Ein Derby mit gleichbleibender Brisanz

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Einst in Dettelbach am Ball: Das Archivbild von Martin Markowski stammt aus dem Jahr 2012.
Foto: Michael Kämmerer

Dettelbach fordert die nur vier Kilometer entfernten Mainstockheimer zum Duell. Deren Trainer Martin Markowski muss dafür bloß ein paar Meter um die Ecke gehen.

Es ist kein Wunder, dass sich Martin Markowski besonders auf das Derby der Fußball-Kreisliga Würzburg an diesem Freitagabend freut: Dettelbach gegen seine SG Buchbrunn/Mainstockheim. Der Spielertrainer der Gäste kommt zu Fuß zum Spielort, er muss ja nur eine Straße weiter. „Den Sportplatz sehe ich von meiner Wohnung aus, das sind Luftlinie vielleicht 100 Meter“, sagt Markowski über die reizvolle Aussichten beim Blick aus seinem Fenster.

Der 29-Jährige, seit diesem Sommer Spielertrainer bei der SG Buchbrunn/Mainstockheim, wohnt seit sechs Jahren in Dettelbach. Er ist dort verheiratet und hat bis 2015 auch dort gespielt. Er fühlt sich wohl in der Stadt. „Natürlich kenne ich alle Dettelbacher Fußballer. Sie kennen mich. Zu vielen habe ich einen guten Draht, man sieht sich immer wieder mal auf Festen oder im Ort.“ Überhaupt dürften sich viele der Akteure wie auch der Anhänger beider Lager kennen. Es liegen ja nur vier Kilometer zwischen Dettelbach und Mainstockheim.

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Woher die Brisanz rührt

Gewisse Brisanz steckt in diesem Nachbarschaftsduell immer, so viel ist Markowski klar. Nicht nur wegen der räumlichen Nähe. Sportlich ist der Gemeinschaft aus Buchbrunn und Mainstockheim gleich zweimal gelungen, was Dettelbach bisher vergeblich versucht hat – der Aufstieg in die Bezirksliga. Jedoch war auch der zweite Aufenthalt der SG eine Etage höher nur von einjähriger Dauer. Die Mannschaft stieg im Sommer wieder ab und musste sich danach neu aufstellen. Dafür hat der Klub in Martin Markowski einen neuen Spielertrainer verpflichtet, dem diese Aufgabe auch wegen der Nähe zum Wohnort zusagte.

Markowski hatte mit der DJK Würzburg gerade den Durchmarsch von der A-Klasse bis in die Kreisliga geschafft. Er brachte einige Akteure mit an den Main, allein fünf von seiner vorherigen Station. Das sei nötig gewesen. „Wir wussten ja, dass wir was tun müssen. Ein Kern von elf bis zwölf Spielern ist zu dünn. Jetzt sind es achtzehn oder neunzehn Mann“, sagt er mit Blick auf die aktuelle Situation. Mit den ersten sechs Spielen seiner neu formierten Elf ist Markowski zufrieden, auch wenn von jedem etwas dabei war – Sieg, Unentschieden, Niederlage, alles schön abwechselnd.

Eingespielt könne man kaum sein, es fehle zudem noch ein wenig an der Abstimmung und an der Konstanz. Der sofortige Wiederaufstieg gelte im Verein nicht unbedingt als Ziel. „Nicht um jeden Preis. Die letzte Saison war für Buchbrunn/Mainstockheim nicht so toll“, sagt der gelernte Koch.

Markowski und sein Vorbild

Markowski ist gebürtiger Pole, zur Welt gekommen in Krakau. Mit zwei Jahren zog er mit seinen Eltern nach Deutschland, er wuchs in Würzburg auf und spielte dort auch Fußball, unter anderem beim WFV, in Rimpar und in Hettstadt. Das Talent hat er vom Vater, der im Krakau einst in der polnischen ersten Liga spielte. Nach Stationen in Dettelbach (zwei Jahre), Unterpleichfeld (zwei Jahre) und erneut Dettelbach nahm er im Januar 2015 das Angebot als Spielertrainer bei der DJK Würzburg an – in der A-Klasse. Der Posten des Spielertrainers reizte ihn, vom Ex-Unterpleichfelder Thomas Redelsberger habe er sich manches abgeschaut. „Das faszinierte mich, vor allem seine Leidenschaft. Also dachte ich mir, das probiere ich auch.“

Bislang ist es gut gelaufen. Markowski nimmt für sich die Erfahrung in Anspruch und einen guten Draht zu den jungen Spielern. Den Trainerschein hat er nun auch erworben, einen anderen Blickwinkel habe er dabei auf vieles im Fußball gewonnen, sagt er. Mit Blick auf das Spiel in Dettelbach weiß Markowski, dass es dort für seine Jungs schwer werden dürfte. „Das ist eine gute und eingespielte Mannschaft mit viel Potenzial.“ Wie die Sache ausgeht? Da mag sich der Fan von Borussia Dortmund nicht exakt festlegen. „Es werden Kleinigkeiten entscheiden – und die Tagesform.“