Wetterbilanz: September durchbricht die Serie

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Abgeerntete Felder, wenig Sonne, viele Wolken am Himmel: So wie hier im Breitbachtal hat sich der September 2017 präsentiert ...
Günter Fischer

Der September wird als ein Ausnahmemonat in die Wetteraufzeichnungen des Jahres 2017 eingehen. Und das mit gutem Grund.

Der September wird als ein Ausnahmemonat in die Wetteraufzeichnungen des Jahres 2017 eingehen. Er ist nach dem Januar erst der zweite Monat in diesem Jahr, der nicht „zu warm“ war und bei den Temperaturen unter dem langjährigen Mittel blieben. Dafür hat er bei den Niederschlägen hingelangt und erheblich mehr geliefert als sonst.

78 statt 46 Liter pro Quadratmeter waren es im September genau. Die Zahlen stammen von Thomas Karl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. „Das sind 60 Prozent mehr als im Schnitt“, so der Pflanzenschutzexperte, der in der Mainbernheimer Straße auch für die Wetteraufzeichnungen zuständig ist.

Damit hat das lange als zu trocken geltende Jahr endgültig die Kurve gekriegt. Mit den ergiebigen Niederschlägen im Juli (plus 60 Liter) liegt das Jahr jetzt um 20 Liter im Plus. Insgesamt gab es im September 16 Regentage.

An acht Tagen hat es spürbar, also über einen Millimeter pro Quadratmeter geregnet, drei Tage brachten richtig Regen. Am 13., 14. und am 30. September waren es jeweils um die 20 Liter – also zwei volle handelsübliche Gießkannen pro Quadratmeter.

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Bei den Temperaturen lag der Monat am Ende mit 13,3 Grad um ein Grad unter dem langjährigen Mittel. Das hat in diesem Jahr nur der Januar geschafft. Der April lag genau im Schnitt, alle anderen Monate zum Teil erheblich darüber. Der September brachte weder Nachtfröste, aber auch keine Sommertage mit über 25 Grad mehr. Am wärmsten war es noch am 5. September mit 23,2 Grad. Die kälteste Nacht lag am 16. September bei 4,8 Grad.

Damit setzt sich der September 2017 vor allem vom September 2016 ab. Der war richtig heiß und lag am Ende mit 3,5 Grad über dem langjährigen Mittel.

Angesichts der Temperaturen und der Regenmenge verwundert es nicht, dass sich die Sonne rar gemacht hat. 137 Sonnenstunden hat Karl in Kitzingen registriert. Vor einem Jahr waren es noch 214, 2012 sogar 221. Dass es auch anders geht, zeigten die Jahre 2007 mit 132 Stunden und 2008, als die Sonne nur an 110 Tagen schien.

Angesicht der Temperaturen und der Niederschläge schauen die Bauern nicht ganz zufrieden auf die nassen Felder. Der Silo-Mais ist zwar so gut wie weg und dem Körnermais macht das Wetter wenig aus. Die Zuckerrübenernte wird allerdings durch die nassen Böden ein bisschen ausgebremst. Zumal die Zuckerfabrik nach dem Feuer im Sommer noch Schwierigkeiten mit der Vor-Reinigung hat und keine dreckigen Rüben brauchen kann.

Aber auch für die Sojabohnen und die Sonnenblumen ist das nasse Wetter derzeit alles andere als günstig. Das gilt auch für die Aussaat des Winterweizens, der bei uns in der Regel den Rüben folgt. „Was wir jetzt bräuchten, wäre ein goldener Oktober“, so Karl. Aber davon ist zumindest in die Wettervorhersagen derzeit nicht die Rede.