Das Gelände des ehemaligen Steinwerks Fenn in der Adam-Fuchs-Straße Marktbreit, direkt neben der Feuerwehr der Stadt, wird wohl der neue Standort der Verwaltung für die VG-Marktbreit werden. Das gab VG-Vorsitzender und Marktbreits Bürgermeister Harald Kopp in der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung am Donnerstagabend bekannt.

An die Öffentlichkeit ging Kopp damit jetzt, weil "alles in trockenen Tüchern ist", so Kopp, weil der Notariatsvertrag unterzeichnet ist. Dass ein Ersatz für die Unterkunft der Verwaltung im historischen Rathaus dringend nötig ist, das ist seit längerem unbestritten. Zu eng, zu wenige Räume und vielfach nur noch Improvisation für moderne Verwaltungsabläufe, so ist es im alten Gemäuer. Da eine Erweiterung vor Ort nicht möglich ist, blieb eigentlich nur ein Neubau. Das Wo war wohl heftig diskutiert, am Ende bleib es aber beim Standort Marktbreit.

Parkplätze in der Innenstadt werden frei

In einer vorausgegangenen Gemeinschaftsversammlung im Februar diesen Jahres wurden für einen Grundstückskauf 450 000 Euro in den Haushalt eingestellt. "Wir sind dabei, etwas an Land zu ziehen", sagte Kopp damals. Das ist nun wohl gelungen, das neue Gelände liegt am Rande der Stadt, am Main, kurz vor dem Kreisverkehr in Richtung Ochsenfurt. Insgesamt umfasst das gekaufte Gelände eine Fläche von rund 3300 Quadratmetern, bietet also genügend Platz für ein neues Verwaltungsgebäude und vor allem Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher. Positiver Nebeneffekt: Diese Parkplätze werden in der Innenstadt und am Kranen frei für Anwohner und Besucher der Stadt.

Noch ist offen, wie ein solcher Neubau finanziert werden soll. In einer ersten Kalkulation geht Kämmerer Wolfgang Schmer von Investitionskosten in Höhe von rund sechs Millionen Euro für die Gesamtmaßnahme aus. Die könnten komplett über Kredite oder über eine Investitionsumlage erfolgen. Eine Berechnung zeigt: Die Investitionsumlage belastet die VG-Kommunen zwar nur kurz über wenige Jahre, das aber hoch, teilweise müssten die Gemeinden zur Finanzierung eigene Kredite aufnehmen.

Kämmerer: "Im nichtöffentlichen Teil gehen wir ans Eingemachte"

Eine Finanzierung über einen VG-Kredit hätte den Vorteil, dass die jährliche Belastung weitaus geringer, aber über einen längeren Zeitraum ausfällt. Und: Ein großer Kredit für die VG könnte zu günstigeren Bedingungen, als mehrere kleine Darlehen der Gemeinden zu bekommen sein, so der Kämmerer und weiter: "Im nichtöffentlichen Teil gehen wir ans Eingemachte."

Der Grundsatzbeschluss für die Schaffung neuer Verwaltungsräume in einem eigenen Gebäude war, so Kopp, bereits in nichtöffentlicher Sitzung gefallen. Nächster Schritt wird es sein, die Verwaltung zu beauftragen, ein Planungsbüro zu suchen, das einen Planungswettbewerb ausschreibt.

Und wie wird es dann mit dem historischen Rathaus in Marktbreit weiter gehen? Eine Frage, die Kopp am Donnerstag noch nicht beantworten konnte. Erste Ideen dafür lägen zwar vor, die müssten allerdings erst mit dem Stadtrat besprochen und abgestimmt werden. Und noch ist dafür auch Zeit, denn vor dem Jahr 2025 dürfte nicht mit einer Fertigstellung des Neubaus gerechnet werden.