Wenn man sich auf die Suche begibt und genau hinschaut – dann, ja dann gibt es auch viel Positives zu sehen. Ein Ausblick auf das noch junge Jahr 2021, in dem fast nie das frustrierende C-Wort auftaucht. 21 Gründe, warum 2021 am Ende doch Laune macht. Während einiges fast schon fix ist, muss man bei anderen Sachen nur fest genug daran glauben. 

1. Ein Einkaufsmarkt in Volkach macht sich zum „Wunscherfüller“ seiner Kunden. Wie das geht? Am Eingang liegt ein Zettel, auf dem jeder seine Begehrlichkeiten notieren kann. Einer will nur Karamalz, der andere das Tanzverbot aufgehoben wissen. Wie schön, dass in Zeiten von „Du darfst nicht!“ auch mal wieder jemand fragt: „Was möchtest du?“

2. Die Stadt Kitzingen reagiert auf einen Trend – und stellt nicht nur am Mainufer ihre selbst gebauten Abfalleimer für Pizzakartons auf, die das Partyvolk sonst immer in die normalen Körbe gesteckt hat. Die Umwelt freut sich, das Team der Müllentsorgung auch. Die Idee setzt sich durch.

3. Der Krämerladen in Wiesenbronn hat nach gut einem Jahr neu eröffnet – und läuft gut. Ein hoffnungsvolles Zeichen für die 1100-Einwohner-Gemeinde, wo doch fast überall Geschäfte schließen müssen.

4. Der Franken-Geiger Florian Meierott streift mit seinem Instrument durch Mainfranken und lässt sich von Land und Leuten inspirieren. „Wer Musik liebt, ist erst ein halber Mensch, wer sie aber treibt ist ein ganzer Mensch“, sprach Goethe.

5. In Wiesentheid strandet im März der kleine Zirkus Renz: mit acht Kleinpferden, sieben Ziegen, drei Kamelen und einem Hund. Die Familie darf nicht mehr auftreten, aber sie findet mit der Gemeinde Wiesentheid eine liebenswerte und verständnisvolle Gastgeberin. 2021 kann sich der Tross wieder in Bewegung setzen: Manege frei!

6. Das letzte verbliebene von einst einem Dutzend Kinos in Kitzingen, das Roxy, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Wie andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen hierzulande ist es derzeit geschlossen. Aber: Es schlägt sich wacker und macht auch wieder auf. Was es so erhaltenswert macht: Man fühlt sich im historischen Saalambiente in Zeiten versetzt, als Platzkategorien noch Sperrsitz oder Parkett hießen.

7. Endlich, endlich, endlich: Der Standort für das neue Kitzinger Tierheim ist fix, im Frühjahr kann der Neubau starten, Jahresende ist Einzug. So geht das!

8. Der Wald atmet auf: Nach mehreren Trockensommern in Folge fällt 2021 endlich wieder mal ausreichend Regen vom Himmel – gut für Wald und Landwirtschaft und schlecht für die Baumschädlinge.

9. Die Dauerbaustelle der Krautheimer Ortsdurchfahrt wird fertiggestellt. Und zur Feier des Tages wird wahr: Aus dem Dorfbrunnen fließt Bier.

10. Der Schwanberg ist immer für einen Ausflug gut. Da bekommt man Appetit: Wir glauben fest daran, dass sich bei der Nachfolge für das geschlossene Café etwas tut und dass auch die Food-Trucks wiederkommen.

11. Schnäppchen shoppen vor der Haustür: Puma eröffnet seinen Outlet-Verkauf neben dem neuen Logistik-Zentrum in Geiselwind.

12. Der Dettelbacher Stadtrat hat bewiesen, dass er gemeinsam putzen kann, als das alte Götz-Haus im Ortskern kurz vor Weihnachten auf Vordermann gebracht wurde. Der Gemeinschaftssinn trägt auch im Jahr 2021, eine durch und durch saubere Angelegenheit.

13. Ein wenige Zentimeter kleiner Falter sorgte vergangenen Sommer für Euphorie. Bei Wiesentheid wird ein Exemplar der Hellen Pfeifengras-Grasbüscheleule gefunden. Die Fachwelt spricht von einer „kleinen Sensation in der Zoologie“, denn der Nachtschwärmer galt in Mitteleuropa seit gut und gern 100 Jahren als ausgestorben. Das ist erst der Anfang: Im Kitzinger Land werden weitere Arten entdeckt, die als ausgestorben galten.

14. Eine Schule im Aufbruch: In Münsterschwarzach wird das Egbert-Gymnasium für 32 Millionen Euro saniert und umgebaut. Ein Kraftakt für alle Beteiligten. Vergangenen Herbst weihte Abt Michael Reepen den D-Bau ein, die weiteren Maßnahmen gehen ebenfalls glatt über die Bühne. „Baut nicht der Herr das Haus, mühen sich umsonst alle, die daran bauen“, liest man dazu in Psalm 127.

15. Auch dieses Beispiel könnte Schule machen: Beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend testet“ belegen die drei Marktbreiter Abiturientinnen Lena Kammleiter, Anna Gutfrucht und Lena Kechel den zweiten Platz. Das Freundinnen-Trio nahm sich Haargummis vor, prüfte, wie reißfest, saugfähig oder komfortabel die einzelnen Produkte sind, und überzeugte damit die Jury der Berliner „Stiftung Warentest“. Bei mehr als 600 Bewerbern wurde die Siegerkür zur haarigen Sache. Und wir können sicher sein: An derlei genialen Vorschlägen aus dem Landkreis Kitzingen wird es auch 2021 nicht mangeln.

16. Ein Sommer voller Kabarett-Höchstleistungen – wann hat es das auf einer Bühne im Landkreis gegeben? Die Volkacher machen es vor, holen Größen wie Lizzy Aumeier, Sebastian Reich, Rolf Miller, Michael Mittermeier oder Heißmann & Rassau – insgesamt 15 Künstler treten beim Kabarett-Sommer auf. Am Weinfestgelände leuchten abends die bunten Lichter, und nach der Veranstaltung geht es zum Eisessen in die City. Ein fast mediterran anmutender Sommer in der Weinstadt am Main. Fortsetzung folgt; wir freuen uns schon jetzt! Als Termin für zehn Abende ist die Zeit vom 27. August bis 5. September angepeilt, direkt nach – wir glauben fest daran – dem Fränkischen Weinfest.

17. Lustig und unbeschwert geht es auch am Kitzinger Mainufer zu. Aus dem Schoppen auf der Brücke ist der Stadtschoppen geworden. Die Verlagerung auf das Gartenschaugelände kann dem beliebten Treff wenig anhaben. An den lauen Sommerabenden kommen die Besucher wie eh und je – und entfliehen beim Gläschen Wein mal den Sorgen ihres Alltags. Auch hier gilt: Fortsetzung folgt, unvergessene Abende garantiert.

18. Alle Register ziehen – das ist nun auch in der Volkacher Pfarrkirche wieder möglich. Bestückt mit 1160 Pfeifen, verrichtet die neu installierte Orgel seit Mitte November wieder ihren klangvollen Dienst. „Die Orgel ist ohne Zweifel das größte, das kühnste und das herrlichste aller von menschlichem Geist erschaffenen Instrumente“, wusste Honoré de Balzac. Merken für das neue Jahr: Unbedingt mal anhören!

19. Volkach feiert: Die Sanierung des Freibads ist inzwischen angelaufen. Und auch vom Altmain kommen im Sommer gute Nachrichten: Dort ist es so schön wie eh und je. Der Flussabschnitt wird aber nicht mehr von den Massen überrannt, weil man jetzt wieder überall Urlaub machen darf. Stattdessen erholen sich dort viele Ruhesuchende, die Rücksicht auf Natur und Anwohner nehmen.

20. Wir geben die Hoffnung nicht auf: Der Bahnhof in Kitzingen wird endlich saniert. Geschäfte im Erdgeschoss und ein Rucksackhotel im Obergeschoss sind geplant. Reisende haben endlich wieder eine Wartehalle und Toiletten.

21. Stadtbetriebe/Stadt Kitzingen und Sparkasse raufen sich zusammen: Man findet einen Kompromiss für die Sanierung der Tiefgarage in der Herrnstraße, öffnet wieder für Geschäftsleute, Kunden, Anwohner und Mitarbeiter und stellt Pläne für die Sanierung vor. Schon jetzt: Danke dafür!

Und wie sich das gehört, hier die Zusatzzahl und das Beste zum Schluss: Am 31. Dezember 2021 wird der Landkreis Kitzingen offiziell für coronafrei erklärt: keine Kranken mehr, keine Quarantänen, keine Kontaktpersonen. Und in der Zeitung erscheinen 22 Gründe, warum das nächste Jahr sogar noch besser wird.