Die Ratssitzungen in Mainstockheim sind immer gut besucht - nicht so am Donnerstag. Kein Bürger kam in die Mehrzweckhalle. "Vernünftig", fand das Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs, auch wenn er die Abwesenheit der Bürger doch ein wenig bedauerte. Rund zwei Drittel der Räte trugen einen Mund-Nasenschutz, der Rest verließ sich wohl auf die Abstände in der großen Halle.

Einzig wirklicher Punkt im öffentlichen Teil der Sitzung war die 44. Änderung des Flächennutzungsplans Kitzingen im Bereich der Großlangheimer Straße, bei der es vor allem um die Anbindung der Nordtangente an die Staatsstraße 2272 geht. Wäre nicht Rat Peter Brandner Mitglied der IG Steigerwaldbahn, die eine Reaktivierung der Bahnstrecke Kitzingen – Schweinfurt erreichen möchte, es hätte keine Wortbeiträge gegeben. So monierte Brandner die "unrühmliche Haltung meiner Partei (CSU) in dieser Frage" und stimmte gegen die Planung der Stadt, die nach seiner Meinung die Entwidmung der Bahnstrecke in diesem Bereich verfestige.

Wichtigster Punkt am Donnerstag waren, wie so manches Mal in Mainstockheim, die Bekanntgaben des Bürgermeisters. Hier versteckt Karl-Dieter Fuchs gerne das eine oder andere Thema, das dann intensiv diskutiert und am Ende auch noch beschlossen wird. Diesmal war es die Ehrenamtskarte und welche Vergünstigungen es von Seiten der Gemeinde für Karteninhaber geben könnte.

Die Fähre hatte sich Fuchs da zusammen mit seinem Kollegen aus Albertshofen ausgedacht. Über das "Wie" allerdings wurde dann ausgiebig diskutiert: Komplett kostenlos für die Inhaber der Ehrenamtskarte, Gutscheine für ein paar Fahrten oder auch eine Ermäßigung der Kosten - eine Fülle an Vorschlägen flutete den Raum.

Am Ende die Entscheidung: Es wird geprüft, ob das Einbuchen einer Sonderfahrt in die Kasse der Fähre möglich ist. Wenn ja, muss entschieden werden, wie groß der Nachlass für diese Sonderfahrt mit der Ehrenamtskarte werden darf. Wenn nein, dann muss eine andere Lösung gefunden werden - oder auch nicht. Und das alles geht dann auch wohl nur mit Einverständnis der Albertshöfer, die Partner im Betrieb der Fähre sind.

Auch in den Jahren 2021 und 2022 erhält die Gemeinde ihren Strom vom Anbieter N-Ergie. Der Bürgermeister gab eine entsprechende Auftragsvergabe bekannt, die Kosten belaufen  sich auf 4,443 Cent pro Kilowattstunde für Ökostrom.