Die Gegenstände kann man kaufen. Vor allem aber können sich die Gäste über die Geschichte informieren lassen. „Wir tun nicht nur so“, versichert Molz. Bei jedem Darsteller stecke eine gute Ausbildung und umfangreiches geschichtliches Wissen dahinter. „Wir freuen uns, wenn uns die Leute etwas fragen.“
Das gilt besonders für die Kinder. Für sie gibt es in Volkach extra einen eigenen Bereich, wo sie selbst Hand anlegen dürfen. Zinn gießen, Trinkhörner schleifen, Schnitzkurse und vieles mehr. Geschichte zum Anfassen eben.
Das hebt Tobias Molz hervor: „Viele von uns sind regelmäßig in Freilichtmuseen oder machen experimentelle Archäologie.“ „Reenactment“ heißt das englische Wort dafür: Der Versuch, eine vergangene Epoche möglichst detailgetreu wieder aufstehen zu lassen. „Wir sind hier ein bisschen wie ein mobiles Museum.“ Nur eben mit Musik, Essen und Bier.
Apropos Bier: „Das darf man zwar gar nicht so laut sagen, aber Bier haben die Wikinger eigentlich nicht getrunken“, erzählt Molz. Immerhin: Wein gab es, wenn auch eher selten.
Nach dem Sonntag ziehen die Wikinger dann wieder ab. Der örtliche Organisator Gert Weichsel hofft, dass das Fest dann wieder so viel Anklang gefunden hat, wie beim letzten Mal – und vor allem, dass bis dahin das Wetter hält. „Aber das sieht gut aus.“
Zu hoffen bleibt auch, dass die modernen Wikinger von heute bessere Manieren haben, als ihre Vorfahren: Einer von ihnen hatte vor knapp einem Jahrtausend in ein Marmorgeländer in der Hagia Sophia in Istanbul geritzt: „Halvdan war hier.“ „Wie die Leute, die heute mit einem Stift in die Toiletten auf der Kirchweih schreiben“, lacht Molz.
Termine
Eröffnung des historischen Wikingerdorfes: Freitag, 2.9.: 14 Uhr (Schnuppertag)
Historisches Wikingerdorf: Freitag: 14-20 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 bis 20 Uhr
Markttreiben: Freitag: 14-22 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 bis 22 Uhr
Wikingerkinderdorf: Freitag: 14-18 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 bis 18 Uhr.
Eintritt: 3 bis 6 Euro, Kinder unter 1,10 Meter frei.