Er ist ein Ausreißer in der Zeit gefühlten Klimawandels: Nach neun warmen Monaten hat sich der Oktober kühl verabschiedet. Und war auch sonst recht eigen.
Ein (Rück-)Blick auf den gerade verflüchtigten Monat lässt sich ganz einfach zusammenfassen: Goldener Oktober geht anders. Viele trübe Tage, eine eher arbeitsscheue Sonne und Temperaturen in der gefühlten Fröstelzone haben den Herbst Richtung Schmuddelwetter abdriften lassen.
Bemerkenswert für einen Wetterbeobachter und Pflanzenexperten wie Thomas Karl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen: Der Oktober schert aus. Nach neun warmen Monaten in Folge macht einer ernst. Mit 9,2 Grad ist der Ex-Monat um 0,3 Grad unter dem langjährigen Schnitt. „Das hat sich auch so angefühlt“, betont Karl.
Warnung vor frostigen Tagen
Apropos angefühlt: Der Oktober machte einige Temperatursprünge. Zwischen leichtem Bodenfrost mit bis zu einem Grad minus (13. Oktober) bis zu 19,5 Grad plus am 16. Oktober war alles drin. Die kräftige Abkühlung ist allerdings für Karl nichts Ungewöhnliches. In den vergangenen Jahren habe es da schon strengere Fröste gegeben. Die Kälte hat sich jetzt ein wenig eingenistet und könnte bald heftiger zuschlagen. Deshalb Karls Rat: „Die nicht frostsicheren Pflanzen müssen jetzt rein.“
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Was am vergangenen Monat noch auffiel: Es war im Landkreis Kitzingen in den meisten Ecken schlicht zu trocken. Gerade mal 32 Liter pro Quadratmeter kamen in Kitzingen runter, wie der Messbecher an der Wetterstation in der Mainbernheimer Straße verriet. Das wären neun Liter weniger als im Langzeitschnitt. Und verglichen mit dem, was Karl zufolge zur gleichen Zeit im Ochsenfurter Gau runterkam, grade mal die Hälfte.
Wenig Nass aus trüben Wolken
Doch egal, wie trocken der Oktober daherkam, angefühlt hat er sich feucht. Wegen 14 – statistischen – Regentagen. Bei denen fiel allerdings nicht viel aus den trüben Wolken. Gerade mal vier Tage gab's laut Karl, an denen sein Messbecher mehr als zwei Liter auffing. Einigermaßen nass war es immerhin eine Woche lang, vom 17. bis 25. Oktober.
Weil das bisschen Regen die Äcker nicht aufweichte, waren die Bedingungen für die Zuckererübenernte gut. Ende nächster Woche sei sie vorbei, sagt Karl. Die Rübenlaster werden dann allerdings noch lange rollen. Schließlich müssen die Rübenberge in der Flur erst einmal abtransportiert werden. Gute Erträge hat nach den Worten des Pflanzenexperten der Körnermais gebracht.
Sorgenkind ist der Raps
Zufriedenstellen läuft laut Karl auch die Herbstsaat. Was an Wintergerste oder -weizen in den Boden kam, sprießt erkennbar. Wegen der kühlen Temperaturen kommt das Getreide aber etwas langsamer in die Gänge. „Sorgenkind“ sei der Raps. Was im August gesät wurde, keimt an manchen Standorten – auch mangels Niederschlag – nicht so richtig. Vereinzelt sei junger Raps, der einem strengen Winter wohl nicht standhalten würde, wieder untergeackert worden.