Schulleitung, Lehrkräfte, Elternbeirat und nun auch der Marktgemeinderat sind für die Rückführung des Profils "Flexible Grundschule" inklusive Rückführung der Jahrgangsmischung an der Grundschule Willanzheim. In der Ratssitzung am Mittwochabend, in der das Ratsgremium dies einstimmig beschloss, lag auch die ausführliche schriftliche Begründung von Schulleiterin Susann Hillgärtner vor.

Aus ihr geht auch hervor, dass eine Rückkehr zum Profil "Flexible Grundschule jederzeit möglich ist. Die Schulleiterin erinnert an die Einführung der Jahrgangsmischung zum Schuljahr 2009/10 und daran, "dass wie in allen Bereichen der Pädagogik ein eingeschlagener Weg nach einiger Zeit überdacht, eventuell korrigiert, nachgebessert oder auch ausgetauscht werden muss". Dies gelte für den Lehrplan ebenso wie für pädagogische Konzepte. Die Schulleiterin bezeichnete die beiden Lehrerinnen Claudia Vielweber und Karin Falk-Schöller als "tragende Säulen" des Konzepts, "die mit viel Herzblut und größtem Engagement diese Arbeit in den letzten Jahren geleistet haben". Nun würden diese aber zum Ende des Schuljahrs 2020/21 in den Ruhestand gehen. Was bedeute, dass es keinen fließenden Übergang gebe, um diese Art des Unterrichtens in jüngere Hände zu überführen und einen "enormen Unsicherheitsfaktor" darstelle.

Zeit fehlt durch viele Anforderungen an die Lehrer

Die Schulleiterin verweist auch darauf, dass man seit einigen Jahren beobachte, dass Eltern trotz intensiver Beratung nicht mehr bereit seien, ihr Kind ein drittes Schulbesuchsjahr in der Eingangsstufe zu belassen. Sie hebt auch hervor, dass Kinder einen geschützten und stabilen Raum zum Lernen brauchen, "durch die Jahrgangsmischung und den damit verbundenen jährlichen Wechsel und die Durchmischung der Klassengemeinschaft ist dies nicht gegeben, um eine stabile Gemeinschaft zu formen, braucht es viel Einfühlungsvermögen und Zeit". Diese Zeit hätten die Lehrkräfte zunehmend nicht mehr, "da immer neue Anforderungen auf die Schulen zukommen und die eigentliche Pädagogik oft in den Hintergrund gedrängt wird". Als großes Plus des Konzepts bezeichnet die Schulleiterin das "Helfersystem" für das gemeinsame Lernen, das sich aber zunehmend als Herkulesaufgabe aufgrund der wachsenden Heterogenität erwiesen habe.

Neben weiteren Begründungen für die Rückführung des flexiblen Grundschulsystems hätten die Lehrkräfte festgestellt, dass Kinder immer weniger in der Lage seien, auch nur einen kleinen Zeitraum alleine zu arbeiten. Was aber in einer Jahrgangsmischung ohne zusätzliches pädagogisches Personal unerlässlich sei: "Insgesamt zeigt sich ein deutliches Absinken des Leistungsniveaus, was die Drittklasslehrer immer wieder bestätigen". Die Schulleiterin verweist zudem darauf, dass in der Lehrerausbildung das Konzept "Jahrgangsmischung – Flexible Grundschule" eine tragende Rolle spiele. Das vergangene Jahr habe die Grenzen des Profils deutlich aufgezeigt "und viele Dinge, die sich in der Anfangszeit des Profils als sehr positiv erwiesen, haben sich im Laufe der Jahre selber überholt oder wurden durch andere Systeme abgelöst, zum Beispiel durch das Helfersystem der Dritt- und Viertklässler für die Schulanfänger".

Blühstreifen entlang der Weinberge

Bei der Diskussion im Rat zu diesem Thema wurde deutlich, dass in Coronazeiten die Anforderungen an die Lehrkräfte auch aufgrund von Mehrarbeit noch gestiegen seien. Ratsmitglied Elke Braun, ihres Zeichens Schulsekretärin, sah "extreme Belastungen und erhebliche Herausforderungen für die Lehrkräfte und auch die Akzeptanz der Eltern hat sich geändert".

Unter der Rubrik "Baustellen" gab es verschiedene Berichte von Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert. So zum Beispiel zu der von Andrea Pfannes initiierten Aktion "Willanzheim ist schön" mit der Bepflanzung von öffentlichen Beeten. Beim Gebäudebrüterobjekt des Naturparks Steigerwald beteiligt sich der Markt Willanzheim mit Mehlschwalbennestern und Quartieren für Fledermäuse. Vom Wanderparkplatz Hüttenheim bis zur Weinparadiesscheune werden auf öffentlichem Grund Blühstreifen entlang der Weinberge angelegt. Die Bürgermeisterin äußerte sich zum Stand der Arbeiten in der Marktschänke in Herrnsheim, im Hüttenheimer Dorfgemeinschaftshaus und in der Kita und für die Außenanlagen des Willanzheimer Dorfgemeinschaftshauses samt Einbau eines Wassertanks für den Sportverein. Die Geräte für den Spielplatz in der Willanzheimer Mühlgasse sind aufgebaut, der Spielplatz ist wegen der Rasenansaat noch bis Pfingsten gesperrt. Auf vielfachen Wunsch der Willanzheimer Eltern möchte der Träger auch einen Waldkindergarten anbieten, ein passendes Grundstück wird noch gesucht, Angebote sind willkommen. Die Aktiven in den Reihen der Feuerwehr können geimpft werden, um bei Einsätzen geschützt zu sein. Die Bürgermeisterin berichtete von mehreren Einsätzen, darunter auch ein schwerer Motorradunfall.