Zum einen will der Vorstand des Sportvereins mit der Zusammenkunft einem Antrag von 17 Mitgliedern folgen (wir berichteten), zum anderen soll nach der Kündigung des Pachtvertrags durch den Marktgemeinderat auch das weitere Vorgehen besprochen werden.

17 Mitglieder des DJK/SV hatten vor drei Wochen den Antrag auf eine außerordentliche Sitzung gestellt. Mittlerweile gehören etwa die Hälfte der Unterzeichner nicht mehr dem Verein an. Erich Schmidt sammelte die Unterschriften für den Antrag. Zwölf Jahre lang stand das Gründungsmitglied an der Spitze des Vereins. Er sei zwar nie aktiver Fußballer gewesen, aber der Verein liege ihm am Herzen, unterstreicht er. "Es ist nicht schön, wenn man sieht, wie alles den Bach hinunter geht!", fügt er an.



Interessengemeinschaft mit Latein am Ende

Resignation ist aus der Stimme von Roland Pompe von der Interessengemeinschaft "Ortsumgehung Zeyern" zu hören: "Wir haben alles versucht und an die Vernunft des Vereins appelliert!" Es sei das Bestreben gewesen, sowohl weiterhin einen aktiven Sportverein als auch eine Ortsumgehung zu haben. Letztendlich, so räumt er ein, könne aber die Interessengemeinschaft nichts mehr bewegen. "Wir haben weder Einfluss auf das Straßenbauamt und die Gemeinde noch auf die Gerichte." Schmidt und Pompe hoffen, dass die Entscheidung des Gemeinderates "wasserdicht" ist.

Den Antrag auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung begründeten die beiden Männer mit der aktuellen Situation, mit finanziellen Ungereimtheiten.

Die eigentliche Jahresversammlung mit Neuwahlen, so Stefan Krell, Vorsitzender des DJK/SV Zeyern, solle Mitte März stattfinden. Er wies im Hinblick auf die außerordentliche Zusammenkunft darauf hin, dass man zur Datierung diesen Zeitrahmen benötige, zumal auch der Rechtsanwalt des Vereins mit dabei sein wolle.


Druck auf die Gemeinde

Es wird darauf hinauslaufen, dass die Gemeinde aufgefordert wird, ihre fristlose Kündigung zurückzunehmen, lautet Krells Prognose. Sollte die Kommune dem nicht nachkommen, wird wohl das Amtsgericht eine Entscheidung treffen müssen. Krell sieht gute Chancen, vor Gericht Recht zu bekommen.

Es gehe nicht um ihn oder einige Mitglieder, betont Krell, sondern es gehe darum, Vermögenswerte des Sportvereins zu schützen, wozu er auch in seiner Funktion als Vorsitzender satzungsmäßig verpflichtet sei. Immerhin seien in jüngster Vergangenheit 250 000 Euro, darunter teilweise auch öffentliche Gelder, in der Sportanlage "verbaut" worden.

Kritik äußert er an Bürgermeister Norbert Gräbner (SPD). Es sei immer gesagt worden, der DJK/SV könne trotz Umgehung seinen Spielbetrieb auf seinem eigenen Platz aufrecht erhalten. Dabei sei nicht einmal die Zufahrt zu dem angebotenen Alternativgrundstück geregelt. Mittlerweile habe er den Eindruck, dass die Ortsumgehung Zeyern sich zum Politikum entwickle. Bezüglich der Mitglieder bestätigte Krell Kündigungen, aber diese könnten durch Neueintritte kompensiert werden.


Eine Frage der Satzung

Schmidt und Pompe fragen sich derweil, ob es denn rechtens sei, eine außerordentliche Versammlung erst zehn Wochen nach Abgabe des Antrages einzuberufen. "Wo kein Kläger, da kein Richter", so der Kreisvorsitzende des BLSV, Karl H. Fick, auf Anfrage. In der Regel werde in der Satzung festgelegt, dass mindesten zehn Prozent der Mitglieder sich für eine außerordentliche Versammlung aussprechen müssten. Ob der Verein dem Antrag folge, liege zunächst im Ermessen des Vorstandes. Sicherlich könne auch dagegen geklagt werden, aber dadurch würde noch mehr Zeit vergehen. Auf die Frage, ob denn eine außerordentliche Versammlung "geschlossen" stattfinden könne, vertrat Fick, die Auffassung, dass dies ebenso im Ermessen des Vorstandes liege.