Es ist ein prachtvolles, ein unerschöpfliches Augenerlebnis voller Gefühlsüberschwang, das sich den Gästen an diesem Dienstagabend auftut. Staunend stehen sie vor Planskizzen, die das Innere einer Kuppelkirche zeigen. Sie ist über und über geschmückt mit herrlichen Blumenornamenten sowie beeindruckenden Malereien, Gemälden und Bildnissen aus der Bibel. Das Auge kann die vielen feinen Details gar nicht alle erfassen.

Die Zeichnungen wirken völlig real, fast dreidimensional. Dabei wurden sie weder mit einer aufwändigen Software hergestellt, noch am Computer bearbeitet. Sie stammen nämlich aus dem Jahr 1908 und wurden freihändig gezeichnet.

Geschaffen wurden sie vom Kirchen-Architekten Fritz Fuchsenberger, der zu jener Zeit mit der Planung einer neuen Friesener Kirche beauftragt worden war. Dass diese Pläne niemals realisiert worden sind, sondern sang- und klanglos verschwanden, liegt an den immensen Kosten. Mit 114.000 Mark waren diese veranschlagt - eine Summe, für die die Friesener, die pro Jahr zwischen 4000 und 5000 Mark hätten auftreiben können, wohl an die 30 Jahre hätten sparen müssen.

Diese und weitere Planungen Fuchsenbergers aus dem Jahre 1914, auf die man bei der Restaurierung des Pfarrarchivs gestoßen war, sind noch bis 20. Oktober in der Flößer-Stub'n Friesen zu sehen. Die Ausstellung verbindet die Ortsgeschichte mit den Planungen und Geschehnissen rund um die Friesener Gotteshäuser. Hauptverantwortlich dafür zeichnet der Initiator Georg Schneider, unterstützt von Kirchenpfleger Heinz Schmidt und Museumsleiter Alfons Geiger. Veranstalter sind die katholische Erwachsenenbildung Kronach und die katholische Kirchenstiftung Friesen.

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 9 bis 16 Uhr, werktags nach Anmeldung unter 09261/61370.