Das Baugebiet An der Michaeliskapelle in Obervolkach ist einen weiteren Schritt vorangekommen. In ihrer Sitzung am Montag behandelten die Mitglieder des Volkacher Stadtrats die Anregungen und Einwände der Träger öffentlicher Belange. Gegen die Stimme von Andrea Rauch beschloss das Gremium, dass der neue Bebauungsplan mit den eingearbeiteten Planänderungen jetzt noch einmal 14 Tage lang im städtischen Bauamt zur Einsichtnahme für jedermann ausgelegt. Einwendungen können dann nur noch zu den ergänzten oder geänderten Passagen abgegeben werden.

Die Verwaltung wurde beauftragt, die weiteren Verfahrensschritte einzuleiten. In dem neuen Baugebiet im Nordwesten des Volkacher Stadtteils sollen 27 neue Wohnhäuser entstehen. Das Problem der Entwässerung soll durch eine Trennung von Schmutzwasser und Regenwasser gelöst werden. Das Oberflächenwasser wird gedrosselt über ein Regenrückhaltebecken in die Volkach eingeleitet. Auf Vorschlag von Cengiz Zarbo (FWG) erwägt Tiefbau-Planer Andreas Fischer das Regenrückhaltebecken größer zu gestalten, um bei Starkregenereignissen einen größeren Puffer zu haben. Dies sei ohne großen finanziellen Mehraufwand zu erreichen, da freie Fläche vorhanden sei und lediglich Erdbewegungen zu tätigen seien.

Hochwassersituation verschlechert sich nicht

Zum Punkt Oberflächenentwässerung hatten Anlieger des Volkach-Baches bei der Anhörung ihre Sorgen vorgetragen, dass sich durch das eingeleitete Regenwasser aus dem Baugebiet die ohnehin oft angespannte Hochwasserlage an der Stettenburg-Brücke weiter verschärfe. Die Hochwassersituation in der Volkach verschlechtere sich durch das Einleiten des Oberflächenwassers aus dem neuen Baugebiet nicht, versprach Fischer. Das Oberflächenwasser der bisherigen Ackerflächen, auf denen das Baugebiet entsteht, laufe künftig nicht mehr unkontrolliert in den Bach sondern gezielt über das Regenrückhaltebecken.

Nachdem in dem Baugebiet keine Zisternen vorgeschrieben sind, beantragte Gerlinde Martin für die Stadtratsfraktion der CSU die Förderung von Zisternen für künftige Baugebiete, auch bereits für Obervolkach. Die Fördergelder sollen einen Anreiz für die Häuslebauer geben, freiwillig eigene kleine Regenrückhaltebehälter zu errichten. Martins Antrag wird als eigener Punkt in einer der nächsten Sitzungen behandelt.

Fischer: Fehler bei der Planung und beim Bau

Auch das Schmutzwasser aus dem Baugebiet, das in die Ortskanäle zu Beginn der Landsknechtstraße eingeleitet wird, sorgt laut Fischer nicht für eine Mehrbelastung. Er räumte ein, dass die Kanalisation im Ort bereits stark belastet sei. "Da wurden früher bei der Planung und beim Bau Fehler gemacht, aber wir verschlechtern die Situation nicht", so der Tiefbau-Fachmann.

Die meisten Träger öffentlicher Belange hatten dem Baugebiet ohne Einwendungen zugestimmt. Dennoch reichten acht Träger Anregungen und Hinweise ein, die 15 Seiten umfassten. Moniert wurde seitens des Landratsamts die nicht ausreichende Anbindung des Baugebiets an den Altort. "Wir haben mehr als 50 Prozent Anbindung", erwiderte Städteplaner Klaus Neisser. Auch größere Wendehämmer wurden gefordert.