Da hat der Kronacher Bürgermeister ordentlich was vorgelegt: Mit nur einem Schlag auf den Zapfhahn absolvierte er am Donnerstagabend den Bieranstich zum Kronacher Freischießen. Das wird der Münchner Oberbürgermeister beim Oktoberfest kaum überbieten können.

"Oogschtochn is", rief Wolfgang Beiergrößlein im Schützenstadl der Gampert-Bräu ins Mikrofon. Das Stadtoberhaupt war gut drauf: "Willkommen in der schönsten Stadt Oberfrankens", begrüßte er die zahlreichen Gäste beim traditionellen Bieranstich. Er wünschte ein friedvolles Freischießen für alle Gäste. Alle Vorbereitungen dazu seien von der Schützengesellschaft Kronach mit Schützenmeister Frank Jungkunz und seinem Team getroffen worden. Beiergrößlein berichtete, er habe nur einmal im Leben das Freischießen verpasst: als ihn seine Eltern zur Kur geschickt hätten.
"Das habe ich ihnen nie verziehen!"

Jedes Jahr wird der offizielle Bieranstich in einer anderen der drei Bierhallen durchgeführt. Heuer war er im Schützenstadl. Gampert-Bräu-Chef Christian Höfner berichtete dort, dass das Kronacher Freischießen seit 1588 stattfinde. Das Reinheitsgebot für Bier gebe es in Bayern seit 500 Jahren, in Kronach wegen eines Erlasses des Fürstbischofs sogar schon 527 Jahre. Also könne man sicher sein, dass schon immer zum Freischießen bestes und nach dem Reinheitsgebot gebrautes Bier ausgeschenkt worden sei. Den Politikern aller Parteien riet der Brauereichef, sich auf der Hofwiese für den Wahlkampf zu stärken.