Der Markt Pressig hat mit Wolfgang Förtsch (SPD) einen neuen Zweiten Bürgermeister. Förtsch war seit 2008 Dritter Bürgermeister und wurde in der Gemeinderatssitzung am Montag auf Vorschlag von Bürgermeister Hans Pietz (FW) im ersten Wahlgang in geheimer Wahl, mit 8:7 Stimmen zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Jessica Löblich-Kohlmann hatte als Gegenkandidaten den CSU-Fraktionssprecher Klaus Dressel vorgeschlagen.

Wolfgang Förtsch ist seit Bestehen der Großgemeinde Markt Pressig im Jahr 1978 der erste Sozialdemokrat auf der Position des Zweiten Bürgermeisters. Förtsch war von 1987 bis 1990 Ortssprecher von Brauersdorf und gehört seit 1990 dem Marktgemeinderat an. Die Wahl des Zweiten Bürgermeisters war nötig, da der bisherige Amtsinhaber Arno Hoffmann am 1. Mai plötzlich verstorben war.

Zugleich war die Wahl eines neuen dritten Bürgermeisters notwendig. Hierfür wurde von Reinhold Heinlein (CSU) Klaus Dressel vorgeschlagen. Es gab keinen weiteren Vorschlag. Dressel wurde bei 14 gültigen Stimmen mit zehn Stimmen zum Dritten Bürgermeister gewählt.

Dressel gehört seit 2002 dem Gremium an. Damit sind zwei Gemeinderäte aus dem kleinen Brauersdorf Zweiter und Dritter Bürgermeister des Marktes Pressig, beide sind seit Jahrzehnten engagierte Feuerwehrleute.
Bemerkenswert bei dieser geheimen Wahl war, dass zwei Stimmen auf Anita Swiduruk (CSU) entfielen und je eine Stimme für Reinhold Heinlein (CSU) und Didier Couderc (FW) abgegeben wurde. Didier Couderc wurde von den Freie-Wähler-Räten zum Fraktionssprecher ernannt.


Dietmar Kirchner rückt nach

Für das Marktgemeinderatsmandat von Arno Hoffmann wäre Bürgermeister Hans Pietz erster Nachrücker gewesen. Er verzichtete formell auf dieses Mandat, weil er Bürgermeister bleiben wird. Somit war nächster Nachrücker der Freie Wähler Liste aus der Wahl 2014 Dietmar Kirchner aus Marienroth. Dieser wurde vom Gremium bestätigt und von Bürgermeister Pietz als neuer Marktgemeinderat vereidigt.

Zum Gedenken an Arno Hoffmann war an seinem Platz ein Kerzenlicht entzündet und Blumen am Tisch niedergelegt worden. In einer Gedenkminute würdigte Bürgermeister Pietz in der Ratssitzung nochmals die Verdienste des Verstorbenen, der sich in Vereinen, Kirche und Kommunalpolitik außerordentlich engagierte und große Verdienste erwarb. Er war von 1990 bis zu seinem Tod Marktgemeinderat, seit 2008 war er zweiter Bürgermeister, darüber hinaus in 14 Vereinen ehrenamtlich engagiert und führte mehrere kirchliche Funktionen aus. Der Markt Pressig hat mit Arno Hoffmann einen engagierten Anwalt der Bürger verloren. Sein Handeln richtete er immer an der Frage aus, was denn im Sinne und zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger sei, sagte Bürgermeister Pietz als Worte der letzten Ehre, die man Arno Hoffmann im Gremium erwies.

Mit diesen personellen Veränderungen mussten auch die Ausschüsse neu besetzt werden. Für den verstorbenen Arno Hoffmann rückt Dietmar Kirchner als Mitglied in den Bau- und Umweltausschuss. Didier Couderc wurde als Mitglied in den Rechnungsprüfungsausschuss berufen. Sabrina Günther (FW) wurde in den Finanzausschuss berufen. Das neue Gemeinderatsmitglied Dietmar Kirchner gehört als Vertreter der Freien Wähler dem Unterzentrumsausschuss und als zweiter Vertreter der FW-Fraktion dem Ausschuss für Jugend und Senioren, Familie und Vereine an.


Wieder Ärger um Bauantrag in Welitsch

Schon wieder gibt es Zoff im Gemeinderat wegen eines Bauantrages aus Welitsch. Grund war eine von der Verwaltung vorgeschlagene Änderung des Flächennutzungsplans und Erlass einer Einbeziehungsatzung gemäß Paragraph 34 Absatz 4, Satz 1, Nummer 1 und 3 des Baugesetzbuches für das Gebiet "in Richtung Heinersdorf". Der Antrag wurde von Familie Förtsch gestellt.

Bürgermeister Hans Pietz (FW) bat nach Erörterung des Sachverhalts darum, zwei jungen Familien die Möglichkeit einzuräumen, im Außenbereich bauen zu dürfen. Wir sollten jungen Familien Wege ebnen, sich im eigenen Ort ansiedeln zu können, appellierte der Bürgermeister an das Gremium. Damit stieß er besonders bei Freie Wähler Fraktionssprecher Didier Couderc auf Kritik, der sich auch Martin Welscher (FW) anschloss. Welscher warnte davor, immer wieder den Außenbereich für Bebauungszwecke einzubeziehen: "Wir versiegeln dadurch immer mehr landwirtschaftliche Fläche und zersiedeln unsere Dörfer". Couderc meinte, es gebe genug Bebauungsfläche innerhalb des Flächennutzungsplans.

Eingangs der Sitzung durften sich auch betroffene Bürger äußern. Der Besitzer eines landwirtschaftlichen Anwesens, Winfried Bischoff, dessen Landwirtschaftsbetrieb an die als Bau- Mischgebiet neu auszuweisende Fläche unmittelbar angrenzen würde, erhob erhebliche Bedenken und schaltete inzwischen einen Rechtsanwalt ein. Vom Rechtsanwalt lag ein Schreiben vor, das Bürgermeister Pietz vorlas.

Tanja Konrad als eine Bauwerberin meinte, man solle nicht nur auf die Landwirtschaft sehen, sondern es hängen zwei Familien an dem Antrag, die gerne in Welitsch bleiben und hier bauen wollen. Dabei räumte sie ein, zur Landwirtschaft zu stehen und keine Ängste oder Bedenken vor Emissionen zu haben. "Wir sind hier geboren und wissen, was Landluft bedeutet und können damit leben", meinte die junge Frau.


Landwirt sorgt sich

Florian Bischoff will den Bauernhof einmal übernehmen und fortführen. Wenn dieser Bauernhof in den Innenbereich eines Mischgebietes laut Flächennutzungsplan kommt, habe er Bedenken um einen Fortbestand des elterlichen Betriebes. Bauamtsleiter Andras Schorn erklärte dazu, dass sich das betreffende landwirtschaftliche Anwesen nicht im Außenbereich, sondern bereits im Innenbereich eines Misch-Dorfgebietes befinde. Es sei ein Irrtum, vom Außenbereich auszugehen. Er wies darauf hin, dass am 18. März 2014 bereits im Bau- und Umweltausschuss zu einer Bauvoranfrage der Bauwerber keine gemeindlichen Belange dagegen sprachen. Einziger Hinderungsgrund wäre eine Expansion des landwirtschaftlichen Betriebes und die damit möglichen Emissionen.

Schorn sah vier neue Bauplätze durch die Erweiterung des Mischgebietes in ein Misch-Dorfgebiet in Richtung Heinersdorf. Die Erschließung hierfür sei in allen Punkten gesichert, es liege außerhalb des Wasserschutzgebietes und sei hochwasserfrei, außerdem blieben dem landwirtschaftlichen Betrieb zwei potenzielle Bauplätze unmittelbar an das jetzige Grundstück gesichert, was einer erheblichen Wertsteigerung gleich komme.

Didier Couderc war damit nicht einverstanden und warf der Bauverwaltung vor, 2014 nicht informiert zu haben, dass der landwirtschaftliche Betrieb kein Außenbereich sei. Man sei bisher von einem Aussiedlerhof ausgegangen. Schließlich wurde der Antrag auf Flächennutzungsplanänderung mit 7:8 Stimmen abgelehnt. Dies veranlasste Bauamtsleiter Schorn zu der Bemerkung, an Gemeinderat Couderc gerichtet, damit habe er vier neue Bauplätze in Welitsch verhindert und zwei jungen Familien ihre Hoffnung auf Bebauung im Heimatort verwehrt. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch rügte, dass der Bauamtsleiter als Privatmann in einer Sitzung nicht die Gemeinderäte in ihrem Abstimmungsverhalten kritisieren sollte.


Ortsumgehung war Gesprächsthema

Bürgermeister Pietz informierte über Gespräche mit MdB Hans Michelbach (CSU) und Vertretern des Verkehrsministeriums in Berlin über die Aufnahme der Ortsumgehung B 85 Pressig in den Verkehrswegeplan. In der Gemeinde hatte der Wegfall der Ortsumgehung aus der jüngsten Veröffentlichung des Verkehrswegeplans für Wirbel gesorgt.

Sowohl Landrat Oswald Marr als auch Bürgermeister Klaus Löffler, wie auch der Vizepräsident der IHK, Hans Rebhan, nahmen an den Gesprächen teil und unterstützten das Anliegen von Bürgermeister Pietz auf Wiederaufnahme in den vordringlichen Bedarf. Das Verkehrsministerium konnte keine explizite Zusage machen, jedoch werde die Ortsumgehung B 85 Pressig-Rothenkirchen wieder in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, wahrscheinlich aber nicht in den vordringlichen Bedarf, aber in den weiteren Bedarf mit Planungsrecht.

Auf dieser Basis könne das staatliche Bauamt die Planungen vorantreiben. Bei vorhandenen Finanzmitteln sei eine Umsetzung nicht ausgeschlossen, so der Bürgermeister.


Heimischer Betrieb erhält den Auftrag

Für das im Rahmen der Dorferneuerung entstehende Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus in Friedersdorf wurden die Sanitär- und Heizungsinstallationsarbeiten an die Firma Gerber Gebäudetechnik in Pressig zum Preis von 20 912,23 Euro, vergeben. Die Räte stimmten außerdem den Verträgen für den Strombezug von den Stadtwerken Burg (Straßenbeleuchtung und Kläranlage) und von den Stadtwerken Augsburg (Kleinanlagen) zu.