An der Hauptstraße in Volkach besitzt Thomas Martin eine Vinothek und eine Weinbar, und nun stellte er im Rat den Antrag, die beiden Parkplätze vor seinem Anwesen als Außenbestuhlung zu nutzen. Nun ist das Thema "Parkplätze in der Volkacher Altstadt" grundsätzlich ein Reizthema, denn in der gedrängt engen Altstadt "sind Parkplätze ein rares Gut", wie es der Bürgermeister ausdrückte, und er stellte die grundsätzliche Frage: "Wollen wir nun zwei Parkplätze opfern, oder reicht einer aus?".

Eine Frage, an der sich die Geister wie erwartet schieden. Marlies Dumbsky hätte gern eine Bedarfsberechnung gesehen, doch das sah Bäuerlein skeptisch. Denn dann, so der Bürgermeister sinngemäß, müssten entweder mehrere Parkhäuser gebaut oder alle Autos gestapelt werden. Auch bei der Frage nach den Bezugsgrößen, also den Parkplätzen im Vergleich zum Gasthaus oder Ladengeschäft, kam Dumbsky nicht weiter. Dann, so Barbara Nikola-Bier, müssten auch sämtliche Einzelhändler mit einbezogen werden, weil auch die ein Interesse hätten, ihren Kunden Parkplätze vorhalten zu können.

Mit einer Plexiglasscheibe arbeiten?

Letztlich einigte sich der Rat mit 8:1 Stimmen darauf, einen der beiden Parkplätze für eine Außenbestuhlung frei zu machen. "Dann kann ich dort während der Corona-Zeit vier Sitzplätze anbieten", so Thomas Martin, der zu Wort kommen durfte. Vielleicht, so die Überlegung des Bürgermeisters, könne man sich mit dem angrenzenden Eiscafé einigen oder mit einer Plexiglasscheibe arbeiten. Was dann zu einer Kollision mit der Weinstube Torbäck führen könne, deren Pächterin ebenfalls außen bestuhlt hat. Bäuerlein wies mehrmals darauf hin, dass jede Parkplatzentscheidung in der historischen Altstadt eine Einzelentscheidung sei, "da ist kein Fall wieder andere".