Andreas Rebhan steht vor einer großen Bilderwand. Die Aufnahmen zeigen Schüler bei der Zahnpflege, beim Händewaschen und beim Hygiene-Unterricht - alles Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind. In Malekhu in Nepal ist dies alles andere als selbstverständlich, im Gegenteil. Durch die "Kulmbacher Nepalhilfe" wurde dies jedoch auch in Nepal, einem der ärmsten Länder der Welt, möglich. Zudem wurde die Bildung in diesem Land gezielt gefördert.

Seit 2007 ist Andreas Rebhan, Mitarbeiter in der Sparkasse in Kulmbach, Mitglied des engagierten Vereins. "Ich bin 2007 auf eine vom Verein initiierte Nepalreise aufmerksam geworden. Ich wollte mitfliegen und bin seitdem Vereinsmitglied", erinnert er sich. Nachdem er von seiner ersten Reise zurückgekehrt war, habe er etwas Zeit gebraucht, um die Eindrücke zu verarbeiten und in den Alltag zurückzufinden.


Auf eigene Kosten nach Nepal

Dann schlug erneut das Reisefieber zu und er flog noch einmal nach Nepal. "Angesichts der unglaublichen Vielfalt des Landes blieb mir fast die Luft weg. Mich faszinierte insbesondere auch die Zufriedenheit der Menschen, obwohl sie in größter Armut leben. Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat", erklärt Rebhan. Fast 40 Prozent der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze und der monatliche Durchschnittslohn liege bei 18 Euro, schildert Rebhan weiter. Seit 2010 ist er zudem Schriftführer des Vereins.
Rebhan lobt das große Engagement der Vorstandsmitglieder, die Jahr für Jahr auf eigene Kosten nach Nepal fliegen. "Sie verteilen dort beispielsweise Decken für die 250 Bewohner des einzigen staatlichen Altenheims in ganz Nepal - bei 30 Millionen Einwohnern", sagt Rebhan.

Bei der "Kulmbacher Nepalhilfe" komme jeder gespendete Euro den Bedürftigen zugute. Die Ausstellung verbunden mit dem Vortrag erfolge auf Initiative von Klaus-Jürgen Scherr, der den Verein auch in Kronach bekannter machen möchte.

Multimedial stellte Rebhan allen Interessierten seine Reise.Rebhan hatte zunächst 2007 die grünen Hügel des Helambu, eine von Terassenfeldern geprägte Region, besucht. 2008 machte er sich für drei Wochen auf in die Bergwelt des Himalayas. Den Abschluss beider Reisen bildete ein Aufenthalt in der Hauptstadt Kathmandu.
Im Sparkassen-Pavillon zeigte er den zahlreichen Gästen unter dem Motto "Nepal - Wo die Erde den Himmel berührt" wunderschöne Reisebilder, gespickt mit vielen Anekdoten sowie Informationen über das Land. Die einzelnen Reisestationen spiegelten sich jeweils in beeindruckenden Landschafts- und Menschenaufnahmen wider, unterlegt mit traditioneller Musik. "Mir läuft es noch immer eiskalt über den Rücken, wenn ich die Bilder sehe", gesteht er. Und auch Scherr zeigte sich abschließend schier überwältigt von den "fantastischen, die Herzen berührenden" Eindrücken.


Seit 2002 Hilfe für Nepal

Vor dem Vortrag wurde in der Kundenhalle die Ausstellung "Nepalhilfe - Land und Leute" eröffnet. In den vergangenen Jahren seien von Kulmbach aus durch persönliche Initiativen viele Unterstützungsmittel, Heil- und Hilfsmittel gezielt dorthin gebracht worden. Zudem habe man bereits Anfang 2003 mit Spendengeldern der Initiative Sternstunden eine Schule gebaut. Der Verein betreibt 90 Schulpatenschaften.

Die "Kulmbacher Nepalhilfe" wurde im Juni 2002 von den damaligen Initiatoren, Peter Pöhlmann, Sonja Promeuschel und Dr. Johann Hunger, gegründet. Mit 29 Gründungsmitgliedern und 6000 Euro Startkapital begann in Kulmbach ein sehr erfolgreiches soziales Engagement für eines der ärmsten Länder der Welt. Durch mehrere Reisen in die Himalaya-Region machten sich die Initiatoren ein Bild von den erbärmlichen Verhältnissen. Mit einer Vielzahl von Initiativen und Aktionen versucht der nunmehr 280 Mitglieder zählende Verein, Spenden für die Ärmsten der Armen zu sammeln. Die Mitgliedschaft beträgt 25 Euro im Jahr. Weitere Infos gibt es unter www.nepalhilfe-kulmbach.de .