Fünf Wochen sind es auf dem Tag genau, dann erfüllt sich der große Traum von Peter Röder - er bestreitet am 13. Oktober den härtesten Triathlon der Welt, den Hawaii-Ironman. Seit eineinhalb Jahren arbeitet der für den TV Großlangheim Startende und mittlerweile auch dort Wohnende auf den großen Tag hin. Doch auf der Zielgeraden hat bei ihm ein Umdenken stattgefunden. Statt unendlicher Schinderei will er Spaß bei diesem Wettbewerb haben. Der Auslöser ist ein Infekt, der ihn zehn Tage aus dem Rennen nahm.
"Eigentlich wollte ich beim Mainfranken-Triathlon am 11. August in Kitzingen antreten, doch am Mittwoch davor habe ich mich nach dem Radfahren schon nicht mehr gut gefühlt", sagt der Triathlet. "Danach war die Lunge zu und ich hatte Halsschmerzen ohne Ende." Nach Röders Auffassung spielte da auch der Kopf eine große Rolle. " Ich hatte mir vor Jahren vorgenommen, wenn ich in Kitzingen starte, will ich das Ding auch gewinnen." Der Druck habe ihn mental zugesetzt. "Wenn du nicht starten willst, dann lassen wir dich nicht starten", deutete er die Signale seines Kopfes und Körpers.
Peter Röder ist keinesfalls einer, der mit dem Druck bei Wettkämpfen nicht fertig werden würde: "Dort ist der Druck okay. Aber wenn ich mich Wochen vorher verrückt mache, dann nicht."
Die Freude solle wieder zurückkehren, sagt der 25-Jährige. Er habe nun seine Ziele für Hawaii zurückgeschraubt.
Überhaupt kein Spaß sei für ihn letztes Jahr der Triathlon in Mexiko gewesen. Diesen musste er aber erfolgreich bestreiten, um überhaupt nach Hawaii zu dürfen. "Es hat von Anfang an nur weh getan. Das Laufen war schon schlecht, die zwei platten Reifen beim Radfahren noch schlechter." Dagegen sei der Triathlon in Roth ein Bilderbuchwettkampf gewesen. "In diesen Zustand will ich auch wieder zurückkommen, dass ich mich einfach freue auf Hawaii." Es dürfe zwar mal zwischendrin etwas weh tun, sonst wäre es kein Wettkampf. "Wenn ich 9:30 Stunden erreiche oder darunter bleibe, bin ich zufrieden. Für mich ist nun dabei sein alles. Ich möchte das einfach genießen."

Der Hawaii-Ironman ist einmalig

Liebäugelte der Kitzinger noch vor einiger Zeit mit weiteren Starts auf Hawaii, änderte er seine Erwartungen. "Hawaii ist für mich für die nächsten Jahre eine einmalige Sache. Schließlich kostet das auch sehr viel Geld." Ein Triathlet müsse aber einmal dort gewesen sein, erst dann dürfe er sich als wirklicher Ironman bezeichnen.
Trotz der Krankheit inmitten der heißen Vorbereitungsphase ist Peter Röder mit seinem Trainingstand sehr zufrieden: "Ich bin deutlich weiter als letztes Jahr. Ich kann viel mehr Gas geben, hauptsächlich beim Radfahren, aber auch beim Laufen." Der Infekt habe ihm eher gut getan, "da ich den Tank nochmals auffüllen konnte und die nächsten vier Wochen davon zehren kann", betont der Triathlet.
Diese Woche stehen 500 Kilometer Radfahren, 70-80 Kilometer Laufen und 15 bis 16 Kilometer Schwimmen auf dem Speisezettel. In den nächsten zwei Wochen will Röder das Pensum noch steigern. "Die Vorbereitung ist für mich eine Woche vor dem Abflug am
3. Oktober abgeschlossen", sagt der Sportler. Am Samstag,
13. Oktober, fällt dann der Startschuss. Die 3,8 Kilometer Schwimmen will Peter Röder möglichst in einer Zeit von 55 Minuten bewältigen. Warum er es so eilig hat: "Ich möchte der Masse davonschwimmen, damit ich nicht in einen Pulk gerate, was im offenen Meer aber schwer ist. Wenn ich früher aus dem Wasser komme, gerate ich auch nicht beim Radfahren ins Getümmel", macht Röder keinen Hehl daraus, das er möglichst den Triathlon für sich absolvieren will, um sich voll auf den Wettbewerb zu konzentrieren.
"Mit 9:30 Stunden dürfte ich nach weiteren 180 Kilometern Radfahren und einem Marathon (42,195 Kilometer) im vorderen Viertel des Feldes liegen. Damit müsste ich unter die ersten 300 kommen", gibt er eine Prognose ab. Allerdings sei ihm die Zeit wichtiger als irgendeine Platzierung.
Auch wenn der 25-Jährige heuer Hawaii nur genießen möchte, seinen Traum vom Profitum hat er nicht aufgegeben. 2014 ist das magische Datum - solange ist Peter Röder beruflich freigestellt. "Nächstes Jahr werde ich wieder bei der Challenge in Roth (ehemals Ironman) starten. Da soll es eine Zeit unter neun Stunden werden (2011 erreichte Röder 9:47 Stunden), "was bei meiner jetzigen Trainingsverfassung auch drin wäre. 2014 will ich dann richtig schauen, dort vorne mitzulaufen." Um solche Ziele zu erreichen, bedarf es auch ganz anderer Trainingsbedingungen, und die hat sich Röder schon geschaffen. "Nach Hawaii werde ich bald wieder voll ins Training einsteigen und schon im Winter intensiv trainieren. Insgesamt zehn Wochen sei er in dieser Zeit als Radguide auf Lanzarote. "Dort kann ich Grundlagen auf dem Rad legen." Denn seine Vision besteht weiter, mit weniger Druck und einem sinnvolleren Tempo und dementsprechender Vorbereitung: "Ich versuche weiter, die nächsten zwei Jahre als Sprungbrett zu nutzen und meine beste Leistung zu bringen. Wenn es dann doch mit dem Profitum klappen würde, bin ich nicht abgeneigt", so Röder. Aber nicht mehr um jeden Preis.