Vielleicht kommt er ja noch einmal herab, der Heilige Geist. Pfingsten ist doch sein Fest. Vielleicht erbarmt er sich und fährt mal runter, Richtung Kitzinger Rathaus, wenn sich dort die Stadtmütter und -väter treffen und alles andere als himmlisch zusammenarbeiten. Zwar reden sie nicht in unterschiedlichen Sprachen. Aber verstehen? Nein, verstehen können - oder wollen - sie einander, den OB und die Stadtverwaltung trotzdem nicht.

Keine Frage: Demokratie ist ein hohes Gut - aber eben nur so gut, wie diejenigen, die sich an ihr versuchen. Beispiel: Die Stadtverwaltung hat von sich aus einen viel versprechenden "Rahmenplan" für die Entwicklung Etwashausens ausgearbeitet. Trotzdem wand sich nun fast jeder zweite Stadtrat wie ein Aal. Ein guter Plan, klar - aber so einfach beschließen und damit das Ass in den Händen der Verwaltung lassen? Nein, also das dann doch nicht.
Da redet man lieber hin und her, kreuz und quer, ohne einander zuzuhören oder auf die Argumente des anderen einzugehen. So eine Zeitverschwendung.

"Die Demokratie darf nicht so weit gehen, dass in der Familie darüber abgestimmt wird, wer der Vater ist", hat der frühere Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt mal gesagt. Da hatte er verdammt Recht. Heiliger Geist, auf dir ruht die letzte Hoffnung: Komm herab auf unsere Stadträte.