Der Sozialverband VdK stemmt sich gegen Armut in Deutschland. Der VdK-Kreisverband Kronach stellte in seiner Jahresauftaktveranstaltung im Schützenhaus Kronach fest, "Armut gibt es auch in Bayern und im Landkreis Kronach". Kreisvorsitzender Heinz Hausmann konnte neben den Abordnungen aus 39 Ortsverbänden besonders Ehrenkreisvorsitzenden Altlandrat Heinz Köhler und den Behindertenbeauftragten im Landkreis Kronach, Kreisrat Hermann Feuerpfeil, besonders begrüßen. Ein besonderer Gruß galt auch der stellvertretenden Bezirksgeschäftsführerin Ulrike Wich. Der Behindertenbeauftragte für den Landkreis Kronach, Hermann Feuerpfeil, hob einen Nachholbedarf an Fördermitteln für Menschen mit Behinderung und für barrierefreie Einrichtungen durch die bayerische Staatsregierung hervor. Feuerpfeil forderte auf, die Beratungsstellen und Selbsthilfeangebote der Sozialverbände, der Regierung von Oberfranken aber auch im Landratsamt mehr zu nutzen. "Es gibt viele Hilfsangebote und Beratung und dafür werden auch Sprechstunden angeboten." In diesem Zusammenhang dankte er dem VdK-Kreisverband Kronach, der seine Finger in die Wunden lege. "Jede Gemeinde im Landkreis Kronach sollte einen Behindertenbeauftragten stellen", forderten Feuerpfeil und Hausmann.
Kreisvorsitzender Hausmannn sagte: "Manche Einkommen und Renten reichen nicht mehr zum Leben", dies führe zu einer Spaltung der Gesellschaft im sonst von Wohlstand geprägten Deutschland. Einen Teufelskreis sah Hausmann in Krankheit und Erwerbsunfähigkeit. Zwei Millionen Kinder wachsen bei Eltern oder Alleinerziehenden auf, die Hartz IV beziehen. "Diese Kinder wachsen in Armut auf und sind meist auch später arm und sozial schlecht gestellt. Letzten Endes führt auch dies wieder zu Altersarmut", zeigte Hausmann auf. Und arme Menschen seien häufiger schwer erkrankt.


"Armut in jedem Ort"

"Und leider gibt es Armut auch bei uns in jedem Ort", sagte der Kreisvorsitzende und leitete zum Referat von Irene Piontek (Leiterin der sozialen Beratungsstelle beim Caritasverband für den Landkreis Kronach) über. Sie belegte mit Zahlen, dass es Armut auch bei uns im Landkreis Kronach gibt. Immer mehr Menschen, die in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis seien, könnten von ihrem Einkommen nicht leben. Gleiches zeichne sich auch bei Rentnern ab. Sie benötigen ergänzende Leistungen zu ihrer gesetzlichen Rente. "Insgesamt sind es bisher schon 469 Rentner, die zusätzliche finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt benötigen." Die Vize-Bezirkschefin Ulrike Wich betonte, dass der Landkreis Kronach mit 39 Ortsverbänden überdurchschnittlich viele Ortsverbände habe, was von großem Engagement und Herzblut zeuge. Hausmann sagte, in Kronach habe die Kampagne "Weg mit Barrieren" besonders bei der Deutschen Bahn gefruchtet. Der Bahnhof in Kronach soll laut Bahn barrierefrei gestaltet und umgebaut werden und wurde dem Bahnhof Kulmbach vorgezogen, wusste Hausmann - hier werde mit der Fahrkarte abgestimmt.