Mehrere gute Nachrichten brachte Bürgermeister Jörg Neubauer in die Gemeinderatssitzung am Dienstag im Mehrzweckhaus Weißenbrunn mit. Mit Freude informierte er, dass die Auszahlung von Bedarfszuweisungen nach Überprüfung der unter aufschiebender Bedingung bewilligten Stabilisierungshilfe für das Haushaltsjahr 2019 nunmehr erfolgte. Für die insgesamt 500 000 Euro wurde die Verwendung von 300 000 Euro zur Schuldentilgung und für 200 000 Euro für Investitionen vorgeschrieben. Die bewilligte Stabilisierungshilfe darf frühestens 2020 und sollte möglichst zeitnah zweckentsprechend verwendet werden.

Eine weitere erfreuliche Nachricht ist die Übernahme der denkmalpflegerischen Mehrkosten für das Projekt "Lernershaus" durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) über die Förderoffensive Nordostbayern. Mit Bescheid vom 8. Januar 2019 bewilligte das ALE Oberfranken die Maßnahme nach den Dorferneuerungsrichtlinien und stellte die zuwendungsfähigen Kosten auf 861 726 Euro fest. Hieraus wurde eine Zuwendung als Zuschuss (Projektförderung) in Höhe von 90 Prozent der förderfähigen Kosten bis höchstens 775 550 Euro in der Form einer Anteilsfinanzierung mit Höchstbetrag bewilligt.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte Robert Pick, Referent im Landesamt für Denkmalpflege mitgeteilt, dass das Gewölbe des Lernershauses zu erhalten sei. Am 9. September 2020 hat die Gemeinde die Mehrkosten für die Sanierung (Erhalt des Gewölbes und der Dachkonstruktion) angezeigt und die Tekturpläne vorgelegt. Nach Kostenschätzung des Architekturbüros SHL sind insgesamt 188 000 Euro Mehrkosten zu erwarten. 90 000 Euro entfallen auf den denkmalpflegerischen Mehraufwand (Dachkonstruktion) und 98 000 Euro werden für den Neubau eines Treppenhauses benötigt. Das ALE teilte mit, dass diese Mehrkosten zu den zuwendungsfähigen Kosten des Förderbescheides addiert werden. 10 000 Euro hiervon wird das Landesamt für Denkmalpflege tragen.

Eigenanteil von nur 53 876 Euro

Die Gemeindeverwaltung geht, laut Geschäftsleiter Markus Wagner, davon aus, dass für die entstandenen Mehrkosten für die Gemeinde ein Eigenanteil von 17 700 Euro bleibt, so dass sich der Gesamtanteil der Gemeinde für die Maßnahme Lernershaus auf 53 876 Euro beläuft. Bürgermeister Jörg Neubauer dankte allen am Projekt beteiligten Fördergebern.

Nach dem Motto "aller guten Dinge sind drei" setzte das Gemeindeoberhaupt noch eine gute Nachricht hinterher. Mit Schreiben vom 16. September teilte das ALE mit, dass für die Durchführung des Wettbewerbs "Revitalisierung Paradies" die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erteilt wird. Die Gemeinde geht somit von einer Förderung über die Förderoffensive Nordostbayern von 90 Prozent aus, somit rechnet man mit einem Eigenanteil der Gemeinde von 11 243,71 Euro. Der Wettbewerb läuft zurzeit und am 1. Dezember sollen die Vorschläge vorgestellt werden.

Eine weitere erfreuliche Mitteilung war auch, dass die bisherige Förderoffensive Nordostbayern, die bis Ende des Jahres auslaufen soll, durch eine neue Förderinitiative "Innen statt Außen" ersetzt wird. Voraussetzung für die Teilnahme an der Initiative "Innen statt Außen" ist ein Selbstbindungsbeschluss der Gemeinde, vorrangig auf Innenentwicklung zu setzen.

Im Blickpunkt der Gemeinderatssitzung stand auch das Gesamtkonzept für die Wasserversorgung für die Gemeinde Weißenbrunn mit allen Ortsteilen. Hierzu konnte Bürgermeister Jörg Neubauer (SPD) besonders Claudia Stephan vom SRP Schneider und Partner Ingenieur Consult Kronach und Michael Rüger (Sachgebietsleiter mechanisches Netzwerk der Fernwasserversorgung Oberfranken, FWO) begrüßen.

Zum Sachvortrag über die derzeitige Trinkwasserversorgung und über die Vorschläge für das zukünftige Gesamtkonzept, worüber Claudia Stephan ausführlich informierte, wurden die Fragen der Ratsmitglieder beantwortet. Jedoch nicht alle ausreichend, da noch die hydraulischen Berechnungen fehlen, die in einem nächsten Schritt erarbeitet werden.

7,4 Millionen Euro für die Wasserversorgung

Nach dem jetzigen Stand der Wasserversorgung sind Investitionen für bauliche Maßnahmen in Höhe von 421 000 Euro erforderlich, für Wasserleitungen entstehen Kosten von rund 5 350 750 Euro und zur Optimierung der Versorgungssicherheit würden 1 621 250 Euro anfallen.

Insgesamt muss man also mit rund 7,4 Millionen Euro Bausumme rechnen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, in den kommenden Monaten und Jahren die im Gesamtkonzept der Wasserversorgung Weißenbrunn vorgesehenen Maßnahmen umzusetzen.

Notkommandanten bestellt

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Feuerwehr die notwendige Kommandantenwahl noch nicht durchführen. Daher bestellte das Ratsgremium den bisherigen Ersten Kommandanten Thomas Friedrich und den bisherigen Zweiten Kommandanten Bernd Redwitz zum Notkommandanten und stellvertretendem Notkommandanten.