Um diese jeweils 25 Zentimeter starken Rohre an den Kanal anzuschließen, muss tief aufgegraben werden. Kosten: insgesamt etwa 70.000 Euro. Damit schlägt die Stadt Kronach gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die "Tittelsstäffela" hätten sowieso erneuert werden müssen und nun kann man unter der Treppe das Oberflächenwasser abführen. Das bestätigte Marco Deuerling vom Kronacher Bauhof am Dienstag auf Anfrage. Er kündigte auch an, dass wegen der diffizilen Bauarbeiten ab Mittwoch die Schwedenstraße ab Klosterbrücke stadtauswärts ganz gesperrt werden muss. Grund: Der Bagger muss sehr tief in die Schwedenstraße graben, um die Oberflächenentwässerung an den tief in der Straße liegenden Hauptkanal anzuschließen. Bisher gab es in der Schwedenstraße eine halbseitige Sperrung.

"Die Treppe war sowieso sanierungsbedürftig, denn die Stufen haben sich nach hinten geneigt.
Das führte dazu, dass das Wasser nach einem Regen auf den Stufen stehen blieb", erläuterte Marco Deuerling. Außerdem war die Oberflächenentwässerung in der Judengasse nicht sonderlich gut gelöst. Das führte dazu, dass bei starkem Regen ein regelrechter Wasserfall die Stufen der steilen Treppe hinabstürzte und auch das Gebäude auf halber Höhe der Treppenanlage in Mitleidenschaft zog.

Damit ist in Zukunft Schluss: Laut Marco Deuerling wird das Oberflächenwasser am oberen Ende der Treppe in die beiden starken Rohre geleitet. Diese sind als Druckleitung ausgebildet, das heißt, es gibt keine Einleitungsmöglichkeiten auf der gesamten Strecke. Es werden zwar auf der mittleren Ebene zwei Kontrollschächte installiert, die dienen jedoch nur dazu, bei einer eventuell notwendigen Spülung Zugriff auf die Rohre zu haben, ohne dass man erneut aufgraben muss.


Energie wird umgewandelt

Da das Regenwasser wegen des großen Höhenunterschieds unten in der Schwedenstraße mit viel Schwung ankommt, muss dieses vor dem Einleiten in den Hauptkanal abgebremst werden. Dazu dienen laut Marco Deuerling zwei so genannte Energieumwandlungsschächte. Nachdem das Regenwasser diese beiden Bremsen passiert hat, fließt es fast behäbig in den Kanal, ohne dort viel Schaden anrichten zu können.

Doch bevor es so weit ist, steht ab heute erst einmal das Andocken an den Hauptkanal an. "Die Arbeiten in der Schwedenstraße werden heftig, weil der Kanal sehr tief liegt", weiß Marco Deuerling. Deshalb ist auch die Sperrung der Schwedenstraße auf der gesamten Breite notwendig. Noch drei Wochen werden seiner Schätzung nach die Arbeiten andauern. Dann sind Treppe und Kanal fertig.

Die Erneuerung der Treppenanlage zwischen Stadtgraben und Stadtpfarrkirche steht nach Auskunft von Marco Deuerling ebenfalls an - aber nicht mehr in diesem Jahr.