Zu einem regelrechten Marathon-Match entwickelt sich im Wiesentheider Gemeinderat das Thema Zuschuss zum Neubau der Tennisplätze des Sportvereins TSV/DJK. Zum wiederholten Mal wurden diesmal die Argumente hin und her gespielt, erneut kam das Gremium zu keiner Entscheidung über die Höhe einer Zuwendung.

Hintergrund ist, dass der Verein seine Tennisplätze erneuern möchte. Auf den Plänen ist auch eine Garage zum Lagern mit einem kleinen Wirtschaftsgebäude und einem geselligen Raum vorgesehen. Die bereits mehrfach abgeänderte Variante sah zuletzt Kosten in Höhe von 162 600 Euro vor. Der Verein kann das nicht stemmen und bat die Kommune um einen Zuschuss von 121 000 Euro.

Hauptplatz ist nicht mehr bespielbar

Die Zuschussrichtlinien des Marktes für die Vereine sehen jedoch eine derart große Beteiligung nicht vor, was auch Bürgermeister Klaus Köhler weiß. In den Richtlinien heißt es, dass bis zu 25 Prozent Zuwendung für vereinseigene Gebäude, sowie bis zu 50 Prozent für gemeindliche Gebäude gewährt werden. Schwierig ist in der Frage, was nun gemeindlich an der Anlage ist und was nicht.

Zudem hat das Tennisgelände eine komplexe Vorgeschichte. Das bisherige Tennis-Vereinsheim und der Hauptplatz liegen idyllisch etwas oberhalb der Anlage. Der Hauptplatz kann seit einigen Jahren nicht mehr bespielt werden, weil der Hang zum darunter vorbei fließenden Sambach abgerutscht ist. Eine Sanierung wäre viel zu aufwändig.

Um dem Einhalt zu gebieten, legte die Gemeinde bereits 2019 fest, dass sie das Bachufer mit Steinquadern dauerhaft sichert. Die Kosten wurden damals auf 85 000 Euro berechnet, dazu noch einmal 30 000 Euro zum Erneuern der Plätze. Später wurde als Variante ins Spiel gebracht, dass die Tennisplätze auf den Hartplatz des direkt angrenzenden Sportzentrums neu errichtet würden. Dafür hätte der Verein jedoch deutlich weniger Zuschüsse vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) bekommen. Auch wegen der Kosten wurde das verworfen.

Hinzu kommt, dass das Hochwasser im Juli diesen Jahres einen der drei bestehenden Plätze unterspült hat. Der Platz ist kaputt und seitdem nicht mehr bespielbar. Eine Erneuerung der Anlage sei dringend nötig, auch um den Fortbestand der zuletzt wieder florierenden Sportart in Wiesentheid überhaupt zu erhalten. Das hatten die Abteilungsleiter bei der Bitte um die Zuwendung zu bedenken gegeben.

Der Zuschuss wurde wieder einmal vertagt

Zuletzt hatte der Verein beantragt, dass die Gemeinde das Projekt mit 121 000 Euro bezuschusst. Im gleichen Zuge fiele das einstige Tennis-Vereinsheim und der Hauptplatz am Hang der Kommune zu. Das Gebäude könnte die Gemeinde als künftiges Jugendhaus nutzen. Es abzukaufen, wäre denkbar, signalisierten die Gemeinderäte. Jedoch müsste man den Wert noch einmal ermitteln.

Der Vorschlag von Bürgermeister Köhler, das Gebäude für 40 000 Euro für das Gebäude anzusetzen, dazu 80 000 Euro für das Gelände bereit zu stellen, fand keine Mehrheit im Rat. Es hätten sich zu viele neue Aspekte ergeben. Zudem seien die Zuschussrichtlinien eindeutig, da wolle, da könne man keine Ausnahme machen, hieß es von einigen. Schließlich wurde der Punkt mit zehn zu sieben Stimmen vertagt. Die Verwaltung hat nun den Auftrag, noch einmal die Kosten und Zahlen detailliert ermitteln.