Seit einem Jahr ist das Segnitzer Dorfgemeinschaftshaus fertiggestellt. Nagelneu, modern und einladend soll es den Einwohnern und Vereinen als Treff- und Mittelpunkt dienen. Die Räume sind für die verschiedenen Bedürfnisse, von der Familienfeier bis zur Vereinssitzung, eingerichtet – inklusive voll ausgestatteter Küche. Lange wurde getüftelt und geplant, um das Haus so zu gestalten, dass es allen Ansprüchen gerecht wird. Jetzt könnte es endlich genutzt werden. Könnte, denn aufgrund der Corona-Pandemie finden derzeit zwar die Sitzungen des Gemeinderates dort statt, Familienfeiern und ähnliches aber eben nicht.

Anfragen gebe es, so Bürgermeister Peter Matterne. Allerdings liege es nicht nur an Corona, dass mancher vor einer Buchung zurückschreckt: Die Mietpreise für den Saal samt Küche und Geschirr seien zu teuer. Noch unter seiner Vorgängerin Marlene Bauer hatte der Gemeinderat eine detaillierte Tabelle mit Posten für Miete, Strom, Reinigung, Heizung und Geschirr erstellt. Den großen Saal "mit allem" zu mieten, kostete demnach 425 Euro, im Winter plus 50 Euro Heizkostenpauschale. Günstiger wurde es für Vereine oder wenn nur der abgeteilte kleine Saal gemietet wurde. Petra Eder, die in der letzten Sitzung als Zuhörerin das Thema aufgebracht hatte, plant eine Familienfeier, sofern es die Pandemie erlaubt, und sagt klar: "Das ist zu teuer".

Günstigere Pauschale soll helfen

Damit ist sie einer Meinung mit dem Bürgermeister, der mit einem Alternativ-Vorschlag in die Sitzung kam: Der Saal solle pauschal für 200 Euro vermietet werden, für Vereine solle es eine Jahrespauschale geben und Jubilare erhalten je nach Alter einen Rabatt – bis hin zur kostenfreien Vermietung für den 100. Geburtstag. Die meisten Räte waren mit einer Absenkung der Miete einverstanden. Dennoch zeigten sie Verständnis für die Intention ihrer Vorgänger: Bewusst hatten diese die Preise so gestaltet, um der örtlichen Gastronomie nicht in die Quere zu kommen. Diskutiert wurde, ob Mieter etwa die Reinigung selbst übernehmen und damit sparen sowie die Preise nach Personenzahl gestaffelt werden könnten. Nach einigem Hin und Her einigte man sich auf eine Pauschale von 275 Euro für den großen Saal und 125 Euro für den kleinen Saal, inklusive Reinigung und aller Nebenkosten. Dazu kommt eine Kaution von 400 Euro. Mit drei Gegenstimmen wurde das Benutzerentgelt beschlossen.

Der Antrag, den Achim Volkamer in der letzten Sitzung gestellt hatte, war diesmal erneut Thema. Es ging um die seiner Meinung nach nicht sachgerechten Rückschnitte, die in der Segnitzer Flur stattgefunden hatten. In der Zwischenzeit hatte sich der Gemeinderat bei einem Ortstermin die fraglichen Stellen angesehen. Bürgermeister Matterne stellte nochmals klar, dass er mit der Beauftragung einer Fachfirma davon ausgegangen sei, dass die Arbeiten korrekt verrichtet würden. Nach den Worten von Gemeinderat Herbert Müller sei vor Ort vereinbart worden, bis zum Herbst abzuwarten, ob Hecken und Sträucher wieder austreiben und regenerieren. Sollte das nicht der Fall sein, könne immer noch nachgepflanzt werden.

Schaden wird repariert

Achim Volkamer schlug dennoch vor, dass zumindest die gefällten Bäume nachgepflanzt werden. Wenn sie am ursprünglichen Standort stören, weil der zu nach am Weg war, dann eben an einem anderen geeigneteren Ort. Christian Wunder schlug vor, das Thema "naturnahes Mulchen" aus dem Antrag herauszunehmen und bei Gelegenheit ausführlicher zu besprechen. Das Thema sei zu komplex, um es schnell zu entscheiden. Ansonsten berichtete auch er vom Konsens beim Ortstermin, "nicht regenerationsfähige" Gewächse nachzupflanzen. Welche das seien, sehe man aber eben erst im Herbst. Schließlich konnten sich die Räte darauf einigen, dass der Schaden grundsätzlich repariert wird. Außerdem wird Achim Volkamer zusammen mit Herbert Müller nach passenden Standorten für die neu zu pflanzenden Bäume suchen. Ein detaillierter Mulchplan soll bei passender Gelegenheit erstellt werden. Dagegen stimmte lediglich der Bürgermeister.

Ein Winzer möchte die bestehende Tropfbewässerungsanlage seiner Weinberge erweitern und deshalb die bestehende Leitung verlängern. Dafür muss er den Flurweg zwischen seinen Weinbergen unterqueren. Die Bauarbeiten übernimmt er selbst, für etwaige Schäden muss er aufkommen. Die Räte stimmten einem entsprechenden Straßenbenutzungsvertrag zu.

Haselmaus durchquert Eadweg-Pläne

Bürgermeister Matterne informierte aus einem Treffen mit dem Straßenbauamt zum Radweg nach Sulzfeld: "Der Radweg kommt auf jeden Fall, aber es verzögert sich wieder einmal." Die Pläne stehen, nun kommt noch die Naturschutzbehörde ins Spiel: Im geplanten Bereich siedelt die Haselmaus und für die muss nun erst ein neues Habitat gefunden werden. Die Umsiedlung wird mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen, erst dann können die Bauarbeiten beginnen. Für den Übergang denken die Verantwortlichen über eine Ampellösung nach, mit der sich Radfahrer und Autos die vorhandene Straße teilen können.

Stellvertretender Bürgermeister Christian Lauck informierte, dass er zusammen mit der Dorfjugend eine Umkleidekabine für die Badebucht am Main errichten werde. Sie soll bis zur Badesaison fertig sein.