Michael Hochrein bestreitet am Samstag sein letztes Spiel als Trainer des Würzburger FV. Er blickt auf eine durchschnittliche Saison zurück, schaut auf Neues voraus und will nicht verlieren.
Würzburger FV - DJK Don Bosco Bamberg (2:0; Samstag, 15 Uhr). Das Ende einer Ära naht. Nach neun Jahren verabschiedet sich Michael Hochrein als Trainer von der Mainaustraße. Beim Heimspiel des Würzburger FV (5./59) gegen die noch vom Abstieg bedrohte DJK Don Bosco Bamberg (15./33) coacht der 49-Jährige die Gastgeber ein letztes Mal in einem Pflichtspiel.
154 Siege, 60 Unentschieden und 99 Niederlagen erreichte Hochrein in 313 Ligaspielen, 580 Treffer überwogen die 413 Gegentore. Zwei Mal stiegen die Zellerauer als Meister der Landesliga in die Bayernliga auf, einmal in der Relegation ab.
Den Entschluss, einen Schlussstrich zu ziehen, traf Hochrein bereits im Winter. "Mir ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen.
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Schon vor der Bekanntgabe hatte ich mich lange Zeit damit auseinander gesetzt, wodurch ich zu der Einsicht kam, dass es nach neun Jahren an der Zeit war, aufzuhören."
Schon zu dieser Zeit war abzusehen, dass die Würzburger ihren Zielen nachlaufen würden. "Wir hatten uns bewusst hohe Vorgaben gesetzt, was nicht einfach war, denn fünf Mannschaften hatten die gleichen Ansprüche. Ich war guter Dinge, dass wir es erreichen könnten, was uns jedoch nicht annähernd gelungen ist", blickt Hochrein auf diese Spielzeit zurück.
"Um Meister zu werden, muss nicht nur im Sportlichen jedes Rädchen ineinandergreifen. Vom Vorstand bis zum letzten Helfer muss jeder alles einbringen, um dieses Ziel zusammen zu erreichen.
Auf vielen Ebenen, dazu gehört auch das Sportliche, haben wir in dieser Saison aber nur durchschnittlich investiert und daher auch nur Durchschnitt erreicht." Zudem räumt er ein, dass "seit dem Winter einige Sachen nicht mehr optimal gelaufen" seien, was ihm seine Entscheidung bestätigt habe.
Gemischte Gefühle zum Abschied Den Samstag erwartet Hochrein mit gemischten Gefühlen: "Obwohl ich mich schon lange damit beschäftigen konnte, weiß ich nicht, wie emotional die Sache wird und ob die Wehmut dann noch einmal besonders ansteigt."
Wohin sein weiterer Weg führt, ist derzeit noch offen: "Es gibt einige Kontakte, aber aus diversen Gründen habe ich schon viele Angebote auch abgelehnt - die Fahrt wäre zu weit und der Aufwand zu hoch oder Liga und Ziele passten nicht."
Eine Entscheidung werde allerdings in den nächsten zwei Wochen fallen.
Es stünden schon in der nächsten Woche zwei weitere Gespräche bevor. "Als Trainer kann ich nicht viele Stationen aufweisen, denn mein Ziel ist es, über längere Zeit bei einem Verein zu arbeiten." Deshalb werde er sich genau überlegen, was er nach dieser Saison anpacke. "Ebenso kann ich mir eine Pause vorstellen, um Projekte im Privaten und mit meiner Fußballschule anzugehen."
Der Trainerwechsel kündigt an, dass beim WFV ein großer Umbruch stattfindet. Aus der Anfangsformation beim jüngsten 4:0 in Memmelsdorf stehen fünf Akteure bereits als Abgänge fest. Christian Steinmetz wechselt zusammen mit dem nicht eingesetzten Kevin Markert nach Rimpar, Mario Christ schließt sich Leinach an, Pascal Bloemer kehrt nach Höchberg zurück, Pascal Kamolz heuert in Abtswind an und Steffen Krautschneider spielt in der nächsten Saison bei Schweinfurt 05.
Von dort kommt mit Angreifer Wladimir Slintschenko ein Neuzugang, den der 2. Vorsitzende Reinhard Peter bislang offiziell vermeldete.
Verträge verlängert Mit Torhüter Sebastian Lechner wurde ebenso wie mit Tobias Riedner und Wojtek Droszcz der Vertrag verlängert. Auch Jan-Peter Grunz, Jonas Dirksen, Wiesentheids Andreas Ganzinger, Michael Dellinger, Philipp Günder, Johannes Lotter, Kevin Dees und Marcello Asta bleiben für mindestens ein weiteres Jahr in der Zellerau. Mit David Drössler, Lukas Weimer und Maximilian Ulrich wechselte Hochrein in seiner letzten Auswärtspartie drei A-Jugend-Spieler ein, die zur neuen Saison ebenfalls zum Gesamtkader von erster und zweiter Mannschaft gehören werden.
Schon vor dem letzten Spieltag steht der 1. FC Schweinfurt 05 in der Bayernliga Nord als Meister fest.
Nachdem Forchheim keine Lizenz für die Regionalliga beantragte, ermitteln der FC Amberg und TSV Großbardorf den Relegationsteilnehmer. Bleiben beide punktgleich, entscheidet das direkte Duell zugunsten von Großbardorf. Am Tabellenende steht der TSV Kleinrinderfeld als erster Absteiger fest. Der 1. FC Sand und 1. FC Trogen belegen vor dem Saisonfinale die beiden weiteren Abstiegsplätze. Vor dem letzten Spieltag können insgesamt noch sieben Mannschaften den Relegationsrang oder einen direkten Abstiegsplatz belegen, darunter Würzburgs Gegner. "Bamberg muss sich, wenn es bei uns punkten will, richtig strecken. Mir sind ‚sensationelle‘ Ergebnisse am letzten Spieltag schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Deshalb werde ich die Mannschaft so einstellen, dass ich fest davon ausgehe, das letzte Spiel zu gewinnen", so Hochrein.