Klänge dieser besonders farbigen Zeitepoche zu Gehör zu bringen. Als Solisten konnten Janina Frankenberger (Harfe), Andrea Wurzer (Sopran) und Hans-H. Wangemann (Bass) gewonnen werden, die dem Publikum bereits bekannt sind.

Neben dem Dekanats-Chor Kronach singen das Vokalensemble des Gymnasiums Alexandrinum Coburg (Einstudierung: Oberstudienrat Martin Kleiner) und der Konzertchor Coburg Sängerkranz. Es spielen Mitglieder der Vogtland Philharmonie. Die Gesamtleitung hat Marius Popp.

"Ein deutsches Requiem" wird am 25. November, 16 Uhr, in der Stadtpfarrkirche aufgeführt. Der Kartenvorverkauf findet bei allen Pfarrämtern im evangelischen Dekanat Kronach-Ludwigsstadt zu den üblichen Bürozeiten statt. Restkarten gibt es an der Konzertkasse.