In der Wallfahrtskirche Mariä Geburt Glosberg wurde nach vielen Jahren wieder ein Gnadenstrahl am Hochaltar freigelegt. Jetzt strahlt das Licht durch ein wunderschönes verziertes Fenster mit buntem Glas wie eine "Glorie" direkt in das Gotteshaus. Wohl weit über ein Jahrhundert lag ein besonders schönes Glasfenster in Form einer mehrstrahligen Sonne im Verborgenen.


Mehrstrahlige Sonne

Pfarrgemeinderätin und Kirchenführerin Annette Urban zeigt sich dieser Tage überglücklich, dass nach langer Korrespondenz und in Augenscheinnahme durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die Glorie freigelegt und wiederhergestellt werden konnte. Für sie ist das der "Sonnenaufgang in der Wallfahrtskirche". Die Morgensonne bündelt das bunt gefilterte Licht hinter dem im Wolkenkranz thronenden Gottvater und verleiht der darunter stehenden Gnadenstatue der Madonna einen bedeutungsvollen Glanz.
Wohl weit über ein Jahrhundert lag ein besonders schönes Glasfenster in Form einer mehrstrahligen Sonne im Verborgenen.
Annette Urban schildert, wie es zur Entdeckung und zur Freilegung kam. "Meine beiden Kirchenführer Vorgänger, Georg Kestel und Andreas Martin, haben mir bereits von dem Fenster öfters erzählt, leider haben sie es nie strahlen sehen können. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass sie dies nun sehen könnten, denn es ist so schön, wie sie es nur vermuten konnten. Erst als mir eine Bekannte wegen des Tages des offenen Denkmals einen Kontakt zum Landratsamt Kronach herstellte, kam die Sache ins Rollen. Es ließ mir keine Ruhe mehr. Am 27. April dieses Jahres kam eine Delegation des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege unter Leitung von Robert Pick in unsere Wallfahrtskirche und sie kletterten hinter dem Hochaltar hinauf bis zur Glorie um zu begutachten was sich da versteckt. Schon ihre erste Einschätzung klang recht positiv und eine Befürchtung der Statik-Beeinträchtigung durch die Wegnahme der Abdeckung bestand nicht. Nach weiterer Korrespondenz hatten wir den Mut, selbst Hand anzulegen und unser Altmesner, Fritz Neder, nahm am 11. Mai die Abdeckplatte ab und machte den Weg frei für die Lichtstrahlen durch ein mit herrlich buntem Glas geziertes Fenster wie eine Glorie hinter der Skulptur Gott Vater mit Putten", erklärt die Kirchenführerin.
"Warum das Licht eines Tages verschwand und abgedeckt wurde kann nur vermutet werden", bestätigt auch das Denkmalamt. So schreibt das Amt, dass die Vermutung schlüssig scheint, dass bei einer Sanierung, wahrscheinlich im Jahr 1865, eine Spanplatte hinter der Skulptur des segnenden Gott Vaters im Auszug montiert worden sei, um das Gegenlicht abzudämpfen.
Es sei auch aus keinen Akten nachvollziehbar, wer seinerzeit für diese Veränderungen verantwortlich war. Das Denkmalamt geht daher von der Vermutung aus, dass die ursprüngliche barockzeitliche Konzeption, der Hochaltar stammt aus den 1730er Jahren, ein Hinterstrahlen der Figurengruppe vorgesehen hat. Wenn die Kirchengemeinde Glosberg ein solches Hinterstrahlen wieder herstellen möchte stünden dem keine Bedenken gegenüber, wurde schon damals, im Oktober 2014, bestätigt.


Ortsbesichtigung durch Bedhörden

Daraufhin schaltete Annette Urban die maßgeblichen Stellen, wie das Bauamt des erzbischöflichen Ordinariats Bamberg, Robert Pick vom Landesamt für Denkmalpflege, und die Untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Kronach ein, die nach einer Ortsbesichtigung im April dieses Jahres grünes Licht gaben.
Pater Waldemar Brysch freute sich sehr erfreut über diesen Erfolg. Vor einiger Zeit habe Martin Förtsch angeregt, man möge sich doch mal dieser Glorie annehmen. Daraufhin habe er das in den kirchlichen Gremien vorgebracht und man habe Annette Urban gebeten, die Recherchen vorzunehmen. Die akribische und unnachgiebige Arbeit der Kirchenführerin habe sich gelohnt. Er sei dafür sehr dankbar, sagt er in einem Gespräch.