Die Mitglieder des Schulverbandes der Wiesentheider Nikolaus-Fey-Schule haben in ihrer Sitzung beschlossen, die Sanierung des Schulhauses mit den Mehrkosten anzugehen. Im zweiten Anlauf stimmten sie dem Projekt zu, nachdem erst wenige Tage vorher bei einem ersten Treffen bekannt wurde, dass statt der zunächst anvisierten 13,6 Millionen Euro nun wohl 19,614 Millionen erforderlich sein werden. Die Mehrkosten von rund sechs Millionen Euro wurden nach einer Prüfung der Pläne beim Landratsamt berechnet. Dort hieß es, das im Sommer 2019 beschlossene Bauprogramm sei nach den neuesten Erkenntnissen angepasst  worden, deswegen habe es sich um rund 30 Prozent verteuert.

Erst kurz vor der ersten Sitzung hatten die Vertreter der neun Mitgliedsgemeinden Abtswind, Castell, Rüdenhausen, Wiesentheid (jeweils Grund- und Mittelschule), sowie Geiselwind, Großlangheim, Kleinlangheim, Prichsenstadt und Wiesenbronn (Mittelschule) von der neuen Berechnung erfahren. Die Mehrkosten könne man nicht so einfach durchwinken, eine Erklärung des zuständigen Fachbüros in einer Sondersitzung sei zunächst nötig, hieß es. Auch der Beschluss zum Haushalt für das Jahr 2021 wurde daraufhin vertagt.

Die Mehrkosten von rund sechs Millionen Euro bei den umfangreichen Arbeiten zur Ertüchtigung der 1972 gebauten Einrichtung fallen an, weil unter anderem bei den Punkten Entsorgung und Sicherheit wesentlich mehr Geld nötig ist als zunächst gedacht. Das beauftragte Planungsbüro nahm dazu Stellung. Es hätten sich einige Änderungen auch von gesetzlicher Seite ergeben, die nicht erwartet wurden.

Kabel müssen neu verlegt werden

Ein Aspekt dabei war, dass die Schule im Neubau nicht mehr wie bisher mit Nachtspeicheröfen beheizt werden darf. Auch die bestehende Trafostation im Keller des Gebäudes dürfe nicht mehr umgebaut werden, der Trafo müsse außerhalb der Schule installiert werden. Unter anderem müsste auch die gesamte Kabelführung aller Elektroleitungen neu verlegt werden.

Zu den Mehrkosten der Sanierung gab der Vorsitzende des Schulverbandes, Wiesentheids Bürgermeister Klaus Köhler, zu bedenken, dass kaum andere Möglichkeiten blieben. Ein Neubau käme wesentlich teurer, die Grundstücksfrage sei offen, zudem müssten die alten Gebäudeteile entsorgt werden. Man müsse eben auch die Komplexität des Gebäudes sehen, meinte Köhler. Sein Kollege Ernst Nickel gebot, dass man in erster Linie an die Kinder denken müsse. Es bringe nichts, nur von den Kosten zu sprechen und sich darüber zu ärgern.

Die Mitglieder des Schulverbandes stimmten schließlich zu. Die Sanierung soll im kommenden Jahr beginnen und 2025 abgeschlossen sein. Offen bleibt vorerst die künftige Art der Beheizung. Das Ingenieurbüro soll die Möglichkeiten des Heizens mit einer reinen Gastherme und einer Kombination mit Pellets gegenüber stellen, beriet die Versammlung.

Haushalt für 2021 verabschiedet

In der Sitzung wurde schließlich auch der Haushalt des Schulverbandes für 2021 verabschiedet. Er beläuft sich auf insgesamt 3,270 Millionen Euro, was ein Plus von 1,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Sie teilen sich in 1,11 Millionen Euro für den Verwaltungshaushalt und 2,150 Millionen Euro für den Vermögenshaushalt auf. Die Umlagen für die Mitgliedsgemeinden betragen 1200 Euro pro Schüler. Dazu kommt noch eine Investitionsumlage von 600 Euro pro Schüler.

Die Kosten der Sanierung werden ab 2022 mit einberechnet, die Umlage lasse sich dann wohl nicht auf 600 Euro halten, so der Ausblick des Vorsitzenden Köhler.

Die exakte Höhe der Zuschüsse durch den Staat zur Sanierung der Schule steht noch nicht fest. Zuletzt war die Verwaltung davon ausgegangen, dass die Mitgliedsgemeinden 7,85 Millionen Euro selbst aufbringen müssen. Zur Finanzierung wird ein Kredit aufgenommen.