Wasser war das beherrschende Thema in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Wasser von oben, Wasser von unten, Wasser aus der Leitung, im Pool und sogar Wasser, das gar nicht genutzt wird.

Julia Ebenhöh und Michael Ratz machten gleich zu Beginn der Sitzung als Bürger den Anfang. "Wir haben wieder einmal Besuch vom Bach bekommen", sagte Ratz. Es war nur ein kleines Gewitter am 14. Juni und wieder hatte die Familie Wasser im Garten ihres Anwesens in der Pfarrgasse. Nicht zum ersten Mal seitdem die Familie in Mainstockheim wohnt, nein, schon mindestens zum dritten Mal.

Diesmal glimpflich ausgegangen, gab es aber auch schon Schäden in fünfstelliger Höhe. Die Forderung: Als erste Maßnahme müsse das Einlaufgitter am Riedbach entfernt werden, denn hier staut sich das Wasser auf, läuft über und entlang einer kleinen Mauer in die darunter liegenden Grundstücke.

Gesundheitsbehörden haben Bedenken

Auch die Mauer solle entfernt werden. Schnelles Handeln forderte das Paar und Julia Ebenhöh sagte: "Ich möchte bei Gewitter wieder einmal ruhig schlafen können." Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs sagte zu, schnellstmöglich mit dem Wasserwirtschaftsamt und den Räten einen Ortstermin anzuberaumen und zu klären, ob die Forderungen erfüllt werden können. Klar wurde: Die Geduld von Ebenhöh und Ratz ist am Ende.

Welche Auswirkung hat der ehemalige und bald zur teilweisen Verfüllung anstehende Steinbruch auf das Trinkwasser des Ortes? Um eine Trinkwasserschutzzone für den neuen Brunnen ausweisen zu können, muss hier eine Prüfung her. Das scheiterte lange an Bedenken der Gesundheitsbehörden am Teststoff Uranin.

Wasserversorgung aus Tankwagen?

Sollte der während der Markierungsphase in erhöhter Konzentration im Trinkwasser auftauchen, muss gesperrt werden. Für Mainstockheim kann diese Zeit mit einer Wasserversorgung aus Flaschen oder Tankwagen erfolgen.

Die bislang geforderte Wasserleitung aus Kitzingen scheint damit vom Tisch, der Markierungsversuch rückt also näher. Zuvor soll allerdings eine große Informationsveranstaltung für die Bürger stattfinden, Notfalls auf dem Sportplatz, falls Corona dies erfordert.

Mainstockheim hat seine eigene Wasserversorgung mit gutem Trinkwasser. Einziges Manko: Das Wasser ist sehr hart, das Sulfat muss reduziert werden. Pläne für eine Anlage existieren, die Kosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Jetzt kommt eine neue Hürde, denn im Wasser ist Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) enthalten.

Mehrkosten von bis zu 250 000 Euro

Zwar in einer für menschlichen Genuss völlig unerheblichen Konzentration. Das Abwasser der Sulfatanlage darf aber damit nicht in den Main eingeleitet werden. Dazu wären eine Erweiterung der Anlage und und ein Aktivkohlefilter nötig. Mehrkosten von bis zu 250 000 Euro fielen an.

Für Fuchs nicht nachvollziehbar, denn das benutzte Trinkwasser aus der Kläranlage ist nicht auf PFOS behandelt, kann aber trotzdem in den Main. Betroffen von dieser Maßnahme sind alle Wasserversorger entlang des Mains von Volkach bis zur Mündung der fränkischen Saale, darunter auch die Fernwasser Franken in Sulzfeld. Ein Schreiben an Umweltminister Thorsten Glauber soll Klärung bringen.

Gemeinde appelliert an Ehrlichkeit

Es bleibt dabei: Pools sind auch weiter in den Gemeindegärten am Main verboten. Sind Pools auf Privatgrundstücken über Gartenwasserzähler gefüllt, so appelliert die Gemeinde an die Ehrlichkeit der Eigner, das Wasser auch für den Kanal anzumelden.

Auch Mainstockheim wird die Grundgebühr für Grundstücke, die an der Wasserversorgung liegen, bei denen aber der Zähler ausgebaut wurde, weiter erheben, denn dabei handele es sich prinzipiell um eine "Bereitstellungsgebühr".