Etwa 50 Bürger und Stadträte verfolgten die Bürgerversammlung im Hellmitzheimer Gemeindegarten. Bei Bürgermeister Dieter Lenzer waren viele Bürgeranfragen eingegangen, die er nacheinander abarbeitete.

Zunächst galt sein Dank der Feuerwehr für ihre Unwettereinsätze in den vergangenen Tagen sowie der geleisteten Nachbarschaftshilfe. Iphofen und seine Stadtteile seien insgesamt glimpflich davongekommen, bilanzierte er.

Für die Beteiligung am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gab die Stadt 9070 Euro aus. Als Preisgeld gab es auf Bundesebene 10 000 Euro sowie 3000 Euro aus der Stiftung Grüne Stadt, informierte Lenzer. Die Frage, ob das Geld verrechnet werde, verneinte das Stadtoberhaupt. Zweiter Bürgermeister und Stadtteilreferent Hans Brummer ergänzte, dass das Geld auch nicht verbaut sei, denn die Dorfgemeinschaft wolle keinen Schnellschuss.

Mehr Wohnraum schaffen

Breiten Raum nahm die Sorge um mehr Bauplätze und mehr Wohnraum ein. Bürgermeister Lenzer kündigte an, dass die alte Dorfschule zu Wohnraum umgenutzt werden solle, bei Bauplätzen sehe es aber nicht sehr gut aus. Einer sei derzeit befristet reserviert und am Adelsberg II werde derzeit geprüft. Allerdings habe er wenig Hoffnung, dass wegen der früheren Bergbautätigkeit gebaut werden dürfe.

Im Stadtteil habe es im Vorjahr nur einen einzigen Wohnhausneubau gegeben. Es gebe zwar Baugrundstücke, die aber seien ohne Bauabsicht in privater Hand. Daher bewege sich die Einwohnerzahl seit Jahren konstant um 397. Bürger forderten Maßnahmen, damit nicht vermehrt junge Leute mangels Wohnraum wegziehen.

Kirchturmsanierung liegt den Bürgern am Herzen

Auch die Sanierung ihres Kirchturmes liegt den Hellmitzheimern am Herzen. Ein Holzgutachten liege bereits vor, es werde aber noch der Typ des Schwammes gesucht, der das Gebäude befallen hat. Erst danach sei ein Sanierungskonzept möglich, die Fassade eingeschlossen.

Zur Nahversorgung erklärte Lenzer, es sei ja noch ein Bäcker im Ort, ein Einzelhandelsgeschäft sei aber nur schwer denkbar.

Auch der Klimaschutz ist in Hellmitzheim ein Thema. Allerdings musste Lenzer einräumen, dass die Stadt nur im Kleinen etwas bewirken könne. So sei ein Fernwärmewerk gebaut worden, das Holz aus eigenem Wald verwende. In der Stadt gebe es bereits zwölf E-Ladesäulen, zwei weitere kommen noch. Zudem sei im Bauhof ein Elektrofahrzeug in Betrieb.

Beim Hochwasserschutz wies Bauamtsleiter Matthias Kurth darauf hin, dass die Stadt schon vor Jahren das Breitbachtal mit Millionenaufwand ausgebaut und als Regenrückhalt ertüchtigt habe.

Gefährliche Verkehrssituationen im Altort

Ein Ärgernis ist das Park- und Fahrverhalten im Altort. Die 90-Grad-Abbiegung gegenüber dem Kindergarten und abgestellte Fahrzeuge sorgten nach Erkenntnis von Anwohnern für gefährliche Verkehrssituationen. Bürgermeister Lenzer versprach, das Problem bei der nächsten Verkehrsschau mit der Polizei zu thematisieren.

In der Waldpädagogik der Stadt kommen neben der Grundschule auch die Kindergärten zum Zug. Die für rund 230 000 Euro mit Leader-Mitteln errichtete Schutzhütte ist seit 2020 in Betrieb und kann von den Kindergärten eigenverantwortlich genutzt werden.

Für die Sanierung der Kernwege als gefördertes ILE-Projekt wurde ein Planungsbüro beauftragt, es wird bis voraussichtlich Ende der Sommerferien ein Baugrundgutachten erstellt.

Es war schon dunkel und kühl geworden, als der Bürgermeister die Open-Air-Bürgerversammlung schließlich abschloss.