Die Helios-Frankenwaldklinik in Kronach wird auf Minimalbetrieb heruntergefahren. Das hat das Gesundheitsamt überraschend am Dienstag beschlossen und damit aus der brisanten Corona-Lage im Landkreis Kronach weitere Konsequenzen gezogen.

Am Mittwoch hat das Landratsamt nun Gründe für den Aufnahmestopp genannt, bei dem bis 7. Dezember nur noch Notfälle, Covid-Infizierte und Entbindungen neu aufgenommen werden. Nachdem die Ergebnisse des Reihentests in der Klinik vorlagen und dabei weitere Mitarbeiter positiv getestet wurden, gelte nahezu das gesamte Personal als Kontaktperson ersten Grades, teilt die Presseabteilung mit: "Um den Klinikbetrieb aufrecht zu erhalten, dürfen sie zwar mit Ausnahmegenehmigung arbeiten, müssen sich jedoch außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit in häusliche Quarantäne begeben. Da-mit soll die Gefahr reduziert werden, neue Infektionsketten vor allem auch im privaten Umfeld auszulösen."

Die Klinik setze in dieser Zeit verstärkt auf Tests des Personals und der Patienten, erklärt das Landratsamt in der Pressemitteilung. "Nachdem sich das Infektionsgeschehen im Landkreis weiterhin recht diffus darstellt, erscheinen punktuell zu ergreifende Maßnahmen, wie sie bereits bei diversen Reihentestungen von Schul-klassen oder in Pflegeeinrichtungen erfolgreich durchgeführt wurden, als zielführend."

Aus Sicherheitsgründen werden nun Konsequenzen gezogen, um eine weitere diffuse Ausbreitung des Virus' einzudämmen. Außerdem teilt die Behörde mit, dass wegen des hohen Inzidenzwertes (247,22; Stand Mittwoch) weitere Schritte geplant sind.

Dabei soll das bisher aus 30 Personen bestehende Team des Gesundheitsamts von Kräften aus anderen staatlichen Einrichtungen verstärkt werden. Auch den Einsatz von Soldaten zur Unterstützung bei der Kontaktnachverfolgung schließt der stellvertretende Landrat Gerhard Wunder (CSU) nicht aus.

"Bereits am Mittwoch haben vier Kräfte ihre Arbeit aufgenommen. Sie werden uns eine wichtige Hilfe im Kampf gegen die Corona-Pandemie in unserem Landkreis sein. Sollten wir feststellen, dass weiterer personeller Bedarf erforderlich ist, werden wir über weitere Schritte nachdenken. Dabei könnte auch die Anforderung von Bundeswehrkräften eine Rolle spielen", erklärt Gerhard Wunder.

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