"Schulterbreit hinstellen, die Füße parallel, in die Knie gehen, der Ball liegt auf der Handfläche" - Anna Feldtmann hört genau zu, was Brose-Baskets-Jugendtrainer Florian Tilch über den idealen Wurf beim Basketball erzählt. Sie steigt auf den Kasten, legt den Ball auf ihre rechte Hand, hält ihn etwas vor das Gesicht, so dass sie den Korb gut sehen kann, streckt sich und wirft. Der Ball prallt vom Ring ab - knapp daneben. "Das war schon sehr gut", lobt Tilch. "Gleich nochmal." Diesmal versenkt Anna den Ball im Korb. Sie strahlt über das ganze Gesicht.

"Für die richtige Wurftechnik muss man viel beachten. Das ist viel schwerer, als es aussieht", meint die Achtjährige, der Schweißperlen auf der Stirn stehen. Die Küpserin nimmt genau wie 120 weitere Jungen und Mädchen der dritten bis neunten Jahrgangsstufe an dem Basketball-Aktionstag teil. Sie sind nach Alter in drei Gruppen aufgeteilt.

Drittklässler machen mit

"Heuer sind erstmals auch Drittklässler dabei, um die Kinder möglichst früh an den Basketballsport heranzuführen", erzählt Lehrer Ludwig Kopp, der eine Basketball-Gruppe für die Drittklässler der Ganztagsklasse im Rahmen des differenzierten Sportunterrichts leitet. "Der Basketball-Tag wird an der Volksschule Küps bereits im vierten Jahr in Folge durchgeführt. Und noch nie war die Beteiligung so groß", freut er sich.

Beim Training sind auch Jo achim Weise, Vorsitzender und Trainer, sowie Spieler Jörg Oschmann dabei. Sie kommen von den im vergangenen Jahr gegründeten Basketballfreunden (BBF) Küps. "Wir sind 22 Leute, zu 90 Prozent aus Küps und spielen mit einer Erwachsenen-Mannschaft in unserer ersten Saison. Wir wollen eine Basketball-Jugendabteilung aufbauen und sind der Schule sehr dankbar für ihre Unterstützung", erklärt Weise.
Angebot etablieren

In Kooperation mit den BBF Küps möchte Rektorin Silvia Krüger Basketball als weiteres "Sport nach 1-Angebot" ihrer Schule umsetzen. "Wir würden uns freuen, wenn die Basketballfreunde fürs Training zu uns an die Schule kommen. Da es am Nachmittag stattfinden muss, ist das natürlich nicht so einfach. Wir sind aber dran und wollen das in diesem Schuljahr noch umsetzen", kündigt sie an.

Begeistert von so viel Engagement sind Sebastian Böhnlein, hauptamtlicher Jugend- und Nachwuchstrainer bei den Brose Baskets sowie beim Bayerischen Basketballverband (BBV), und seine vier Assistenten, allesamt ausgebildete Jugendtrainer. Gemeinsam machten sie sich daran, die "große Meute" in die Geheimnisse des Basketball-Sports einzuführen.

Basics vermittelt

"Wir finden es gut, dass heuer auch die Jüngeren dabei sind. Für sie sind erst einmal die Basics wichtig. Sie durchlaufen verschiedene Stationen, an denen alle Grundelemente abgedeckt werden, beispielsweise auch Übungen für die Körperstabilisierung", erklärt Böhnlein. In die Volksschule Küps komme man sehr gerne, weil dort die Begeisterung der Schüler und das Engagement der Schule besonders groß seien. "Mit unserem Training wollen wir einen Funken entzünden und Kinder für Basketball begeistern", betont er. Als Partner der Brose Baskets habe jede Schule die Möglichkeit, einmal im Schuljahr einen Basketball-Aktionstag zu veranstalten.

Das Training umfasste für alle Gruppen jeweils zwei Schulstunden. Bei den Dritt- und Viertklässlern wurde beispielsweise gedribbelt, mit einer Hand am Hut (Hütchen) wohlgemerkt. Wer diese Aufgabe geschafft hatte, durfte an der nächsten Station den erfolgreichen Korbwurf versuchen. Ganz wichtig war auch das "Ballhandling". Und wie gefiel den "Nowitzkis von morgen" der Anschauungsunterricht? Anna erzählt: "Es ist heute mein erstes Basketball-Training überhaupt. Ich dachte, ich mache einfach mal mit", verrät sie. Und es gefiel ihr gut. Sie resümiert: "Basketball ist ein schöner Sport. Man muss halt üben und üben. Aber ich könnte mir schon vorstellen, es vielleicht einmal in einem Verein zu spielen."

Hintergründe zum Basketball

Basketball ist eine Ballsportart, bei der zwei Mannschaften versuchen, den Spielball in den Korb des gegnerischen Teams zu werfen. Die Körbe sind in einer Höhe von 3,05 Metern angebracht. Eine Mannschaft besteht aus fünf Feldspielern und bis zu sieben Auswechselspielern. Jeder Treffer in den Korb aus dem Spiel heraus zählt je nach Entfernung zwei oder drei Punkte. Ein verwandelter Freiwurf zählt einen Punkt. Am Ende gewinnt die Mannschaft mit der höheren Punktzahl.

Basketball wurde 1891 vom kanadischen Trainer James Naismith als Hallensport erfunden. Heute hat der Basketball-Sport weltweit, besonders in den USA, einen hohen Stellenwert. Alle vier Jahre findet in einem jeweils anderen Land eine Weltmeisterschaft statt. Laut dem Weltbasketballverband (FIBA) spielen etwa 450 Millionen Menschen weltweit Basketball.