Mit einer Menschenkette am Zaun von GEA Brewery Systems (Huppmann) unterstrich die IG Metall ihre Handlungsfähigkeit auch in Corona-Zeiten. Dem Aufruf der IG Metall-Geschäftsstelle in Würzburg folgten Beschäftigte der Unternehmen GEA, Frankenguss, Leoni, Baumüller, Schaeffler und Fehrer sowie Rexroth/Volkach und Brose/Würzburg. Rund 120 Teilnehmer aus diesen Unternehmen machten ihren Unmut lautstark deutlich.

Der Bevollmächtigte Werner Flierl beklagte, dass es in den Tarifverhandlungen seit Ende 2020 keinerlei Bewegung mehr gegeben habe und die Arbeitgeberseite in verschiedenen Verhandlungen nicht auf die IG-Forderungen wie eine Beschäftigungssicherheit eingegangen sei. Vielmehr habe die Gegenseite mit einer inakzeptablen Gegenforderung reagiert. Weihnachts- und Urlaubsgeld sollen nicht mehr nach Tarifverträgen gezahlt, sondern von Betriebsräten ausgehandelt werden.

Flierl vermutete, dass die IGM seitens der Arbeitgeber als handlungsunfähig angesehen werde. Mit der Auftaktaktion werde die Streikbereitschaft nach der um Mitternacht abgelaufenen Friedenspflicht eindrucksvoll verdeutlicht.  

Als Zweiter Bevollmächtiger hob Norbert Zirnsak hervor, dass hinter den Forderungen auch die Beschäftigten anderer Gewerkschaften stehen. Die Löhne seien letztmals vor drei Jahren erhöht worden. Dennoch wollten die Arbeitgeber erst 2023 über neue Tarifverträge reden, damit gebe es fünf Jahre lang keinen Konsumanschub. Errungenschaften wie Weihnachts- und Urlaubsgeld nach Kassenlage werde die IGM nie hergeben.

Im Vorjahr rund 200 000 verloren gegangene Arbeitsplätze würden der Corona-Pandemie zugeschrieben, obwohl es in der Metallindustrie seit Herbst wieder Wachstum gebe und die Kurzarbeit längst beendet sei.

Der Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB, Viktor Grauberger, bezeichnete die Metall- und Elektroindustrie als Zugpferd auch in Corona-Zeiten.

Flierl dankte dafür, dass Flagge gezeigt wurde und rief dazu auf, sich an friedlichen Aktionen einschließlich Arbeitsniederlegungen zu beteiligen.