Schöner Erfolg für den Heimkehrer

3 Min
Noch spricht Oliver Koch bei der SG Castell/Wiesenbronn nicht von der Meisterschaft. Mit einem Sieg im Spitzenspiel könnte sich das ändern.
Foto: Hans Will

Mit Oliver Koch gerät Absteiger Castell/Wiesenbronn in die erhoffte Aufbruchstimmung. Aber wird das aktuelle Hoch die Mannschaft auch zur Meisterschaft tragen?

Viel mehr Spitzenspiel geht nicht als an diesem Sonntag beim Duell der A-Klasse zwischen der SG Castell/Wiesenbronn und der SG Klein-/Großlangheim. Einen Zähler Vorsprung hat Gastgeber Castell, der in dieser Runde erst ein einziges Mal verloren hat: beim 1:2 in der Hinrunde in Großlangheim. Sonst weist die Mannschaft von Spielertrainer Oliver Koch eine Bilanz von 16 Siegen auf. Der Rivale aus Klein- und Großlangheim hat bisher nur bei zwei Unentschieden, gegen Rügshofen und Volkach II gepatzt.

Fällt also diesmal bereits eine Vorentscheidung im Titelrennen. Daran mag Castells Spielertrainer Oliver Koch nicht recht glauben. „Es sind danach immer noch acht Spiele, das ist ein Drittel der Saison. Da werden 24 Punkte vergeben. Außerdem hatten wir zu viele enge Spiele dabei, die vom Verlauf her nicht so deutlich waren, wie es das Ergebnis aussagt“, sagt der 26-Jährige.

Seit dem vergangenen Sommer ist der aus Castell stammende Koch im Verein. Im Juni musste er von außen zuschauen, als der im vierten Jahr bestehende Zusammenschluss nach nur einem Jahr in der Kreisklasse über die Relegation abstieg. In der Verlängerung folgte die bittere Niederlage beim 2:4 gegen Dürrfeld/Obereuerheim. Also hieß es, einen erneuten Anlauf nach oben zu starten.

1#googleAds#100x100

Die Enttäuschung über den Abstieg war schneller verflogen, als der neue Spielertrainer es gedacht hatte. „Ich war selbst überrascht, dass beim Training sofort alle da waren“, sagt Koch mit Blick auf den Start im Juli. Wohl auch, weil sich viele mit ihm, der zuvor immer höherklassig kickte, einen Neuanfang erhofften. Zudem lief die Vorbereitung gut an. „Wir haben gleich hoch gewonnen. Da war die Stimmung recht positiv, keiner redete mehr vom Vorjahr“, erinnert sich Koch.

Vor der Runde habe man den Wiederaufstieg als eindeutiges Ziel ins Visier genommen. Das wollten die Spieler auch so, wie Koch über einen Fragebogen herausfand, den er an alle Akteure verteilen ließ. Er selbst sei „durchweg positiv“ aufgenommen worden in seiner als Fußballer neuen Umgebung, denn gespielt hatte er bis dato nie für seinen Heimatort.

Mit Koch kamen weitere Neue zu Castell/Wiesenbronn, unter anderem Tobias Gnebner, ein richtiger Torjäger von der Abtswinder Reserve. Dieser steuerte in dieser Runde 28 der insgesamt 74 Tore bei, die mit Abstand meisten in der Klasse. Dabei sei seine Elf nicht bedingungslos auf Offensive getrimmt, sagt Koch, der zuvor einige Jahre für die SG Buchbrunn/Mainstockheim am Ball war.

„Wir stören den Gegner oft erst kurz vor der Mittellinie. Erst wenn er hinten überhaupt nicht raus will, gehen wir eher drauf.“

In die Rolle als Spielertrainer habe er sich gleich eingefunden, wenngleich er es noch nicht für diese Runde vorhatte. An seinen vorherigen Stationen habe er sich einiges abgeschaut von seinen Trainern. „Ich war immer einer, der im Spiel viel redet, der versucht, als verlängerter Arm mit reinzuwachsen“, sagt Koch. Seine Lektionen würden gut angenommen. „Wir hatten letzte Woche 27 Mann im Training. Die Spieler kommen gerne, haben richtig Bock drauf. Sie haben wieder richtig Spaß am Fußball“, sagt er über seine Eindrücke.

Zumal sich auch der erhoffte Erfolg eingestellt hat. Am Spielfeldrand wie auch beim Training hat er in Co-Trainer Jochen Busse einen Mann, der ihn bestens unterstützt. So lasse sich gezielter üben. Im Spiel verständigen sich die beiden kurz in der Halbzeitpause, was zu tun sei. Mit Jochen Bäuerlein, Holger Knorr und Bernd Scheufens passe auch die Mannschaft um das Team herum, erklärt Koch.

Was seine Mannen diesmal gegen Klein-/Großlangheim besser machen müssen als in der Vorrunde? Oliver Koch muss nicht lange überlegen. „Tore schießen. Wir hatten dort jede Menge Chancen. Der Gegner war extrem gut in den Zweikämpfen. Wir haben nicht so gut dagegengehalten. Außerdem haben sie aus zwei Chancen zwei Tore gemacht.“ Das gelte es, zu verhindern, auch wenn in Philipp Hertlein, Pascal Paul, Manuel Goller oder Joachim Paul einige Leistungsträger bei Castell/Wiesenbronn ausfallen werden.

Koch, der Wirtschaftswissenschaften studiert hat, kalkuliert schon ein wenig mit der Kreisklasse. „Für den Fall, dass wir aufsteigen sollten, brauchen wir uns nicht zu verstecken.“ Das habe bereits die Vorbereitung gezeigt, wo die SG gegen höherklassige Klubs gut aussah. Zunächst richten sich aber alle Augen auf das Spitzenspiel gegen Klein-/Großlangheim. „Da muss man nicht viel sagen, um die Leute zu motivieren. Sie fiebern schon seit zwei, drei Wochen auf das Spiel hin.“