Es war ein Freudentag für die Mitglieder des Diakonievereins und die Mitarbeiter, als die neue Diakoniestation offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Die Feierlichkeiten begannen mit einem Festgottesdienst in der Michaeliskirche. Die Festpredigt hielt der Präsident des Diakonischen Werks Bayern, Michael Bammessel. Begleitet von der Stadtkapelle Ludwigsstadt ging es danach zur neuen Diakoniestation.

Der Vorsitzende des Diakonievereins Ludwigsstadt, Pfarrer Albrecht Bischoff, würdigte die Leistungen der Mitarbeiter, "die mit Liebe und Geduld kranken und pflegebedürftigen Menschen helfen". Er wünschte ihnen auch künftig viel Kraft in ihrem Berufsalltag, vor allem auch dann, wenn sie sterbende Menschen begleiten müssen.


Früher Kartonagenfabrik


Der Dank des Vorsitzenden galt zudem dem Architekturbüro und den bauausführenden Firmen, die
nahezu alle aus der Rennsteig-Region kamen.

Was wurde nun geschaffen? Innerhalb von acht Monaten haben viele fleißige Hände eine ehemalige Kartonagenfabrik in der Feldstraße 12 umfunktioniert. Die vorhandene Fläche, so Architekt Herbert Müller, sei von knapp 100 auf 400 Quadratmeter vervierfacht worden. Geschaffen habe man ferner eine ausreichende Lagerfläche im Untergeschoss für Akten, Gehhilfen und Sonstiges.

Die neuen Arbeitsräume sind barrierefrei erreichbar. Die Büros, Tourenzimmer und Sozialräume wurden den Arbeitsabläufen angepasst. Entstanden ist zudem ein großzügiger Kommunikationsraum. Auch energetisch ist das Gebäude auf dem neuesten Stand.


Frühere Gemeindeschwester ist angetan


Eine der Gäste war Gertrud Konrad. Sie war von 1975 bis 1996 als Gemeindeschwester bei der Diakoniestation in Ludwigsstadt beschäftigt. Damals fuhr sie noch - zumindest in der ersten Zeit - mit dem Fahrrad zu ihren Patienten. "Ich freue mich, dass unsere Arbeit von damals solche Früchte trägt" meinte sie, während sie den Blick im neuen Diakonie-Gebäude umherschweifen ließ.

All die Jahre sei der Kontakt zur Diakonie in Ludwigsstadt nicht abgerissen, auch nicht während der Zeit, in der sie in Afrika als Entwicklungshelferin tätig war, so Konrad. Sie habe dort viele Erfahrungen aus Ludwigsstadt anwenden können. Im Frankenwald habe sie zudem gelernt, dass eine Wohlfahrtsorganisation auch eine Kommune für die Unterstützung im Pflegebereich mobilisieren kann. Mittlerweile ist Gertrud Konrad im "tätigen Ruhestand". Sie engagiert sich in Selbitz für Flüchtlinge - und nach wie vor ist sie auch mit ihren "Ludschtern" in Kontakt.


"Ihr könnt stolz sein"


Bürgermeister Timo Ehrhardt überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Die Mitarbeiter der Diakonie würden nicht gewinnbringend arbeiten, sondern ihre Tätigkeit als Dienst am Nächsten sehen. Er sei dankbar, "dass es in unserer Stadt solche Menschen gibt, die kranken Mitbürgern beziehungsweise deren Angehörigen Hilfe und Unterstützung geben. Ihr leistet einen wertvollen Beitrag für die Leute in Ludwigsstadt."

Und der Bürgermeister lobte auch die Mitglieder des Diakonievereins: "Ihr könnt stolz sein auf euch und auf die Entwicklung der Diakonie."

Der weitere stellvertretende Landrat Bernd Steger überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. Auch Vertreter der Raiffeisen-Volksbank sowie der katholischen-Heilig-Geist-Kirche waren gekommen, um zu gratulieren. Barbara Zech und Karsten Nemmert von der Raiffeisenbank übergaben sogar einen Scheck über 1000 Euro.
Für Pfarrer Albrecht Bischoff steht fest, dass die Diakoniestation Ludwigsstadt mit dieser "immensen Investition" - die genaue Summe wollte er nicht nennen - zukunftsfähig gemacht wurde.