Einen deutlichen Heimsieg landeten die Abtswinder Kicker gegen den Unterfranken-Rivalen FC Fuchsstadt. Doch wen interessierte das im Kräuterdorf wirklich?
Mit Trauerflor wehten die Vereinsfahnen am Abtswinder Sportgelände auf Halbmast. Vor dem Anstoß gedachten Mannschaften und Zuschauer in einer Schweigeminute des am vorherigen Wochenende tödlich verunglückten Abtswinders Steffen Mix.
Fuchsstadts Trainer Martin Halbig hatte angeboten, die anstehende Begegnung zu verlegen, doch nach langer Besprechung entschied sich Abtswinds Mannschaft schließlich für eine Austragung. „Eigentlich wollten wir nicht spielen, aber wir haben uns dafür entschieden, da es im Sinne von Steffen gewesen wäre“, erklärte Abtswinds Trainer Petr Škarabela.
Es wurde gespielt, doch in Anteilnahme hielten sich alle Beteiligten auf und neben dem Platz beim Abtswinder 5:1 (2:0) über Fuchsstadt zurück. Leise Töne aus den Lautsprechern und bedächtiger Jubel nach den Toren; angesichts des Unbegreiflichen waren Spiel und Ergebnis nur nebensächlich.
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„Nach einem solchen Schicksalsschlag rückt der Fußball in den Hintergrund“, fand Halbig passende Worte und Škarabela sprach das für seine Mannschaft das Wesentliche an: „Ich habe den Jungs nicht viel gesagt, nur dass sie für Steffen und Christoph spielen sollen“, sagte er.
Sechs Minuten waren vorbei, Abtswind führte bereits mit 2:0. „Da war das Spiel entschieden“, stellte Halbig fest. Bereits bei Abtswinds erster Aktion zum gegnerischen Tor stoppte Fuchsstadts Frederik Döpfert den nach vorne aufgerückten Adrian Graf regelwidrig im Strafraum. Den daraus resultierenden Elfmeter verwandelte Adrian Dußler platziert zum 1:0, wobei Torhüter Sven Eyrich die Ecke noch geahnt hatte. Auch Abtswinds zweiter Vorstoß führte ins Ziel, wobei die Gäste einen langen Pass Mathias Brunschs in die Spitze zunächst abgewehrt hatten, doch Michael Herrmann holte den Ball zurück und leitete ihn zunächst auf Philipp Hummel weiter. Auf dessen Abspiel erzielte der auf rechts freistehende Steffen Barthel das schnelle 2:0.
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit blieben die Abtswinder spielbestimmend. Einen Schuss Barthels nach einem Solo durch die nur beistehende Abwehr wehrte Eyrich zur Ecke ab. Den von Barthel mit Dußler kurz ausgeführten Eckstoß konnte Fuchsstadts Torhüter nicht festhalten, doch Brunschs Kopfball flog knapp am Tor vorbei. Als sich Stürmer Pascal Kamolz hinter die Mittellinie fallengelassen hatte, leitete er mit einem Pass auf Przemyslaw Szuszkiewicz das 3:0 ein, dessen Flanke Peter Mrugalla per Kopf dem Torschützen Nicolas Wirsching vorlegte. Mit dem wuchtigen und leicht abgefälschten Freistoß Dominik Halbigs zum 1:3 war eine Standardsituation in der ersten Halbzeit Fuchsstadts einzige abgeschlossene Aktion. Aus dem Spiel heraus kamen die Gäste an den aufmerksam verteidigenden Gastgebern nicht vorbei.
Zur zweiten Halbzeit stellten die Gäste um, Halbig beorderte Abwehrspieler Christoph Schießer anstelle des ausgewechselten Döpfert nach links vorne, doch mehr Schwung brachte das nicht, denn Abtswind verstand sich auch nach dem Seitenwechsel darauf, seine Führung zu verwalten und das Spiel zu kontrollieren. Nach gut einer Stunde verwandelte Graf einen von Eyrich im Herauslaufen an Kamolz verursachten Foulelfmeter zum 4:1.