Nach wie vor fehlen der Stadt Kitzingen rund 200 Kinderbetreuungsplätze. Mit einer "Naturgruppe" am Pavillon an der Westheimer Straße in Repperndorf könnte dieses Defizit zumindest ein wenig reduziert werden. Das ist ein Ergebnis des Ortsrundgangs bei der Bürgerversammlung im Kitzinger Stadtteil am Montagabend.

Ruhiger, weit weniger Spannungsgeladen war diese zweite Bürgerversammlung von Kitzingens Oberbürgermeister Stefan Güntner als zwei Wochen zuvor in Hoheim. Dazu fehlten im westlichsten Stadtteil die brisanten Themen. Trotzdem war der Spaziergang durch den Ort sicher für manchen Teilnehmer aufschlussreich und Güntner konnte immer wieder Anregungen mit ins Rathaus nehmen.

Idee der Bürger: Ein Dorfweiher

Schon im Vorfeld der Versammlung hatten sich einige Repperndorfer Gedanken über den Stadtteil gemacht und eine Wunschliste an Maßnahmen erstellt, die zumindest zum Teil abgegangen wurde. Start war am Waschplatz. Der wird von einer ergiebigen Quelle gespeist, deren Wasser aber zum großen Teil in einen Bach abfließt. Ein nicht genutztes Grundstück in der Nähe könnte, so die Idee, durch die Quelle gefüllt werden und dann als Dorfweiher dienen. Das neue Gewässer könnte zur Erholung für die Repperndorfer, als Löschteich für die Feuerwehr oder auch zur Weinbergsbewässerung genutzt werden. Allerdings: Im vergangenen Jahr war die Quelle zeitweise trocken gefallen.

Einen kurzen Stopp gab es am Bolzplatz oberhalb des Möbelhauses, den einige Repperndorfer gerne zum Beachvolleyball-, zum Basketball- oder auch zum Skaterplatz umgestaltet sehen wollen. Plätze zum Kicken gäbe es in Repperndorf genug.

Ein solcher, allerdings recht hochwertiger Bolzplatz liegt etwas außerhalb des Ortes an der Westheimer Straße, idyllisch in der Landschaft, gleich neben einem Pavillon mit Grillplatz, beschattet von großen Bäumen. Hier, so der Oberbürgeremeister, könnte eine neue Gruppe des Kindergartens entstehen, eine "Naturgruppe", wohl angelehnt an die sonst übliche "Waldgruppe". Sowohl mit der Kindergartenleitung, als auch mit dem Träger seien Vorgespräche geführt worden, das Interesse groß, zudem es in der Stadt Bedarf dafür gebe.

Neue Regeln am Grillplatz?

Die Resonanz der etwa 20 anwesenden Repperndorfer war weitgehend positiv Nahe des Pavillons sollte dann dazu ein Bauwagen aufgestellt werden, in dem die Gerätschaft der Gruppe untergebracht wird. Und es könnte gleich ein weiteres Problem gelöst werden: Auch am vorgegangenen Wochenende hatte es rund um Grill und Pavillon Feiern gegeben, am Montagvormittag noch zeugten Müll und Glassprlitter davon, wie Güntner selber gesehen hatte. Möglichkeiten zum Einschreiten bestehen derzeit eigentlich keine. Sollte aber die Naturgruppe kommen, müsste für diese ein Teil des Geländes eingezäunt werden, was dann auch Pavillon und Grillplatz einschließen könnte. Wer dann noch feiern möchte, muss sich den Schlüssel besorgen – und auch für Sauberkeit sorgen. Gerne würde die Stadt, so Güntner, das Nachbarhaus zum bestehenden Kindergarten kaufen, um diesen auch direkt erweitern zu können, was aber derzeit noch nicht klappt.

Weitere Themen wurden dann im Feuerwehrhaus besprochen. Im Friedhof ist es besonders der Hauptweg, der doch einige größere Unebenheiten aufweist und saniert werden müsste. Der Weg entlang des Baches an der Bleiche sollte befestigt werden, so der Wunsch der Repperndorfer. Kritisch wird auch die gefahrene Geschwindigkeit im Dorf gesehen. Hier verwies der OB auf die Pläne der Stadt, die Geschwindigkeitskontollen in Eigenregie durchführen zu wollen. Ein entsprechender Antrag der Verwaltung liegt noch in dieser Woche dem Stadtrat vor.

Da es wohl an der B 8 entlang von Repperndorf keine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung mehr geben wird, sollte hier ein Lärmschutzwall überlegt werden. Dazu liege der Verwaltung bereits ein entsprechender Antrag vor, so Güntner. Und schließlich nochmals Verkehr: Friedrich Haag regte zwei Mitfahrerbänke im Dorf an, "das ist kein großer Kostenfaktor, aber ein gutes Werk", so der ehemalige Stadtrat.