Über drei Jahre reichte der Bericht von Kommandant Stefan Düll bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Seinsheim. Eine der wenigen Feuerwehren, wenn nicht die Einzige, die noch keinen Feuerwehrverein hat. Das soll sich jetzt ändern.

Von 2019 bis 2021 hat es nach den Worten von Kommandant Düll in jedem Jahr sechs Einsätze gegeben. Überwiegend musste die Wehr dabei technische Hilfe leisten. 2019 waren die Seinsheimer auch wegen eines Brandes in Unterickelsheim alarmiert worden.

Der Kommandant hat sich auch eine "heiße Ölheizung" angeschaut. Ausgerückt ist die Wehr zur Absicherung, als ein Landwirt Getreide auf der Straße verloren hatte. Gerufen wurde die Wehr beim Unwetter oder zu einem Pkw-Brand im Wald. Letzterer hätte zu einem Waldbrand werden können, berichtete Düll. Auch die Tierrettung gehörte zum Einsatzspektrum, in diesem Fall war es ein Vogel. Die Alarmierung wegen einer Ölspur stellte sich als harmlos heraus. Vor Ort entpuppte sich das "Öl" als roter Traubensaft.

Durch Homeoffice mehr Leute als sonst tagsüber da

Wenn während Corona der Übungsbetrieb auch eingeschränkt war, einsatzbereit sei die Wehr gewesen, bilanzierte Düll. Durch Homeoffice seien tagsüber sogar mehr Leute als sonst dagewesen. Die Wehr habe zudem drei neue Kameraden in ihren Reihen. Auch gebe es einen neuen Atemschutzträger, zwei weitere seien in Aussicht. Insgesamt zählt die Wehr 40 Aktive – 34 Kameraden und sechs Kameradinnen.

Der stellvertretende Jugendwart, Martin Dorsch, sprach von "schwierigen Jahren". Corona habe man im Jugendbereich besonders zu spüren bekommen. Die stellvertretende Landrätin Doris Paul ermunterte die anwesenden Jugendlichen, bei der Stange zu bleiben. Nur bei der Feuerwehr, die "wichtigste Institution im Ort", gebe es eine solche Kameradschaft.

Bislang hatte die Feuerwehr ein eigenes Konto. Aus rechtlichen Gründen läuft nun alles über eine Kostenstelle im Haushalt der Gemeinde. Wenn die Feuerwehr das anders haben möchte, dann müsse ein Verein gegründet werden, erläuterte Bürgermeisterin Ruth Albrecht. Einen entsprechenden Antrag stellte Martin Dorsch. Die Versammlung unterstützte dies einstimmig. Bis 1969 habe es schon einmal einen Verein gegeben, der dann aber aufgelöst worden sei, berichtete der Kommandant.

Doris Paul ehrte zusammen mit Kreisbrandinspektor Sebastian Muth und Kreisbrandmeister Mario Manfrini Feuerwehrleute für langjährige Dienstzeit. Gregor Kernwein und Klaus Schilling leisten seit 40 Jahren aktiven Dienst.

Christine Blank war die erste Frau bei der Seinsheimer Wehr

Christine Blank war die erste Frau bei der Seinsheimer Feuerwehr. In dieser leistet sie nun schon seit 25 Jahren Dienst. Ebenfalls seit 25 Jahren dabei sind Dietmar Korn und Axel Schiffmeyer. Ihre aktive Dienstzeit beendeten Heinrich Düll und Hermann Schöller.

Stefan Düll berichtete, dass das neue Feuerwehrfahrzeug bestellt sei. Er rechnet Mitte 2023 mit der Lieferung. Angeschafft werden soll ein Satz warme Jacken. Geplant seien ein Erste-Hilfe-Kurs, eine Leistungsprüfung und ein Besuch im Kindergarten.