Harmonisch fügen sich die verschiedenen Gestaltungselemente im neuen Pausenhof für die Mädchenrealschule in Volkach zusammen. Seit Beginn der Sommerferien war das Areal im Kloster der Dillinger Franziskanerinnen Groß-Baustelle. "Die Anstrengungen haben sich wirklich gelohnt", sagte Oberin Sr. Kunigild Steer bei der Einweihung. Schülerinnen, Eltern und Lehrer waren in dieser Woche zusammengekommen, um das gelungene Projekt gemeinsam zu feiern.

Den kirchlichen Segen spendete Pfarrer Johannes Hofmann. Als Zeichen der Freude wurde eine Kupferkapsel mit geschriebenen Zeitzeugen im Pausenhof versenkt und eine steinerne Platte mit der Inschrift "Pax et Bonum" eingemauert.

Alle Bereiche des Pausenhofs verinnerlichen das architektonische Grundprinzip der Kommunikation


Architekt Florian Göger beschrieb in seiner Ansprache die bauliche Umsetzung des Themas. So wurde im oberen Bereich des Pausenhofs ein kleines Rondell mit Holz-Sitzbänken und bunt glasierten Steinen geschaffen. "Dieser Bereich wurde bewusst so angelegt, dass er zur Kommunikation anregt", erklärte der Planer. In die Mitte des Rondells wurde ein Sonnensymbol gepflastert, welches Provinzoberin Sr. Rita Walter der bisherigen Schulleiterin Sr. Inge Höning als Abschiedsgeschenk zum Schuljahresende überreicht hatte.

In den einzelnen Strahlen des Sonnensymbols sind die Worte "Pax et Bonum" und das franziskanische "Tau" zu erkennen.
Bei dem Spruch handelt es sich um ein Zitat aus der Drei-Gefährten-Legende, in der diese Worte erstmals als franziskanischer Gruß auftauchten. Die Legende ist eine Darstellung des Lebens des Heiligen Franz von Assisi.

Dem Rondell als zentraler Mittelpunkt schließen sich, wie die einzelnen Perlen einer Kette, Sitzgelegenheiten für kleinere Gruppen an. Entlang der alten Stadtmauer wurden Wandmosaikfelder angelegt. Die im kompletten Pausenhof installierten Pflaster-Streifen zeigen in ihrer Ausrichtung jeweils zu einer Provinz der Dillinger Franziskanerinnen. Sie bilden damit ein kommunikatives Netz zu den sieben weiteren Kloster-Standorten der Franziskanerinnen in Brasilien, Nordamerika, Indien und Deutschland.

"Das Netz aus Strahlen soll die Schülerinnen neugierig und offen für fremde Kulturen machen. Es soll zugleich Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft bauen", betonte Sr. Rita Walter. Die Planungen und die Bauarbeiten sind nach ihrer Ansicht sehr gut gelungen und machen Freude. Die gesamte Fläche sei kinder- und jugendfreundlich gestaltet. "Junge und ältere Zeitgenossen fühlen sich hier zur Bewegung und zu informativen Gesprächen eingeladen."

Sr. Rita empfahl den Anwesenden, sich in einer ruhigen Minute in die Sitzecke neben der Sonnenplatte zu setzen. "Dort kann man unsere bewegte Zeit mit den Menschen und Ereignissen überdenken."

Gut ein Jahr verging von der Idee bis zur Fertigstellung


Unangenehme Pfützen und Stolperfallen auf dem Plattenbelag der Fläche brachten Eltern, Schüler und die Schwestern zum Nachdenken. Einen Monat später stimmte die Provinzleitung der Erneuerung des Pausenhofs zu. Finanziert wurde das Projekt durch Aktionen in der Volkacher Weihnachtsstraße, durch den Verkauf von selbst gebackenen Leckereien und von Flohmarktartikeln.

Ehemalige und Freunde der Schule stifteten bunte Pflastersteine. Die Diözese Würzburg übernahm ein Drittel der Kosten. Zuschüsse gewährten der Freundeskreis, die Elternschaft, Sparkassenstiftung und die Stadt Volkach. Dass die Maßnahme in den wenigen Wochen seit Ferienbeginn abgeschlossen werden konnte, sei auch den beteiligten Firmen zu verdanken, sagte Oberin Sr. Kunigild Steer. "Ein dickes Lob" spendete sie den eingesetzten Arbeitern. "Es wurde alles termingerecht durchgeführt."