Mit einem Tag der offenen Türe am Samstag machte die Fachoberschule Berufsoberschule (FOS/BOS) Kitzingen auf sich aufmerksam. Vier Stunden lang konnten interessierte Jugendliche, deren Eltern, aber auch ehemalige Schüler das frisch renovierte Haus besichtigen und sich viel Informationen über die Schulform und die Möglichkeiten zum Abitur vor Ort holen.

Auch im Bereich der FOS/BOS schlägt die Demografie zu: Die Schülerzahlen sinken in den vergangenen Jahren kontinuierlich von knapp 400 auf aktuell noch 330. Dabei bleiben die Zahlen der Fachoberschule weitgehend stabil, bei der BOS schlägt aber die gute Konjunktur zu, Arbeitsplätze gibt es genügend und die, so Schulleiter Andreas Breitenbacher, sind auch noch gut bezahlt.

Voraussetzung für den Eintritt in die Schulen ist der mittlere Bildungsabschluss, bei der BOS zudem eine abgeschlossene Ausbildung. Mit diesen Voraussetzungen kann dann allerdings in zwei oder drei Jahren das Fachabitur und das Abitur abgelegt werden.

Hoher Praxisbezug

In Kitzingen bietet die Schule die Zweige Sozialwesen, Technik und Wirtschaft an. Wichtig für die Schule ist der hohe Praxisbezug, die Schüler sind während ihrer Zeit dort ein halbes Jahr im Praktikum, lernen also die Arbeitswelt direkt kennen.

Mit dem Tag der offenen Türe will die Schule auch ihr vor zwei Jahren grundsaniertes Haus präsentieren. Rund 3,5 Millionen Euro hatte der Sachaufwandsträger, der Landkreis Kitzingen, investiert, um Gebäude und Ausstattung auf den neuesten Stand zu bringen.

Es war im Schuljahr 1970/1971, als in Bayern die neue Schulform der Fachoberschule eingeführt wurde. 40 Schulstandorte waren es damals, darunter auch Kitzingen, die an den Start gingen. Sachaufwandsträger zu Beginn war die damals noch kreisfreie Stadt Kitzingen, die Schule mit ihren 40 Schülern war unter anderem in der Schrannenstraße untergebracht.

Schülerzahlen stiegen kontinuierlich

1976 wurde der Landkreis der Sachaufwandsträger, rechtzeitig zum zehnjährigen Bestehen 1980 hatte die Schule dann auch mit einem Neubau ein eigenes Gebäude, die Schülerzahl war auf 277 in zwölf Klassen angestiegen. Ein Wachstum, das anhielt und ein Jahr später gar auf 423 stieg. Der Grund war eine Aufnahmebeschränkung an der FOS Würzburg, über 80 Schüler aus Stadt und Land Würzburg wurden in Kitzingen aufgenommen.

Ähnliches passierte im Jahr 2003 noch einmal, damals gründete die Kitzinger Schule gar eine Außenstelle in Würzburg, insgesamt hatte die FOS Kitzingen dann 665 Schüler. Den Gipfel an Schülerzahlen weist das Jahr  2010 mit 1200 Schülern aus, davon gut die Hälfte in Würzburg. Eine Lage, die sich erst mit der Neugründung der FOS/BOS Würzburg 2013 entspannte.

Fast zeitgleich wurde in Kitzingen das Staatliche Berufliche Schulzentrum Kitzingen-Ochsenfurt errichtet, in das auch die FOS/BOS Kitzingen eingegliedert wurde.