Zehn Tipps hat Jochen Schweizer auf der Homepage seiner Unternehmensgruppe verfasst. Werden diese beherzigt, habe man als Gründer große Chancen, bei der Vorstellung seiner Geschäftsidee zu überzeugen. Angefangen von "Seien Sie strukturiert!" bis hin zu "Seien Sie realistisch!"

Wahrscheinlich hat Michael Lehnhardt noch gar keinen Blick auf die Internetseite des aus der Fernsehsendung "Die Höhle der Löwen" bekannten Unternehmers geworfen - umgesetzt hat er die Tipps dennoch. Von Punkt 1 bis 10. Gerade den vierten ("Seien Sie enthusiastisch und engagiert!") scheint er regelrecht zu leben, wenn er über seine Idee spricht. Die "Regio Vereinsförderung". Jedes einzelne Wort klingt euphorisch. "Ich wollte ein Konzept entwickeln, in dem regionale Vereine, Unternehmen und Kunden profitieren. Also eine Win-Win-Win-Win-Situation entsteht", erklärt der 34-jährige Wilhelmsthaler.


Was sich noch auszahlen soll

Dafür hat er sich gleich zwei Varianten überlegt. Denn neben der "Vereinsförderung" möchte er auch den sogenannten "Regiothaler" einführen. Eine neue Währung soll sie freilich nicht werden. "Es geht darum, einen Kreislauf zu schaffen", sagt Lehnhardt. "Zwischen dem Unternehmen, dem Kunden, dem Verein und uns." Das Prinzip: Ein regionales Unternehmen bezieht bei ihm für 40 Cent den Regiothaler, der die Größe und Form eines Einkaufswagenchips hat - zusammengefasst in Paketen zu 60 Stück für 24 Euro. "Den können sie dann als Treuegeschenk an Kunden geben oder ab einer bestimmten Einkaufssumme ausgeben", erläutert er seine Idee.
Nun kämen die Vereine ins Spiel. Bei denen sollen die Kunden ihre "Thaler" wieder abgeben können. 25 Cent pro Stück erhalten die Vereine dann von der "Regio Vereinsförderung" - die pro "Thaler" 15 Cent erhält. "Die Kunden fragen dann eventuell andere, wo die den Thaler denn herhaben", hofft Lehnhardt. "So bekommt auch das Geschäft vielleicht mehr Kunden."

Zwar arbeite er derzeit fast Vollzeit an seiner Geschäftsidee, er gehe aber nicht davon aus, damit schon bald seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dafür sorgt derzeit noch sein Fahrradgeschäft in der Kronacher Klosterstraße, mit dem er sich auf Mountain- und E-Bikes spezialisiert hat. Doch nur zehn Prozent der Räder wechseln im Laden den Besitzer. Für den meisten Umsatz sorgt der Online-Shop - in dem er seine andere Idee der "Vereinsförderung" testete. "Im Grunde kann man es so zusammenfassen: Ich gebe euch Prozente auf ein bestimmtes Produkt und spende außerdem eine bestimmte Anzahl von Prozenten an den Verein, den sich der Kunde ausgesucht hat", so Lehnhardt.

Er stelle es sich so vor: Der Kunde kauft bei einem Unternehmen ein, das auf der Homepage der Vereinsförderung gelistet ist. Das Unternehmen erhält dann die Zahlung und übergibt dem Kunden eine Rechnung, die er bei der "Regio Vereinsförderung" einreicht (siehe Grafik). "Entweder per Mail oder mit einer App, die wir extra haben entwickeln lassen", sagt Lehnhardt. Im gleichen Zug könne der Kunde dann auch seinen Wunschverein angeben. Die Vereinsförderung übermittele dem Unternehmen dann gesammelt in einer Abrechnung, welchen Betrag es an welche Vereine überweisen muss. Im Gegenzug erhält das Unternehmen vom Verein schließlich eine Spendenquittung. 299 Euro kostet es Firmen pro Jahr, sich auf der Homepage der Vereinsförderung zu präsentieren.

Doch weshalb liegen Lehnhard die regionalen Vereine eigentlich so sehr am Herzen? "Ich bin Mitglied in bestimmt zehn Vereinen", sagt der 34-Jährige, der auch beim TV Unterrodach im Vorstand sitzt. "Da kriegt man viel mit, wie die Vereine regional dastehen und wie die Zahlen aussehen." Gerade einmal 2000 bis 3000 Euro blieben pro Jahr hängen. Dort wolle er ansetzen.

17 Klubs haben sich als mögliche Empfänger bereits kostenlos registrieren lassen. "Das sind dann auch 5000 potenzielle Kunden für die Unternehmen", sagt Lehnhardt. Irgendwann wolle er sein System deutschlandweit anbieten. "Zunächst konzentriere ich mich aber auf Kronach und die umliegenden Landkreise", sagt er. Womit wir wieder beim letzten Tipp von Schweizers Liste wären: "Seien Sie realistisch!"
Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.regio-vereinsfoerderung.de.